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Vom Gelben Felsen

Leutkart, Christine

Rezension von jpk

Wenn man den Parkplatz des Mühlheimer Friedhofs mit der Gallus Kapelle verlässt und die Mühlheimer Höhle passiert hat, dann kommt der muntere Wanderer recht schnell zu dem Aussichtspunkt, der den Namen "Gelber Fels" trägt. Von dort aus kann man auf die meandernde Donautal blicken und sieht den unten liegenden Wanderpfad, der vorbei in der Nähe der Kolbinger Höhle zur Rückkehr einlädt. Ein wunderschöner Platz, der den überspannten Journalisten Leo Mannski einen Seufzer der Bewunderung entreißt. Nicht so Sandra Lachner. Die junge Lehrerin ist ausgestiegen und verdient sich ein Zubrot als Wanderführerin und wandernde Lexikon lokaler Begebenheiten und Besonderheiten. Letzere hat Mühlheim und Umgebung an der schönen Donau wirklich genug zu bieten. Schöne Landschaft, besondere Plätze, alte Sehenswürdigkeiten und skurrile und merkwürdige Personen. Doch die Führerin durch das Lokalkolorit weiß noch mehr als sie offen zugibt. So wird sie zur wichtigsten Informationsquelle für Leo Mannski betreffend eines Mordes, der knapp ein Jahr zuvor das ruhige Städtchen erschütterte. Vorbei ist es mit dem Ausspannen und dem Ziel in aller Ruhe ein Buch zu schreiben. Der journalistische Instinkt treibt Leo voran und über so manche Anhöhe. Dabei wird er selber emotional immer tiefer in das Netzwerk der Lügen, Lieben und Intrigen des kleinen Ortes hinein gezogen.

Die Autorin Christine Leutkart stellte am Donnerstag den 02.06.2005 ab 20 Uhr ihren Mühlheimern in einer Lesung im Gasthaus „Hirschen“ den Roman vor. Spätestens hier wird wohl deutlich geworden sein, wie sehr sowohl autobiographisches (die Autorin ist selbständige Kunsttherapeutin) wie auch bekannte oder weniger bekannte reale Personen und Ereignisse in den Roman enthalten sind. Ihr Romandebut wurde von ihrer Arbeit als Mit-Autorin und Herausgeberin zweier Sachbücher zur und für die Kunsttherapie flankiert.

Nicht der Mord und auch nicht die Aufklärung des Verbrechens sind die zentralen Elemente des Romans, der trotzdem sich am ehestens in die Kategorie der Kriminalromane mit regionalen Schwerpunkt einordnen lässt. Die Protagonisten, genauer noch deren Gefühszustände und emotionalen Schwankungen, sind die Kernstücke des Buches. Ihnen wird auch in alltäglichen Problemen wie dem Generationskonflikt ein breiter Raum zugemessen und oft gerät das eigentliche Wesen eines Krimis darin verloren. Dabei hat der Mord durchaus Motiv und Raffinesse zu bieten und die Auflösung ist weder trivial noch leicht in ihren Konsequenzen zu sehen. Aber die schwankenden Gefühlswallungen der träumerischen Sandra Lachner und des teils verliebten, teils brünftigen, teils journalistisch nüchtenden Leo Mannski prägen den Roman zutiefst.

Echte Dramatik und Spannung kommt in dem Buch kaum auf. Melodramatisch wird es durchaus, aber einen Thrill sucht man vergebens. Dafür wird man mit lokalem Wissen und auch mit lokalen Humor bedacht, so dass jeder eine gewisse Sehnsucht und Neugier auf das Mühlheimer Donautal entwickeln wird.

Insgesamt ist es ein solides Debut, dessen Längen die Freunde des Hardboiled Krimis zu Tode langeweilen werden, aber wer regionales Kolorit gemischt mit fast zu realistischen Liebesproblemen neben einer Kriminalstory zu schätzen weiß, der sieht auch gerne über die kleineren Schwächen hinweg, den jedes Romandebut mit sich bringt.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Reiselektüre)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos Christine Leutkart:
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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Deutschland, Mühlheim, Donau

Zeit:

1990er

Autor:

Leutkart, Christine

Verlag:

Dietrich (Maximilian)

Erschienen:

Jun. 2005

Kritiker:

jpk

ISBN:

3-871-64151-0

ISBN(13):

978-3-8716-415-10

EAN:

97838716415110

Typ:

Taschenbuch

 

Christine Leutkart

 

Christine Leutkart ist als Kunsttherapeutin in einem Mühlheimer Vorort (Donau) tätig und war vor ihrem Romandebut "Vom Gelben Felsen" an zwei Sachbüchern im Bereich der Kunsttherapie beteiligt [mehr]

 

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