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American Nightmare - Der amerikanische Alptraum

Simon, Adam (Regie); Romero, George A. (Regie); Cronenberg, David; Craven, Wes; Hooper, Tobe; Carpenter, John; Savini, Tom

Rezension von Thomas Wagner

Der Originaltitel dieser Dokumentation lautet etwas mißverständlich „American Nightmare – A Celebration of Films from Hollywood’s Golden Age of Fright“. Doch es sind nicht etwa die alten Klassiker der Universal Studios und ihre durchaus liebenswerten Monster, die hier im Mittelpunkt stehen. Das besagte „goldene Zeitalter“ reicht hier von den 60er bis 80er Jahren und repräsentiert alles andere, als heimeligen Gothic-Grusel. Regisseur Adam Simon widmete sich in „American Nightmare“ sieben berühmten Kollegen, die in dieser Zeitspanne das Horrorgenre im nordamerikanischen Raum neu geprägt haben. Die US-Filmemacher George A. Romero, Tobe Hooper, Wes Craven, John Carpenter, Tom Savini und John Landis sowie der Kanadier David Cronenberg erinnern sich hier vor der Kamera an ihre damaligen Filme, deren Entstehungsgeschichte und ihre Intentionen diese zu drehen.

Sieht man einmal von dem intellektuellen Querdenker David Cronenberg ab, haben diese Regisseure ihre innovativsten Phasen bereits lange hinter sich und bedienen heutzutage das US-Massenpublikum mit meist recht belangloser Horrordutzendware. In ihrer Anfangszeit setzten sie jedoch neue Maßstäbe, ihre frühen Arbeiten erfüllten für sie oft die Funktion eines künstlerischen Ventils und reflektierten zugleich als blutig-abstrahierende Zerrspiegel die Geschehnisse und das angespannte politische Klima jener Zeit: Die Greuel des Vietnamkriegs, Rassenunruhen in den amerikanischen Südstaaten, das brutale Vorgehen von Polizei und Nationalgarde gegen friedlich demonstrierende Studenten, Nixon, Watergate und die endgültige Demaskierung des „Amerikanischen Traums“ wurden von ihnen (häufig auch unbewußt) filmisch verarbeitet.
Die Ergebnisse waren desillusionierte, schonungslose und schockierende Kommentare auf die Realität: So werden hier in Ausschnitten Romeros Zombie-Trilogie „Night of the Living Dead“, „Dawn of the Dead“ und „Day of the Dead“, Wes Cravens „Last House on the Left“, Tobe Hoopers „Texas Chainsaw Massacre“, David Cronenbergs „Shivers“ und „Scanners“ sowie John Carpenters „Halloween“ vorgestellt. Zwischen diesen Szenen und den Interviewsequenzen sind Ausschnitte aus damaligen US-Nachrichtensendungen zu sehen, die stellenweise weitaus mehr schockieren, als der filmisch inszenierte Horror. Diese realen Bilder von verstümmelten Leichen in Vietnam, schießwütigen Nationalgardisten und rassistischen Politikern sind in American Nightmare das wirkliche Grauen.

Nach wie vor wird Horrorfilmen (insbesondere dem Splatterfilm) immer wieder Roheit, Gewaltverherrlichung und offenkundiger Sadismus vorgeworfen – doch darf Kunst in ihrer Ausdrucksform nur schön, erbaulich und moralisch über jeden Zweifel erhaben sein? Ist sie es nicht und konfrontiert den Betrachter mit häßlichen, unbequemen und durchaus auch schmerzenden Bildern, ist es mit der künstlerischen Freiheit oft schnell vorbei. So sind einige der in „American Nightmare“ vorgestellten Filme in ihrer ungekürzten Fassung in Deutschland auch heute noch indiziert und es bleibt nur zu hoffen, daß sich die Zensoren aufgrund der hier gezeigten Szenen nicht auch irgendwann an dieser (vorsorglich schon mit einer FSK18-Freigabe versehenen) Dokumentation vergreifen.

„American Nightmare“ ist eine intelligente und anspruchsvolle Auseinandersetzung mit einem nach wie vor häufig verkannten Genre; exzellent geschnitten und akustisch adäquat mit der Musik Karlheinz Stockhausens und der Band God Speed You Black Emperor untermalt.

Epix Media präsentieren diese DVD in sehr guter Bild- (Widescreen 16:9) und Tonqualität (DD 2.0 Deutsch und Englisch, deutsche Untertitel optional). Die Extras umfassen Trailer, Biographien der Regisseure sowie zwei sehr interessante Textspecials: "Kulturtechnik Splatterfilm" (ein Ausschnitt aus Arno Metellings "Monster. Körper und Medien im neueren Horrorfilm") und "Bodies That Splatter" (ein Symposium der Berliner Humboldt Universität inkl. Ausschnitt aus Christoph Schlingensiefs Film "Das deutsche Kettensägenmassaker").

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Bluttriefend)

Ton:

(Gut)

Bild:

(Gut)

Menüs:

(Gut)

Ausstattung:

(Gut)

 

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Infos Adam Simon:
Biographie von Adam Simon (Regie)
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Infos George A. Romero:
Romero, George A. (Regie)
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Weblinks:
Homepage Adam Simon
Homepage George A. Romero

 

Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Kanada

Zeit:

2000

Autor:

Simon, Adam

Verlag:

Euro Video

Erschienen:

Mai. 2005

Kritiker:

Thomas Wagner

Typ:

DVD

 

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