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Perry Rhodan: Die Dritte Macht - Sammelkartenspiel

Fantasy Productions

Rezension von Thomas Pichler
Aus der Reihe "Perry Rhodan"

Das Sammelkartenspiel zur bekannten deutschsprachigen Science Fiction Romanserie Perry Rhodan wurde ursprünglich 1996 von Fantasy Productions herausgebracht, jedoch nach etwa zwei Jahren wieder eingestellt. Inzwischen wurden die Rechte am Sammelkartenspiel sowie die Lizenz vom Pabel Moewig Verlag durch die Between the Stars GmbH erworben und das Spiel wiederbelebt.
Diese vertreibt nunmehr auch die vorhandenen Bestände der ursprünglich 1998 von FanPro produzierten unlimitierten, dritten Auflage des Basissets Die Dritte Macht, und plant, diese bei Bedarf auch nachzudrucken.

Der erste Kontakt mit dem Spiel ist ein wenig Angst einflößend. Das Regelwerk ist für ein Sammelkartenspiel verhältnismäßig umfangreich, die Karten sind auf den ersten Blick durch viele Symbole und spielrelevante Kartentexte ein wenig verwirrend. Erschwerend kommt noch hinzu, dass das gedruckte Regelwerk aus FanPro-Zeiten etwas unübersichtlich ist; das von BTS online zur Verfügung gestellte Gesamtregelwerk ist als übersichtlichere Alternative sicherlich zu empfehlen.

Der Grund für die Komplexität ist leicht auszumachen. Das Spiel bemüht sich, Handlungsstränge der Romanserie möglichst originalgetreu umzusetzen. Fans der (ganz) frühen Perry-Rhodan-Serie werden um Sammelkartenspiel viele vergessene Details wiederfinden. Das Spiel hält sich um einiges stärker an die Heftromane als es zum Beispiel die Silberbände tun.
Das Spiel ist dabei in mehrere Phasen unterteilt, wobei das Basisset die ersten drei Phasen enthält. Jede Phase entspricht einem Handlungsstrang der Romane und hat eine diese reflektierende Siegbedingung. In einem Kampagnenspiel über mehrere Phasen muss die Siegbedingung einer Phase durch einen Spieler erfüllt werden, ehe ein Phasenwechsel in die nächste Spielphase erfolgt. Der größte Nachteil dieser Siegbedingungen ist dabei, dass sie für Spieler, die keine Perry-Rhodan-Vorbildung haben, reichlich aus der Luft gegriffen und sogar widersinnig wirken können.

Ein weiterer Nebeneffekt der Komplexität des Spiels ist, dass man mit nur einem Starter pro Person nicht ein Mal ein Testspiel wagen kann - dafür reicht die Anzahl gewisser Grundkarten, die in einem Starter enthalten sind, nicht aus. Drei Starter pro Person dürfte wohl das untere Limit sein, um sich wenigstens an Phase I wagen zu können.

Im Spiel kontrolliert jeder der im Idealfall zwei bis drei Spieler sowohl die Pro- als auch Anti-Seite, was eigentlich sehr sprechende Kürzel sind. Pro steht für die Protagonisten rund um Perry Rhodan, Anti für diverse Antagonisten, die die Bemühungen der (gegnerischen) Protagonisten stören.
Viele Karten können dabei wahlweise auf einer der beiden Seiten eingesetzt werden, wie zum Beispiel viele Orte oder Ausrüstungsgegenstände. Um eine Karte ausspielen zu können, müssen gewisse Bedingungen erfüllt sein, die durch Symbole und Zusatztexte angegeben werden. Das Spiel gibt einem dabei durchaus das Gefühl, teils Aufbaustrategiespiel zu sein, was es auch und gerade für Spieler interessant machen kann, denen bekanntere Sammelkartenspiele zu oberflächlich sind.

Die Interaktion mit dem Aufbauspiel des oder der Anderen geschieht zum einen durch gewisse Ereigniskarten, vor allem aber durch Missionen, von denen man pro eigenem Zug zumeist nur eine durchführen darf. Nur bei Offensivmissionen, in denen man entweder mit der eigenen Pro- oder Anti-Seite eine gegnerische Anti- respektive Pro-Seite angreift, kommt es dabei zu wirklich intensiver Interaktion. Dennoch, oder wohl gerade deswegen, sind diese Missionen ein extrem wichtiger Teil des Spiels, den wirklich zu beherrschen wohl einiges mehr an Spielerfahrung erfordern dürfte, als drei Testspiele bieten konnten. Das ist aber sicher kein Nachteil - ein Sammelkartenspiel, dass man nach zwei oder drei Stunden perfekt beherrscht, könnte langfristig sicher nicht fesseln.

Im Grunde handelt es sich beim PRSKS am ehesten um ein Erzählspiel. Es scheint so, als wäre die gesamte Spielmechanik um das Ziele höchstmöglicher Werktreue herumgezimmert und so ist man immer wieder versucht seine eignen Version der frühen Perry-Rhodan-Geschichte aus dem Spielverlauf herauszulesen. Wenn die einzige Kaulquappe zum dritten Mal hintereinander von einem IV-Raumer aus dem All geblasen wird, fragt man sich, wie das im Kontext der Serie erklärt werden kann. Spieler, die über Kenntnis des Perryversums verfügen, können sich da einige unterhaltsame Paralleluniversen zusammenreimen. Spätestens für den Phasenwechsel erfolgt dann ohnehin wieder eine Verbeugung in Richtung Kanon.

Grafisch hat das Spiel natürlich das Erbe eines legendären Zeichners anzutreten. Dank Original-Johnny-Bruck-Covers bleibt das Flair auch tatsächlich das Selbe. Der Nachteil daran: die Zielgruppe der Perry-Rhodan-Fans kennt die meisten Bilder schon - aber dafür in weit größerem Format. Neben dem verstorbenen Altmeister haben auch einige weitere Künstler Artwork für das Spiel geliefert, unter anderem PR-Cover-Maler Swen Papenbrock und Rißzeichner G. Joergens. Die Neuinterpretationen sind gelungen, selbst wenn "moderne" Technik wie etwa Digi-Displays den Retro-Futurismus, der die frühe Serie auszeichnet (mit Relais und Lochkarten in den Hyperraum...), leider unterlaufen. Auch einige farbliche auffrisierte Risszeichnungen geben das Flair der Serie wieder.
Neben den Bildern wird meist auch ein wenig flavour text geliefert - in der Regel Zitate aus den Romanen.


Spieler ohne Perry-Rhodan-Vorbildung sind mit dem Spiel wahrscheinlich nicht optimal beraten. Mit der Liebe zur Werktreue werden sie kaum etwas anfangen können, und Teile der Spiellogik auch gar nicht verstehen können.
Es ist einfach unverkennbar, dass sich das Spiel vor allem an Fans der Romanserie richtet. Jenen Fans, die ein relativ komplexes Spiel rund um die Serie suchen, ist es auch auf jeden Fall zu empfehlen! Für Fans ist das Sammelkartenspiel aber auch interessant, wenn sie am Spielen gar nicht so sehr interessiert sind, sondern einfach ein wenig Nostalgie schnuppern wollen.

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Besonderen Dank an Jörg Pacher (tartex), der mir als Perry-Rhodan-Kenner und Co-Rezensent zur Seite gestanden hat.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Langatmig)

Brutalität:

(keine Angabe)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Serie:

Perry Rhodan

Autor:

Fantasy Productions

Verlag:

Between the Stars, Berlin

Erschienen:

Jan. 1998

Kritiker:

Thomas Pichler

ISBN:

3-890-64167-9

ISBN(13):

978-3-8906-416-6

EAN:

9783890641676

Typ:

Kartenspiel

 

Perry Rhodan

 

Genossen von Millions von Lesern weltweit, ist PERRY RHODAN bei weitem die ambitionierteste Science-Fiction Serie. Seit dem Anfang der Serie in Deutschland im September 1961 sind mehr als 3,000 Romane herausgegeben worden, inklusive über 2,000 Wochenzeitungen.Die Originalserie wird wöchentlich von Pabel-Moewig Verlag Kg herausgegeben, Rastatt [mehr]

 

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