Die zwei Schwerter (Die Rückkehr des Dunkelelf 03) Rezension von jpk Aus der Reihe "Forgotten Realms" Die Heldenhammer Zwerge haben eine harte und bittere Zeit vor sich. Sie werden von einer riesigen Ork-Armee in ihre Bergzuflucht Mithril-Halle zurück gedrängt und selbst dort sind sie nicht mehr sicher. Denn die Eisriesen haben mit dem mächtigen Orkhäuptling, der sich selber zum König aller Orks ausgerufen hat, verbündet. Allein die Masse der Orks, die inzwischen über zehntausend Kämpfer versammelt haben, ist erschreckend. Doch mit den mächtigen Eisriesen ist selbst das bisher unbezwingbare Tor der Zwergenfeste nicht mehr sicher.Zwergenkönig Bruenor benötigt alle Hilfe, die er nur bekommen kann. Doch seine Verbündeten sind selber bedroht. Nesme wird von einer Trollarmee zerstört und die Flüchtlinge der Menschen sind weit verstreut und leichte Opfer für die Trolle. Drizzt Do´Urden, der abtrünnige Drow, hat bei einer Belagerung durch die vereinte Ork und Riesenarmee seine Freunde fallen sehen und glaubt fest an deren Tod. Allein Rache füllt nun sein Herz und er wird zu einem finsteren Jäger, der dem Orkkönig seine Beute - ein herrliches Pegasus - abnehmen will und ihn töten. Doch der Orkkönig ist weder dumm, noch leicht umzubringen und so sieht sich Drizz einem der tödlichsten Gegner gegenüber, die er in seinem langen Drow Leben gesehen hat. R. A. Salvatore hat seinen Dunkelelf und die Geschichten in den Vergessenen Reichen (Forgotten Realms) wieder aufleben lassen. Auch in dem aktuellen Band zeigt er deutlich, dass er sich in seinen alten Geschichten und Regionen der Phantastik noch sehr gut auskennt. Es scheint dem Leser fast so, als sei Drizzt nie lange weg gewesen, sondern nur mal kurz zum Pinkeln raus gegangen. Leider betrifft dies auch manch negative Aspekte, die aus den Geschichten um den Dunkelelfen schon immer Literatur für die echten Fans oder weniger anspruchsvollen Leser gemacht haben. Wenn man beispielsweise die vorliegenden Ereignisse des Buches nüchtern analysiertet, hat sich in der Hauptgeschichte nicht viel getan. Zwar haben sich Drizzt und der böse Gegner zweimal verprügelt, doch beide machen munter so weiter wie bisher. Tatsächlich hat sich auch an der Belagerungssituation in der Kerngeschichte nicht viel getan. Die Zwerge sitzen immer noch in ihrer Halle fest und nur ein kleiner Brückenkopf wurde in die freien Regionen gewonnen. Das ist eindeutig zu wenig für einen Roman mit dieser Seitenmenge und dem Anklang von militärischen Großereignissen. Selbst die Befreiung von Nesme wird mehr oder weniger in einen Nebensatz erledigt. Lediglich in einem Absatz erfahren wir, dass die große Zauberin Alustriel ein paar Feuerkugeln warf und ruckzuck ist die Trollarmee demoralisiert. Inhaltlich ist der Roman also in vielen Punkten eher arm zu nennen. Allerdings hat sich Salvatore deutlich im Schreibstil verbessert. Die flüssige Erzählung war bereits in seinen alten Romanen (sei es Forgotten Realms oder Star Wars) einer seiner großen Stärken. Inzwischen hat er dies zur Perfektion gebracht und so vermittelt er Spannung durch Stil, wo es an inhaltlich eher mangelt. Bedauerlich dass der Autor halt ebenfalls die Fähigkeit perfektioniert hat, Serienromane zu schreiben, in denen eigentlich die Geschichte kaum voran kommt, jedoch irgendwas immer passiert. Insgesamt ist aber auch dieser Band ein angenehmer Zeitvertreib, der sicherlich kaum zu den Meilensteinen der Fantasy gezählt werden kann, aber doch ausreichend Unterhaltung bietet, dass Fans ihn hoch loben und normale Leser ohne großes Bedauern kaufen können.
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