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Fates Worse Than Death

St. Claire-King, Brian

Rezension von nemo
Aus der Reihe "Fates Worse Than Death"

„Fates Worse Than Death“ ist ein das erste Produkt der neuen Rollenspielschmiede Varja Enterprises, das der Autor Brian St. Claire-King beinahe im Alleingang geschrieben hat.
Eine Tatsache, die ich im Anbetracht dieses Regelbrocken, sehr beindruckend finde. „Fates Worse Than Death“ (weiter im Text mit FWTD abgekürzt) kommt in einem 464-seitigen Softcover Regelbuch daher, auf dessen farbiges Cover eine junge, tätowierte Frau zu sehen ist, die gerade im Begriff ist, ein Messer zu ziehen.

Die Einordnung von FWTD in ein bestimmtes Genre fällt mir nicht einfach, wobei es eine gewisse Nähe an die Cyberpunk Thematik gibt. Der Hintergrund spielt sich im Jahre 2080 ab und ist ganz auf Manhattan fixiert. Doch die Stadt hat im Laufe des 21ten Jahrhunderts ihr Gesicht verändert; was einst der blühende Kern einer Metropole war, ist jetzt ein heruntergekommenes Sammelbecken für gescheiterte Existenzen. Wirtschaftskrisen, Umweltkatastrophen und nicht zuletzt der Krieg, haben ihre Spuren in Manhattan hinterlassen, in der nun die Gangs und die Drogenbarone das Sagen haben.
Inzwischen leben nur noch um die 50.000 Seelen in Manhattan, so dass die meisten Gebäude leer stehen und vor sich hin gammeln. Doch trotz der beinahe anarchischen Lebensumstände gibt es eine einigermaßen funktionierende Infrastruktur, die von den Stadthaltern aufrecht erhalten wird. Auch neue Techniken, wie Körperimplantate oder die Virtuelle Realität haben im Alltagsleben Einzug erhalten und erfreuen sich großer Beliebtheit bei denen, die es sich leisten können. Auch wenn sich die Welt ein wenig wie ein typischer Cyperpunk Hintergrund anfühlt, so gibt es aber doch einen großen Unterschied zwischen FWTD und den bekannten Vertreter dieses Genre, denn bei FWTD sind die Charaktere, die von den Spieler verkörpert werden, Menschen von der Strasse; arme Schlucker, die meist nicht mehr haben, als das was sie am Leib tragen, Junkies, Prostituierte, Gangmitglieder oder stinknormaler Arbeiter.
Hier beginnt keiner der Charaktere seine Karriere mit ein paar Tausend Kröten oder einer Ausrüstung, bei der jeder Waffenschieber Dollarzeichen in den Augen bekommt.
Vielmehr steht hier das Leben der Strasse im Vordergrund; eine Welt ohne Hoffnung, wo das Gesetz des Stärkeren gilt und Gewalt meist tödlich ist endet.

Bevor der Leser in die Geheimnisse von FWTD eingeweiht wird, bekommt er auf den ersten paar Seiten des Regelbuchs eine kurze Auflistung, die noch mal genauer auf den Unterschied zwischen einem „normalen“ Cyberpunk Rollenspiel und FWTD eingeht.
Dann noch einige Überlebenstipps von verschiedenen Einwohner der Stadt.
„Du willst überleben? Dann lauf wenn du mich siehst!“

Der erste Kapitel behandelt die Charaktererschaffung.
Bevor es zu den nackten Zahlen geht, muss der Spieler erst einmal ein Charakterkonzept ausarbeiten, das durch die Hilfe von 3 Persönliche Ziele (was möchte der Spielercharakter erreichen) und 3 Weltsichten (die Philosophie des SC) näher definiert wird. Das Verfolgen dieser Ziele und Ansichten wird durch zusätzliche Erfahrungspunkte belohnt. Diese können sich natürlich im Laufe der Zeit ändern, je nachdem was dem Charakter wiederfährt.
Die Charaktererschaffung wird durch ein Point-Buy-System geregelt, bei dem der Spieler 80 Punkte unter den 8 Attributen (Geschicklichkeit, Wahrnehmung, Charm, Ausdauer, Geschwindigkeit, Intelligenz, Stärke und Willenskraft) verteilen kann, wobei er sich noch auf gewisse Fähigkeiten spezialisieren kann, die unter den Attributen aufgeführt werden (z.B. unter Geschicklichkeit findet sich Schwimmen oder klettern). 12 Punkte gibt es für die Gesundheit des Charakter, die unter Körper, Blut und
Für die Fertigkeiten gibt es noch mal 100 Punkte, die man dort verteilen kann, um Fertigkeitsstufen zu erwerben. Die Kosten der einzelnen Fertigkeitsstufen werden von der Charakterklasse abgeleitet, für die sich der Spieler entschieden hat. Doch bevor der Spieler sich für eine von fast 50 Charakterklassen entscheidet, muss er die Sozioökonomische Klasse des Charakters auswählen, die den Sozialen Hintergrund des SC definiert und unter welcher man sich dann für eine der aufgelisteten Klasse entscheiden kann, die meist eine der vielen Gruppierungen oder Gangs von Manhattan zugrunde liegt.
Die Sozioökonomischen Klassen lauten:
-Street Person
Der Abschaum der Strasse, ohne festes einkommen, lebt meist unter Brücken oder in einem der leerstehenden Gebäude der Stadt.
Hierunter findet man Charakterklasse wie Prostituierte, Junkies, Hütchenspieler...
-Well
Hier findet man die kleinen Leute, die sich entweder durch staatliche Unterstützung oder kleinen Jobs über Wasser halten können, und meist in kleinen, engen Wohnungen ihr Dasein fristen.
Charakterklassen sind beispielsweise: Drogendealer, Arbeiter oder Gangmitglied.
-Indie
Indies sind Menschen, die über eigene Einkünfte verfügen und nicht auf staatliche Hilfe angewiesen sind.
Charakterklassen sind beispielsweise: Tee-Trinker - die durch den Genuss eines besonderen Tees, Psionische Fähigkeiten erlangen-, Händler, Menschenjäger oder Sozialarbeiter.
Um den Charakter abzurunden, gibt es eine Vor- und Nachteilliste, bei der man für Nachteile Bonuspunkte bekommt, die man dann für das „Einkaufen“ von Vorteilen ausgeben kann.
Abschließend findet man im ersten Kapitel noch die Regeln zur Erfahrungspunkte Vergabe und der Verbesserung der Charaktere.

Im zweiten Kapitel von FWTD findet man das eigentliche Spielsystem, das sich Organic Rule Components (ORC) nennt. Das System ist eigentlich ganz einfach zu benutzen und erinnert in seinen Grundzügen ein wenig an das D20 System.
Jeder Wurf wird mit einem W20 durchgeführt, wobei man bei einer Probe sein Attribut und die passende Fertigkeit - für jede Fertigkeitsstufe, die ein Charakter besitzt, bekommt er einen Bonus von +4 auf den Wurf - und das Wurfergebnis addiert und einen, vom Spielleiter festgelegten, Mindestwurf erreichen muss (Einfach 10 bis Legendär 40).
Innerhalb dieses Fertigkeitensystems werden auch die Psionische Fähigkeiten geregelt, die man bei manchen Charakterklassen bekommt.
Auch das Kampfsystem basiert auf das gleiche Prinzip, wobei der Einsatz von Kampffertigkeit für gewisse Angriffe, dem Spieler Boni zuteilt. So bekommt man beispielsweise als Aikidoka, bei dem Versuch einen Gegner zu entwaffnen, einen Bonus.
Schaden wird je nach Waffe, entweder Körperlich oder Geistig zugeteilt.
Eine Besonderheit dieses Kampfsystem ist seine Tödlichkeit, denn es reichen schon wenige Treffer, um einen SC oder NSC in die ewigen Jagdgründe zu befördern.

Das dritte Kapitel (55 Seiten) trägt den Namen „Schwarzmarkt“ und beinhaltet neben einer langen Ausrüstungsliste, wo man neben Dinge des täglichen Gebrauchs, auch Dienstleistungen oder Waffen finden kann, einen Abschnitt über den Gebrauch von Computer und Software, in dem man auch Programme findet, die direkt in das Gehirn von Menschen installiert werden können. Auch Körperimplantate, Drogen, Dienstleistungen, Waffen, Roboter, Sicherheitssysteme, Fahrzeuge sind hier zu finden. Alles mit einer kurzen Beschreibung und einigen Regelerklärungen.

Kapitel Nummer Vier widmet sich eingehend mit den einzelnen Charakterklassen. Jede dieser Gruppierung wird auf 3-4 Seiten ausführlich beschrieben, mit Hintergrund, Soziale Struktur, Lifestyle, Beziehungen zu anderen Gruppierungen oder einigen Zusatzregeln.

Das fünfte Kapitel geht auf sehr intensive Weise auf die Spielwelt, will heißen Manhattan, ein. Es ist erstaunlich wie viele Informationen und interessante Details der Autor von FWTD in diese 80 Seiten gepackt hat. Neben einer kurzen geschichtlichen Zusammenfassung, eine Beschreibung der verschiedenen Stadtviertel, findet der Leser hier Informationen zu beinahe jedem Aspekt des städtische Lebens: Graffiti, Mode und Lifestyle, Krankheiten, Kriminalität, Gesetze, Fauna, Ökologie, Gangs, Militär, Hacker, Psionische Kräfte, Transport und so weiter, und so weiter. Selten habe ich ein Grundregelbuch gesehen, das so vor Hintergrundinformationen strotzt.

Im sechsten und letzten Kapitel von FWTD findet man neben einigen fertigen NSC Charakteren, einige Abenteuerideen und Tipps für den Spielleiter.
Abgeschlossen wird das Buch durch einige Tabellen, eine Stadtkarte von Manhattan und den üblichen Charakterbögen.

Beim ersten Blättern durch das FWTD Regelbuch wurde ich förmlich von der Informationsvielfalt erschlagen. Nicht nur, dass das Buch mit 464 Seiten einen beindruckenden Umfang hat, sondern auch die Schriftgröße ist ziemlich klein.
Doch ich muss zugeben, dass FWTD trotz des gewaltigen Inhalts, sehr übersichtlich und nachvollziehbar gestaltet ist. Zu beginn jedes Kapitels gibt es ein kurzes Inhaltsverzeichnis und jeder Abschnitt beginnt mit einer Kurzbeschreibung des Inhaltes.
Dem Layout merkt man zwar an, dass FWTD ein „Independant“ Produkt ist, dennoch sieht es ganz ordentlich aus. Die schwarz-weiß Zeichnungen innerhalb des Buches sind teilweise gut, teilweise eher durchschnittlich, jedoch nie so schlecht, dass einem die Augen tränen.
Besonders zu erwähnen ist auch die ausgezeichnete Online-Unterstützung für FWTD, die man unter www.vajraenterprises.com finden kann. Hier gibt es Charakterbögen, Karten, ORC Light, fertige Nicht-Spieler-Charaktere, Abenteuerideen, Hintergrund und sogar Begleitmusik für seine FWTD Spielabende. Doch wenden wir uns nun dem Regelbuch zu.

Die Hintergrundwelt ist sehr gut ausgearbeitet und bietet einen interessanten Rahmen, für Freunde des gepflegten Rollenspiels. Besonders gefallen, hat mir die Tatsache, dass bei FWTD, trotz der Cyberpunkmäßigen Flair, die soziale Interaktionen im Vordergrund stehen.
Feuerwaffen sind schwer zu besorgen und sehr tödlich, und das ist auch gut so.
Aufgrund der vielen Charakterklassen / Gruppierungen werden den Spielern auch reichlich interessante Charaktermöglichkeiten geboten, die zwar nicht wirklich Heldenhaft sind, aber eine spielerische Herausforderung darstellen.
FWTD ist kein Rollenspiel für Jedermann. Spieler, die lieber richtige Helden erschaffen, um Welten zu retten oder Drachenhorte zu plündern, werden wahrscheinlich mit FWTD nicht so viel anfangen können. Wer aber ein realistische Setting sucht, dass sich auf originelle Weise von der Masse abhebt, der ist mit FWTD gut bedient.

The background of “Fates Worse Than Death” is a very good work, which offers a very interesting and well builded playground. What particularly pleased me, was that FWTD, despite the Cyperpunk theme, is puttig his focus on the social interactions. Firearms are rare and very lethal, and that’s good. Due to the many different Classes / Gangs, the player has also plentifull of possibilites for creating interesting characters, which are not really heroic, but that should be a challenge for every player. FWTD is not a game for everyone and surely not for Players, who prefer to create heroic characters, to save the world or kill a lot of dragons. Those who search a realistic and original Setting should certainly be well served with FWTD.

Herstellerinfo
Manhattan, 2080. Ruined by decades of war and global crises, the city is now home to those that can’t or won’t fit in elsewhere. The city is little more than an anarchy, plagued by every imaginable evil and horror, from self-reproducing serial killers to pusher gangs who hold down people and force them to use drugs.
Yet in the darkness of the city, a flame of hope smolders and grows. Homeless families are turning the wisdom from generations on the streets in to power. Good people are starting gangs for self defense, turning gang membership in to something to be proud of. Young people are using the same illegal technology that turns some people in to monsters to turn themselves in to powerful heroes.
People in the city have finally realized that nobody else is going to save them, and they are learning to save themselves.

Datenbank:0.0017 Webservice:0.4038 Querverweise:0.0085 Infos:0.0011 Verlag,Serie:0.0017 Cover:0.0002 Meinungen:0.0011 Rezi:0.0002 Kompett:0.4186

 

Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Schwierigkeit:

(Anspruchsvoll)

Spielspaß:

(keine Angabe)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Englisch

Ort:

USA - Manhattan

Zeit:

2080

Serie:

Fates Worse Than Death

Autor:

St. Claire-King, Brian

Verlag:

Vajra Enterprises

Erschienen:

Jan. 2004

Kritiker:

nemo

ISBN:

0-971-30951-5

ISBN(13):

978-0-9713-095-7

EAN:

9780971309517

Typ:

Regelwerk

 

Fates Worse Than Death

 

Schrieb St. Claire-King in seinem ersten Rollenspiel „Tibet“ die Geschichte des Landes Tibet in den 1950er um, so widmet er sich jetzt der nahen Zukunft New Yorks. Darin schneidet die Metropole, besonders Manhattan, nicht viel besser ab, als in dem Film „Klapperschlange“ bereits schon vor einigen Jahren beschrieben:
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