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Satan der Rache

Margheriti, Antonio (Regie); Kinski, Klaus; Carsten, Peter; Cantafora, Antonio

Rezension von Thomas Wagner

Zehn Jahre seines Lebens hat Gary Hamilton (Klaus Kinski) unschuldig in einem Arbeitslager verbracht. Während des amerikanischen Bürgerkriegs hatte sein damaliger Freund Dick Acombar (Peter Carsten) einen Geldtransport überfallen, die Begleitmannschaft ermordet und der Armee Hamilton als Schuldigen präsentiert. Als dieser schließlich eines Tages überraschend begnadigt wird, hat seinen Leben nur noch einen Sinn: Er will sich an Acombar, der inzwischen auf einer luxuriösen Ranch residiert und wie ein Fürst über die nahegelegene kleine Stadt herrscht, für das erlittene Unrecht rächen. Als ein Tornado heranzieht, macht sich Hamilton auf den Weg und beginnt in sturmdurchpeitschter Nacht seinen blutigen Rachefeldzug...

Der italienische Regisseur Antonio Margheriti (der auch hier wieder unter seinem Pseudonym Anthony M. Dawson firmierte) drehte „Satan der Rache“ 1969 und hinterließ damit ein besonders bizarres Kapitel im weiten Feld des Italowesterns. Ein auf den ersten Blick typischer Allerwelts-Western-Plot geriet in den Händen des Horrorspezialisten Margheriti zu einem düster-dräuenden Rachemärchen, das nicht mehr viel mit den üblichen Bildern vom Wilden Westen gemein hatte. Antonio Margheriti - nach Mario Bava und Riccardo Freda der sicherlich wichtigste Regisseur der „Goldenen Ära“ des italienischen Horrorfilms – ließ hier seiner Vorliebe für gotische Stilmittel und unheimliche Stimmungsmalerei freien Lauf und erschuf eine seltene Hybride des Genreskinos, den definitiven Gothic Horror Western: Gary Hamilton (von dem hier sehr glaubwürdig und beherrscht agierenden Klaus Kinski dargestellt) fällt wie ein rächender Geist aus dem Jenseits in Acombars Reich ein und sucht im Schutz der Nacht, der Schatten und verborgener Katakomben die Schuldigen heim. Währenddessen tobt der Sturm, Blitze zucken, Donner grollt und das hysterische Knarren von Türen und Fensterläden verbindet sich mit dem montonen Geläute einer Kirchenglocke zu einem enervierenden Konzert des Grauens und der Angst. Visuell überzeugt der Film mit einer sehr stimmungsvollen Ausleuchtung und innovativer Kameraführung. Effektiv verstärkt wird diese geradezu überirdische Atmosphäre noch von der Filmmusik des horrorerprobten Carlo Savina.

In „Satan der Rache“ verbindet sich die zynisch-nihilistische Philosophie des Italowesterns mit dem Prinzip der Auflösung sicherer Strukturen, wie es für den gotischen Horror typisch ist. So wird – obwohl Hamilton dies eigentlich gar nicht will – nicht nur der Schuldige Acombar mit seinen Helfern Opfer der Rache, sondern zugleich auch noch dessen Frau und Sohn. Am Ende ist der Niedergang der Familie komplett, das Haus Usher läßt grüßen und die Flammen verschlingen das, was noch übrig ist. Und da dies eben ein italienischer und kein amerikanischer Western ist, gibt es auch kein Happy End für den siegreichen Gary Hamilton. Der Originaltitel von „Satan der Rache“ ist ein Bibelzitat und lautet „E dio disse a Caino“, was nichts anderes bedeutet als „Und Gott sprach zu Kain“. Kain der Brudermörder wird von Gott verstoßen. Auch Gary Hamilton kann mit all dem Blut an seinen Händen nicht mehr gut unter den Menschen leben und so reitet er davon, einem ungewissen Schicksal entgegen, einsam und ausgestoßen.

Kennern klassischen Italohorrors dürfte „Satan der Rache“ zwar schon längst ein Begriff sein, daß dieser kleine Genremeilenstein nun aber endlich auch als ansprechende DVD vorliegt, ist schon ein Grund zum Jubeln. Bei Westernpuristen mag der Film vielleicht auf wenig Liebe stoßen, wer jedoch ein Herz für atmosphärisches Horrorkino und keine Berührungsängste vor einem ungewöhnlichen Genremix hat, wird hier durchaus auf seine Kosten kommen.

Zur DVD-Umsetzung:
Die DVD von e-m-s präsentiert diesen Klassiker erfreulicherweise in der restaurierten Originalversion mit 96 Minuten Laufzeit (die damalige deutsche Kinofassung wurde um runde 6 Minuten gekürzt). Die Bildqualität (Widescreen 1.85: 1 anamorph) ist recht ordentlich ausgefallen. Gelegentlich treten zwar Verschmutzungen und Kratzer auf, allerdings halten sich diese altersbedingten Mängel in Grenzen. Leider ist das Bildformat 1.85:1 in diesem Fall verkehrt; korrekt wäre 2.35:1 gewesen, doch ließ sich wohl kein korrektes Master des Films mehr auftreiben. Dieses Manko läßt sich allerdings verschmerzen, denn in keiner Szene wirkt das Bild störend abgeschnitten und wichtige Bildinformationen scheinen nicht verlorengegangen zu sein. Dem Ton (DD 2.0 in Deutsch und Italienisch, deutsche Untertitel sind einblendbar) merkt man das Alter zwar an, extreme Verzerrungen oder Störungen sind jedoch nicht vorhanden. Der Bonusteil umfaßt den deutschen Trailer, Bio- und Filmographien zu Klaus Kinski und Antonio Margheriti sowie eine sehr schöne, umfangreiche Bildergalerie. Erwähnenswert ist auch die liebevolle Aufmachung der DVD: Das Amaray-Case steckt in einem schön gestalteten Pappschuber (Artwork von Schuber und Case-Cover sind unterschiedlich gestaltet), außerdem liegt noch ein vierseitiges Booklet mit einem kurzen Infotext bei.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Unterhaltsam)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Vertretbar)

Ton:

(Mittel)

Bild:

(Gut)

Menüs:

(Gut)

Ausstattung:

(Gut)

 

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Infos Antonio Margheriti:
Biographie von Antonio Margheriti (Regie)
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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Italien

Zeit:

1969

Autor:

Margheriti, Antonio

Verlag:

EMS

Erschienen:

Nov. 2005

Kritiker:

Thomas Wagner

Typ:

DVD

 

Antonio Margheriti

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