Unknown Armies  

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Der Schatten von Angmar

Arandûr

Der Ork-Häuptling brüllte Befehle und trieb hier und da einen säumigen Krieger an. Nach zwei Stunden war das Lager bereitet. Die Orks verteilten sich an kleine Lagerfeuer, über denen sie Fleisch brieten; vieles aus den Häusern unglücklicher Menschen geraubt, die es nie mehr brauchen würden.
Ruhe kehrte ein.
Úzbrúk schickte einige Wachen an die Ränder der Senke.
Er ermahnte sie nicht sonderlich zur Vorsicht, denn in der Nähe waren keine menschlichen Siedlungen und der Schnee hielt etwaige Wanderer sicher davon ab, sich von den Wegen zu entfernen, die schwer genug zu passieren waren.
Zudem hatte der ununterbrochene Schneefall die Spuren verwischt, die zur Senke führten. Die Orks konnten sich sicher fühlen.
Was die Wölfe anging, stand auf einem anderen Blatt. Aber in ihrem Fall machte Úzbrúk sich ohnehin keine Gedanken. Orkwächter schreckten sie nicht ab; einzig die Lagerfeuer mieden sie. Sollte doch jeder Ork auf sich selbst aufpassen!
Als die Dunkelheit hereinbrach, begann sich Stille über dem Lager auszubreiten. Selbst Orks merkte man irgendwann die Erschöpfung an, und diese Gruppe hatte sich ganz besonders schwer durch die verschneite Landschaft gequält. Den Schlaf hießen sie alle willkommen.
Das Verschwinden der Orkwächter bemerkte deshalb keiner.

Cevaron spürte Zorn in sich. Schon seit Tagen wühlte er in seiner Brust und erzeugte eine Spannung, die sich früher oder später entladen musste. Hier nun war die Gelegenheit. Auch wenn es ihm keine Freude mehr bereitete, Orkblut an seinem Schwert zu sehen ... Die Wut in ihm würde wenigstens kurzzeitig abflauen.
Der Anführer der Dúnedain gab ein Handzeichen und einige Krieger machten sich auf, um die Orkwachen an den Hängen der Senke zu beseitigen.
Cevarons Späher waren vor einigen Stunden auf die Orks aufmerksam geworden. Die Dúnedain hatten sich auf die Spur eines Dutzends großer Wölfe gesetzt und versucht, die Tiere zu erlegen, die unzweifelhaft zu den mordenden Horden gehörten, die das Waldgebiet unsicher machten. Dabei waren sie auf den Tross Orks gestoßen, der in der Senke sein Lager aufschlug.
Cevaron hatte sich mit seinen Männern ein Stück weit zurückgezogen. Er nahm an, dass die Orks sich ihrer näheren Umgebung nicht widmen würden - andernfalls wären sie auf die Spuren der Dúnedain gestoßen.
Der Krieger hatte recht behalten und sie waren unbemerkt geblieben.
Nun, im Schutze der Nacht und des stetig fallenden Schnees, war die Gelegenheit, eine weitere Horde Plagegeister unschädlich zu machen.
Ein Käuzchenruf signalisierte den Kriegern, dass die Wachen nicht mehr auf ihren Posten standen.
Cevaron gab den leisen Befehl zum Vormarsch. Die Dúnedain bewegten sich sehr vorsichtig über den Schnee. Die Geräusche, die sie verursachten, konnte nur ein geübtes oder wachsames Ohr vernehmen. Es dauerte lange, bis die Krieger die Senke erreichten.
Das Lager bot einen friedlichen Anblick - wenn ein Orklager das überhaupt tun konnte.
Zufrieden sahen die Dúnedain, dass sie leichtes Spiel haben würden. Die Orks hielten sich an den Feuern auf, die dicht beieinander unter den gewaltigen Kiefern aufgeschichtet waren. Einige trugen ihre Waffen bei sich; die meisten jedoch waren unbewaffnet.
Cevaron wartete, bis sich seine Männer in Position befanden, dann gab er das Signal zum Angriff.

Úzbrúk schreckte aus dem Schlaf auf, der ihn eingelullt hatte. Von Plünderungen und Morden hatte er geträumt und fetter Beute. Seltsamerweise schien das Kriegsgeschrei aus seinen Träumen seine Ohren auch beim Erwachen zu erfreuen.
Es dauerte einige Augenblicke, bis der Ork bemerkte, was um ihn herum vorging. Er sah das Lager in einem heillosen Durcheinander versinken.
Der gelb-rote Schein der Feuer, erhellte die Senke nur unzureichend und zunächst glaubte Úzbrúk an einen Angriff der Wölfe. Aber als er die großen Schatten zwischen den kleineren Gestalten der Orks umherhuschen sah, lange Schwerter schwingend, wusste er, dass die Dúnedain sie gefunden hatten.

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Eure Meinungen:


@Steve Bis auf Khamúl - die Nummer 2 nach dem Hexenkönig - hat kein Nazgûl von Tolkien einen Namen bekommen. Alles, was irgendwo kursiert haben sich andere ausgedacht. @Marco Ich schreibe ´ne ganze Menge an Tolkien Fanfic. Einfach mal bei google nach "Herr der Ringe Fanfiction" und "Dairyu" suchen. Dann sollte man auf meine Seite stoßen. ;) @all Danke für das Lob! :)
[Heru/Arandûr]

Das war eine schöne Geschichte; recht stimmungsvoll und auch die Magie kam nicht zu kurz. Außdem hat es der Autor verstanden, dem Leser einen besseren Einblick in die Motivation des Dunklen Schattens von Angmar zu gewähren. Als Nazgul-Darsteller würde es mich außerdem interessieren, ob Tolkien den Ringgeistern Namen gegeben hat und falls, ja, wie diese lauten?
[Steve]

die story is echt extrem cool (geile schlacht!)
[alexander m.]

Ein Meisterwerk das auch dem Professor selbst gefallen würde. Bravo!
[Lukas Bauer]

Eine tolle Erzählung, mit viel Hintergrundwissen über Mittelerde.
[Uwe Vitz]

Eine unbeschreiblich gute Geschichte!!! Wie vom Meister selbst! Ich möchte dich ermuntern sie vielleicht noch weiter aus zu bauen oder aber weitere Geschichten zu schreiben!!! Tolkien wird uns kein weiteres Buch gönnen, leider! Aber du hast das Zeug dazu... Gib dir einen Ruck!
[Marco Kuntzsch]

Was "The bridge of Khazad Dum"angeht, wäre ich bei Dir, wenn mein PC nicht verstorben wäre. Wo finde ich ein kurze, präzise Info über den Hexenkönig von Angmar (oder den von Washington D.C.). Ok, in Klammern deplatziert. Danke für ein kostenloses Lesevergnügen.
[Andre` M. Pietroschek]

wirklich ganz tolle story - bitte mehr davon!!
[andreas]

Gut geschrieben, mein Kompliment. Name des Hexenkönigs: "El Murazor"
[Daniel Jacobsen]

Gut geschrieben, mein Kompliment. Name des Hexenkönigs: "El Murazor"
[Daniel Jacobsen]

This is an artclie that makes you think “never thought of that!”
[WTWitIusfqv]

You´re the greastet! JMHO
[nkPnaBwStVUiuo]

That´s rlealy thinking out of the box. Thanks!
[zBaZzdeHiTkI]

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Infos

 

Titel: Der Schatten von Angmar
Autor(In): Arandûr

Email:dairyu@freenet.de
Veröffentlicht: Eigene Homepage (01.01.2002)

 

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Kooperationspartner:
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