3D-Schock. Ein chaotischer Roman Rezension von Nina Horvath Mit "3D-Schock" legt Corinna John die Fortsetzung zu ihrem Debütroman "Halbsichtigkeit" vor. Erschienen ist das Werk bei Books on Demand, also in Eigenregie der jungen Autorin. Dass mit dieser noch relativ neuen Publikationsmöglichkeit die Leser erreichbar sind, beweist sie mit ihrer Nominierung für "Halbsichtigkeit" für den Deutschen Phantastik Preis. Dabei gefällt mir der neue Roman wegen des flotteren Erzählstils sogar besser! Bei "3D-Schock" trifft man auf alte Bekannte, allerdings schließt die Handlung nicht nahtlos an, weshalb sich auch ein Neueinsteiger ohne Schwierigkeiten zurecht finden dürfte. Hauptperson ist dieses Mal der Computerspezialist Rihm. Während dieser im Vorgängerband als Schüler und Ausreißer von zu Hause eine wenig bedeutende Rolle spielte, hat sich der junge Mann zu einem erfolgreichen Kleinunternehmer gemausert, der als ständiger Ledermantelträger eine Portion Coolness nicht vermissen lässt. Rihm wird entführt - und seine Freunde, allen voran Lissa und Cle, suchen nach ihm. Doch die Nachforschungen gestalten sich als äußerst schwierig. Offenbar hat man Rihm außer Landes - die Menschen leben übrigens nicht mehr in ihren Häusern, sondern in gewaltigen Gemeinschaftstürmen - gebracht. Rihm wacht indessen in Gefangenschaft auf. Man hat ihm ein Gehirnimplantat verpasst und er soll bei einem geheimen Forschungsprojekt mithelfen. Das Implantat hat geradezu erstaunliche Auswirkungen auf Rihm: Er ist von nun an unfähig, die Realität und das, was ihm sein Implantat vorgaukelt, zu unterscheiden. Er glaubt beispielsweise in einer kargen Zelle zu sitzen, obwohl es sich um ein voll eingerichtetes Zimmer handelt - er sieht eben nur, was ihn seine Entführer zu sehen gestatten. Aber das ganze beschränkt sich nicht nur auf das Sehen, sondern auch auf seine anderen Sinne. Selbst wenn er wieder in Freiheit zurückkehren kann, ist ungewiss, wie es mit ihm weitergehen soll. Hier wird es schwierig, die Handlung zu erzählen, ohne zu viel zu verraten. Jedenfalls geht die Geschichte in die nächste Phase und wie für einen Sciencefiction Roman nicht ungewöhnlich, darf man sich auf einen Abstecher in den Weltraum freuen. Ich finde an dem Roman besonders interessant, dass die technische Entwickelung in Sachen virtuelle Welt bereits so weit fortgeschritten ist, dass die Charaktere die Realität als "flach" beschreiben und damit als unzulänglich erachten. Noch ist es umgekehrt - aber wer weiß, vielleicht erweist sich die Zukunftsvision von Corinna John als prophetisch?
Eure Meinungen:
| Endlich mal neue Ideen in einem ausgelutschtem Genre [tom thunders] |
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