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Prime Time - Der Fernsehmanager

Limbic Entertainment; RTL Enterprises

Rezension von Reigam

Rückblick: Anfang der 90er Jahre ... 1991 um genau zu sein, zieht eine abgedrehte Simulation namens "Mad TV" die Spieler in Ihren Bann. Als Programmdirektor und Chef vom Dienst versucht man die beiden anderen TV-Konkurrenten zu übertrumpfen, fette Werbegelder zu kassieren und wenn nichts mehr geht einen kleinen "Betriebunfall" in Auftrag zu geben. "Mad TV" und sein Nachfolger nehmen sich dabei selbst nicht allzu ernst und würzen das trockene Wirtschaftssim.-Genre mit Humor und zynischer Ironie. Kurz gesagt KULTIG!
15 Jahre später könnte "Prime Time" diese Tradition fortzusetzen, RTL Enterprises eine 100prozentige Tochter des Medienriesen "RTL interactive GmbH" ist für den Vertrieb des Spiels verantwortlich. Angesichts eigener TV Sender wie RTL, RTL II, VOX, n-tv, Traumpartner TV und MTV sind die Erwartungen an das Spiel "Prime Time" sehr hoch, schließlich sind die Jungs und Mädels vom Fach, ergo sollte hier TV-technisch schon ein kleiner Meilenstein entstehen. Die technische Umsetzung wurde von der Firma Limbic Entertainment realisiert, ebenfalls keine Unbekannten in der Medien Landschaft.

Los geht´s!
Wir beginnen unseren ersten Arbeitstag als neuer Programmdirektor Punkt 18:00 in einen tristen Bürogebäude, ja ja beim Fernsehen gehen die Uhren eben etwas anderes, hier wird von 18:00 bis 01:00 nachts gearbeitet. Zum Glück steht die Zeit innerhalb des Gebäudes still, so haben wir reichlich Gelegenheit unseren Terminplaner zu checken, einen Blick ins eigenen Büro zu werfen und erst dann ganz gemütlich unseren Chef den Herrn Intendanten zu begrüßen. Das Fernsehprogramm für die erste Woche ist auch schon fertig, bleibt also etwas Zeit vor die Tür zu gehen und sich ein wenig das kleine Städtchen, unser Sendegebiet, anzuschauen.
Durch die Stadt bewegt man sich mittels praktischer Quicklinks direkt zu den wichtigen, weil interaktiven, Gebäuden, alternativ könnte man auch den Bildschirm scrollen, doch später wenn die Zeit knapper wird, dann sind die besagten "Sprungpunkte" eine echte Erleichterung. Denn draußen in der Welt, also immer wenn wir unser eigenes Sende/Bürogebäude verlassen vergeht die Zeit wie im Fluge, erst wenn wir ein anderes Gebäude betreten stoppt die Uhr wieder und wir können uns Zeit lassen.

Die wichtigsten Gebäude sind: Die Bank, die Drehbuchagentur, die Filmbörse, Sportstadion, Konzerthalle, Marktforschung, Medienaufsicht, das Rathaus, eine Werbeagentur und die nicht betretbaren Sendeanstalten der 3 Konkurrenten.
Nicht alle diese Locations stehen am Anfang zur Verfügung, sondern werden nach und nach ins Spiel eingefügt, durchaus geschickt gemacht, so wird man als Spieler nicht "erschlagen" sondern in einer langsam ansteigenden Lernkurve an alle Möglichkeiten des Programms heran geführt.
Das eigene Senderhauptgebäude beinhaltet: die Empfangshalle, das Filmarchiv, die Nachrichtenzentrale, den Regieraum mit Programmplaner, das eigene Büro und das Allerheiligste... das Intendantenzimmer.
Analog zur Stadt sind auch hier nicht alle Optionen sofort freigeschaltet, sondern müssen von uns zunächst gebaut/gekauft werden. Neben dem eigentlichen Sendergebäude steht uns anfangs noch ein kleines Produktionsstudio zur Verfügung, hier produzieren wir eigene Shows, Filme, Serien oder Nachrichtensendungen. Diese Studios können ausgebaut werden, was ziemlich viel Kohle kostet, im späteren Spielverlauf können wir sogar zusätzliche Studios, für große Produktionen, bauen und ausstatten. Ein paar nicht begehbare Nebengebäude wie Sendeanlage, Notstromaggregat und eine Kantine runden die Zahl der rund 20 aktiven Spielorte ab.

Nachdem nun das Umfeld abgeklärt ist, gehen wir doch mal ans Eingemachte, wie spielt sich der Titel "Prime Time"?
Zunächst einmal sehr gemächlich und fast schon, durch die ständig gleichen Abläufe, ein wenig langweilig. Das Programm der ersten Woche ist bereits geplant, bis zum Freitag, dem Termin für die Planung der nächsten Woche, ist es noch ein langer Weg, man pendelt relaxt zwischen Werbeagentur, Filmbörse und Programmplaner. Geld scheffeln bedeutet in diesem Spiel Werbe-Quoten erfüllen, in der Werbeagentur nehmen wir den Auftrag an z.B. 3 Spots bei mindestens 10% Quote innerhalb eines Spielfilms zu platzieren. Das Problem dabei ist, die Spots müssen natürlich vor Sendebeginn des Films eingetragen werden, entpuppt sich unser vermeintlicher TOP-Hit als Quotenschreck, haben wir leider versagt und müssen erneut versuchen die Werbespots passend einzuplanen. Eigentlich keine Riesensache, erschwert wird das Ganze, gerade am Anfang, jedoch durch die Tatsache dass man keine Referenzzahlen hat und somit mehr oder weniger auf Verdacht die Werbung festlegt. Hat man sich und seinen Sender überschätzt und es gelingt nicht innerhalb des Zeitrahmens von 14 Tagen die geforderten Quoten zu bringen hagelt es eine saftige Konventionalstrafe, gelingt es hingegen den Vertrag zu erfüllen, ergießt sich ein warmer Regen in unsere Kasse. Diesen Vorgang beschreibe ich so intensiv weil es im Spiel die zentrale Möglichkeit ist Geld zu verdienen, es geht immer darum eine hohe Quote = viele Zuschauer zu haben, um damit erfolgreich Werbung zu verkaufen. Nur so kommt Geld für Umbauten, Produktionen, Gehälter, Filmkäufe u.s.w. rein, eine "echte" Wirtschaftssimulation, oder wie es RTL Enterprises vollmundig nennt "PC-Lifesim"

Ungeduldige Naturen und Fans von Mad TV werden sich sicher so langsam fragen "und wo bleibt der Spaß, die coolen Sabotakeakte?"
Klare Antwort "auf der Strecke!"
Prime Time ist erwachsen geworden, besser gesagt war wohl nie als Nachfolger geplant und ist entsprechend "trocken und nüchtern", keine Fun-Simulation Welche sich selbst nicht ernst nimmt, sondern eine halbwegs realistische Fernseh-Manager-Simulation. Was bedeutet der Spaß ... besser der Klamauk geht, was bleibt?

Hochs und Tiefs
"Prime Time" ist ein ziemlicher Stundenräuber, auch wenn es anfangs nicht so aussieht, mit steigender Spieldauer gibt es immer mehr zu tun. Es müssen zusätzliche Leute gesucht und eingestellt werden, man kümmert sich um die Produktion großer, abendfüllender Filme, nimmt an Versteigerungen teil, schaltet bei Bedarf Live-Sonderberichte und überträgt Sportveranstaltungen und Rockkonzerte live. Eine gut funktionierende, allerdings in den ersten zwei von drei Schwierigkeitsgraden nicht allzu schwere, Wirtschaftssimulation. Die Mischung aus Runden ähnlichen Abläufen (endlos viel Zeit in Gebäuden) und Echtzeit (in der Stadt) ist gut ausbalanciert und passt einfach perfekt zum Spiel.

Leider ziehen die Technik und das Ambiente/die Atmosphäre das Spiel wieder hinab in die mittleren Wertungsebenen.

Die Technik,
weil "Prime Time" sehr spartanisch daher kommt. Die begehbaren Gebäude = die aktiven Punkte, sind reine Standbilder, keine Animationen nicht einmal besonders schön gezeichnet. Sicher die Grafik ist bei Simulationen oft nur Mittel zum Zweck, doch wo steht geschrieben dass ein Spiel nicht trotzdem schön aussehen darf?
Auch abseits der Gebäude wird wenig geboten, die Stadt macht keinen sehr lebendigen Eindruck, klickt man sich in die Häuser hinein, um die Zuschauer Reaktion zu erleben, wird man mit ein paar simpel Animationen abgespeist. Die gerade laufenden Filme werden nur als Text gezeigt, der Programmplaner erinnert an eine formlose Excel-Tabelle, die Musik dudelt sinnfrei im Hintergrund.

Ja es funktioniert alles und ja das Programm lässt sich trotz der relativen Komplexität gut bedienen, aber es stellt sich nie das Gefühl ein "hey ich BIN der Programmdirektor" sondern immer nur "na dann wollen wir mal das Programm bedienen".

Das Umfeld,
hier hatte ich erwartet dass RTL seine eigenen Serien und Titel besonders "sponsert", doch zu meiner Überraschung, verwendet das Spiel "Prime Time" gar keine Original-Titel! Nicht einmal ähnlich klingende ... man hantiert mit Phantasie Gebilden, was eine "intuitive" Einschätzung fast unmöglich macht, lediglich der Wert eines Films lässt gewisse Rückschlüsse auf seine Qualität und damit auf die zu erwartende Quote zu. Hier wird meiner Meinung nach enorm viel Potenzial verschenkt, ähnlich einem Fußball-Manager Welcher nicht mit den Original Vereinsnamen aufwarten kann. Da dem Programm "Prime Time" kein Editor beiliegt, kann dieser Mangel vom Spieler nicht behoben werden, entsprechend sind auch keine Fan-Mods oder ähnliches zu erwarten.

Fazit:
Ehrlich gesagt bin ich schon ein wenig enttäuscht. Nicht weil "Prime Time" kein neues "Mad TV" ist, mit einer anspruchsvollen "ernsten" Simulation könnte ich sehr gut leben, es muss nicht unbedingt alles auf witzig getrimmt sein. Der wirtschaftliche Teil des Titels funktioniert ohne Probleme, das Programm sorgt für viele durchaus spannende und unterhaltsame Stunden vor dem Monitor. Man freut sich wenn es gelingt "so eben gerade noch" die geforderte Quote zu bringen und ärgert sich wenn nur 13,9 statt der geforderten 14% unser Programm gesehen haben.

Was mir fehlt ist das Ambiente, diese besondere Stimmung, Welche ein gut funktionierendes Programm von einem wirklich guten Programm unterscheidet. Hier kann "Prime Time" leider nicht punkten, der Funke springt (für mich) einfach nicht über, es fehlt das besondere Etwas, was mich zum weiterspielen animiert, nur einfach mehr Geld scheffeln ist mir auf lange Sicht nicht Anreiz genug.

Für alle Fans des Genres, die sich aus dem Umfeld nicht viel machen sondern auf der Suche nach einer gut spielbaren und fairen Wirtschafts-Simulation sind, sicherlich ein guter Titel und ehrlich kein Fehlkauf. Wer jedoch neben der Spielbarkeit und der Berechnungs-Routinen im Hintergrund, etwas mehr Flair und optische / akustische Reize haben möchte, sollte diesen Titel vor dem Kauf erst einmal Probe spielen.

USK Einstufung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG

Systemvoraussetzungen
Minimal:
* Windows 98SE, 2000 , XP
* Pentium 3 Prozessor ab 800MHz oder ähnlich
* 512 MB Arbeitsspeicher
* 64 MB Grafikkarte
* DirectX-8.1 oder höher
* 8-fach CDROM-Laufwerk
* Soundblaster-kompatible Soundkarte mit DirectX-Support
* Microsoft-kompatible Maus

Empfohlen:
* Windows 98SE, 2000, XP
* Pentium 4 Prozessor ab 1,5GHz oder ähnlich
* 1024 MB Arbeitsspeicher
* 128 MB Grafikkarte
* DirectX-9 oder höher
* 16-fach CDROM-Laufwerk
* Soundblaster-kompatible Soundkarte mit DirectX-Support
* Microsoft-kompatible Maus


Screenshots:
Prime Time - Der Fernsehmanager (PC)

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Copyrights Screens by Limbic Entertainment

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Patch: Zu diesem Titel bieten wir im X-Zine den Patch (V1.03-ca.8MB) zum Download an! bitte hier klicken.

Datenbank:0.0007 Webservice:0.0899 Querverweise:0.0999 Infos:0.0005 Verlag,Serie:0.0005 Cover:0.0000 Meinungen:0.0005 Rezi:0.0001 Kompett:0.1921

 

Wertung

 

Gesamt:

(Mittel)

Schwierigkeit:

(Verständlich)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Gewaltfrei)

Grafik:

(Geht so)

Sound:

(Geht so)

Spieltiefe:

(Gut)

Steuerung:

(Gut)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

eine kleine Stadt, irgendwo in Deutschland

Zeit:

Gegenwart

Autor:

Limbic Entertainment

Verlag:

ELECTRONIC ARTS

Erschienen:

Apr. 2006

Kritiker:

Reigam

Typ:

Computerspiel

 

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