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Die Rückkehr der Orks

Peinkofer, Michael

Rezension von Hyndara

Eigentlich hatten die beiden Brüder Balbok und Rammar sich ihre Heimkehr nach der vernichtenden Niederlage gegen die verfeindeten Gnome anders vorgestellt, aus der sie als einzige Überlebende zu ihrem Bolboug zurückkehren. Doch ihr Häuptling, Graishak, ist nicht sehr von ihrem Auftauchen begeistert, zumal die Brüder es versäumt haben, den Kopf ihres Truppenführers mitzubringen. Unter wüsten Drohungen werden Balbok und Rammar wieder fortgejagt -diesmal allerdings mit einem Auftrag: Sie sollen den gestohlenen Kopf von Girgas wiederbeschaffen.

Leider gelingt nicht alles so, wie die beiden es sich vorgestellt haben. Und ehe sie sich versehen, finden sie sich in einer gewaltigen Schlacht wieder, deren Ende einen Neuanfang oder das Ende ihrer Welt bedeuten könnte ...

Michael Peinkofer dürfte den Lesern eigentlich mehr als Thrillerautor ein Begriff sein, ein Metier, das ihm zusteht und das er auch beherrscht. Nun, ob die Idee von ihm stammt oder ob der Piper-Verlag da das eine oder andere mitzusprechen hatte, jetzt ist er auf jeden Fall der Autor des neuen Fantasy-Epos über die unverstandensten Geschöpfe seit Tolkiens „Herrn der Ringe“: die Orks.

Schon Stan Nicolls versuchte sich an diesem Stoff, mit einigem Erfolg, wie man der Neuauflage seines Romans entnehmen kann. Peinkofers Ansatz ist etwas anders, wie es auch nicht anders zu erwarten war. Ob dieses Buch allerdings eine Neuauflage erwarten läßt, das wird die Zeit zeigen.

Was aber erwartet den Leser? Nun, zunächst einmal zwei skurile Figuren, die im Verlauf des Romans immer mehr an ein großes Komikerduo aus den frühen Tagen des Films erinnern. Auch hier wettert der eine über den anderen, während dieser (erstaunlicherweise) meist eine Lösung ihres Problems zur Hand hat - was sein großer feister Bruder zumeist unter dem eigenen Mist schaufeln möchte.

Orks sind einfach gestrickt, daran besteht kein Zweifel - zumindest in den Erwartungshaltungen des unbedarften Publikums. Rollenspielsysteme ohne Ende zeichnen diese Figuren als tumbe Haudraufs, die kaum oder gar fähig zu sein scheinen, große Probleme zu wälzen, ohne gleich mit Keule (oder respektive Axt) zuzuschlagen. Holzhammermethode eben.

Tolkiens Orks sind in der Masse gesehen auch tumb und nicht gerade friedliebend, dennoch sticht aus seinem Werk der eine oder andere hervor, der doch weiterzudenken scheint - oder es vielleicht sogar tut. Natürlich sind dies zumeist Kreuzungen zwischen Ork und Mensch, die denn doch etwas mehr Intelligenz mitbekommen haben von zumindest einer Seite ihrer Eltern. Aber man sollte auch nicht den Hintergrund vergessen, den Tolkien seinen Schöpfungen mit auf den Weg gab. Orks sind mit den Elfen verwandt und möglicherweise doch nicht ganz so blöd, wie sie üblicherweise immer dargestellt werden. Aber lassen wir diese Diskussion.

Peinkofers Figuren, abgesehen von Balbok und Rammar, kochen mehr oder weniger ständig ihr eigenes Süppchen, teilweise sehr zum Schaden der beiden Orks. Daß auch deren Rechnung meist nicht wirklich aufgeht, liegt sehr oft an den beiden Brüdern und ihrer - sagen wir, schlagkräftigen Logik. Interessant ist hier vor allem, daß die Elfen einmal anders dargestellt werden als üblich: selbstsüchtig und dünkelhaft. Eben so, wie viele es schon immer vermuteten.

Die Handlung des Romans gibt leider nicht viel Neues wider: Eine Queste, die sich im Verlauf immer mehr wandelt und zu einem Geheimnis führt, welches Jahrhundertelang sorgsam gehütet wurde, und das nun, durch die tatkräftige Unterstützung von Balbok und Rammar, offengelegt wird. Eine Prophezeiung, die sich erfüllt - wenn auch nicht so, wie manche es sich wünschten.

Abgesehen von den wirklich amüsanten Diskussionen der beiden Brüder (oder später zwischen ihnen und dem Kopfgeldjäger Corwyn) bietet der Roman leider nicht viel neues. Die Figuren bewegen sich zu oft auf eingefahrenen Gleisen, die Handlung nimmt stingend zu, selbst Knalleffekte können nicht viel reißen. Mehrmals während der Lektüre befiel mich zudem der vage Verdacht, ob der Autor seine Geschichte denn auch wirklich ernst nahm, denn Slapstick und üble Scherze nehmen oftmals doch etwas zu sehr überhand.

Leider kein Roman, der aus der Masse heraussticht, eher einer, der wieder einmal die Klischees bestätigt, die allzuoft von Kritikern der Fantasy vorgebracht werden. Schade.

Herstellerinfo:
Die Orks kehren zurück! Bestellerautor Michael Peinkofer erweckt Mittelerdes wildeste Geschöpfe zum Leben und schildert die faszinierenden Abenteuer von Balbok und Rammar, zwei „echten Orks aus Tod und Horn“. Obwohl sie eigentlich nur nach Art guter Orks dem Chaos dienen wollen, geraten die ungleichen Brüder in die Welt der Sterblichen und ziehen von den düsteren Wäldern der Modermark bis in das ewige Eis der Weißen Wüste. Sie kämpfen gegen Ghule und Riesenspinnen und decken ein tödliches Geheimnis auf, bis es vor den Toren der versunkenen Stadt Tirgas Lan zwischen dem Elfenheer und der geballten Macht der Orks zu einem gnadenlosen Showdown kommt. Dieser Roman beweist, daß Orks zwar vierschrötige Ungeheuer, aber auch erfindungsreiche und außerordentlich gewitzte Burschen sind.

Ein Muß für alle Ork-Fans - atemberaubend spannend und gleichzeitig voller Witz und Tempo.

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Wertung

 

Gesamt:

(Mittel)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Erdwelt

Autor:

Peinkofer, Michael

Verlag:

Piper, München

Erschienen:

Mar. 2006

Kritiker:

Hyndara

ISBN:

3-492-70117-5

ISBN(13):

978-3-4927-011-4

EAN:

9783492701174

Typ:

Taschenbuch

 

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