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Manila

Garland, Alex

Rezension von Michael Matzer

Der Roman besteht aus drei Hauptteilen, die miteinander verwoben sind. Der Anfang taucht am rande immer wieder auf. Ein britischer Matrose namens Sean wartet in einem schäbigen Hotel in Manila auf einen Drogenboss, Don Pepe. Beim Betrachten des zugewiesenen Zimmers enthüllt es sich ihm als eine Todesfalle: Blutflecken im Bett, Gitter vor den Fenstern. Als Don Pepe eintrifft, wird er von dem in Panik geratenen Sean erschossen, ebenso wie einer seiner Männer. Sean haut ab, verfolgt von zwei weiteren Männern Pepes, rennt durch die Elendsviertel, fällt in die Abwasserkanalisation und landet schließlich in einem der besseren Viertel – Blüten liegen wie unschuldiger Schnee auf den Straßen.

Hier wohnt Rosa mit ihren zwei Kindern und ihrer Mutter Corazon. Ihr Mann Sonny ist auf dem Weg vom Büro nach Hause mit einem Platten liegengeblieben. Rosa stammt aus einem Provinznest an der Küste. Dort hatten die Mädchen einen Abzählreim von einem schwarzen Hund, der einen nach sieben Opfern holen kommt. Nach einer schicksalhaften Nacht verläßt Rosa ihre Jugendliebe Lito und ihre Familie, um in die Großstadt zu ziehen. Nun, Jahre später, stürmt ein verdreckter Engländer in ihre Küche. Ihre Mutter wird erschossen, sie selbst als Geisel genommen.

Die zwei Straßenjungen, die Sonny zu seinem Platten verholfen haben, folgen den Verfolgern Seans, denn nur so sind sie aus der Schußlinie. So erleben sie den blutigen Showdown in Rosas Küche. Sean stirbt, Rosa überlebt in einer Lache voll Blut. Sonny kommt nach Hause, die Killer verschwinden ebenso wie die Straßenjungen. Ein weiterer Tag in Manila ist vorüber.

Dies ist lediglich die vordergründige Handlung. Sie allein sorgt schon dafür, daß der Leser das Buch nicht aus der Hand legt. Hinzukommt aber noch die Tiefe und Originalität, mit der die einzelnen Hauptfiguren (und zwar alle) dargestellt werden. So wird der Eindruck von Authentizität erweckt; man glaubt, der Autor müsse vor Ort gewesen sein, so echt und intensiv liest sich die Erzählung.

Es sind verflochtene Erzählungen von Rettung um einen hohen Preis, von den Ausgestoßenen und den Verlorenen. Sie alle nimmt die Großstadt in ihrer Anonymität auf. Selbst ein angehender Psychologe kann keine Gründe dafür finden, wieso die Menschen in Manila scheitern. Alfredo bezahlt dafür, die Tag- und Alpträume der Straßenjungen zu hören und aufzunehmen. Doch nur wenig fehlt, und er würde sich selbst aus dem Penthouse seines Hochhauses stürzen. Nicht wegen der Geschichten, sondern weil er so einsam und unglücklich ist – im Tagalog sind diese Wörter gleichbedeutend.

Der Tesserakt, so lautet der Titel des Originals. Dies, so der Autor, sei eine zugleich drei- und vierdimensionale geometrische Figur, ein Hyperkubus. Wenn die drei Geschichtenkomplexe drei Dimensionen der Wahrheit sind, so befindet sich die vierte Dimension im Kopf des Lesers. Sicherlich eine wahrscheinliche Hoffnung des Autors.

Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung von Michael Matzer. Neben seiner Arbeit in der Welt der Datenverarbeitung schreibt Micheal Matzer professionell Rezensionen im Bereich der phantastischen Medien.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(keine Angabe)

Spannung:

(keine Angabe)

Brutalität:

(keine Angabe)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Garland, Alex

Verlag:

Goldmann, München

Erschienen:

Dez. 2002

Kritiker:

Michael Matzer

ISBN:

3-442-30706-6

ISBN(13):

978-3-4423-070-7

EAN:

9783442307067

Typ:

Hardcover

 

Alex Garland

 

Der 1970 geborene, britische Autor Alex Garland lieferte mit seinem Aussteiger-Roman "Der Strand die Vorlage zu dem erfolgreichen DiCaprio-Film "The Beach". Doch wesentlich stilvoller sind die verwobenen Erzählungen in dem Nachfolgeroman "Manila" ("Tesseract"). Garland lebt in London, wo sonst.
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