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Timeline

Crichton, Michael; Donner, Richard

Rezension von jpk

In der französischen Provinz liegt die Klosterruine von Castelgard unterhalb der zerstörten Felsenburg, die zentraler Schauplatz war im Kampf der Franzosen gegen die Engländer im 14.Jhd. (1357). Völlig überraschend erhält der amerikanische Archäologe Johnston (Billy Connolly) Geld aus den Mitteln des Konzerns ICT dort Ausgrabungen durchzuführen. Mit ein paar Studenten macht sich der Professor an die Arbeit.

Nach ein paar Wochen, sein Sohn Chris (Paul Walker) ist zu Besuch, um seiner Jugendliebe Kate (Frances O´Connor) nahe zu sein, wird Johnston zu ICT gerufen - scheinbar geht es um Geldverhandlungen. Er reist in die Staaten, während sich Chris an Kate heran macht, die zwar Gefühle für ihn hegt, doch ihre Archäologiekarriere nicht gefährden will mit einer Affäre mit dem Sohn vom Boss. Gemeinsam mit Andre Marek (Gerard Butler), einem Anhänger der experimentellen Archäologie, leitet sie die Grabung in Abwesenheit des Professors. Als ein altes Gewölbe einbricht entdecken die beiden dort ein uraltes Pergament und ein modernes Brillenglas. Es stellt sich heraus, dass die Brille dem Professor gehört und auf den Dokumenten ist ein Hilferuf von ihm notiert. Ohne Zweifel liegen die Sachen seit über 600 Jahren da unten. Alarmiert versucht Chris seinen Vater zu erreichen, doch der Konzern blockt ab und schickt stattdessen ein Flugzeug. Die Studenten reisen ab, doch der Flug in die Vereinigten Staaten ist erst der Anfang einer Reise, die jene jungen Studenten in eine brutale Vergangenheit führen wird, in der sie nicht nur zwischen die Fronten geraten, sondern auch Opfer des Konzerns werden. Ein Kampf ums Überleben beginnt.

Vielleicht mag es hilfreich sein zu wissen, dass der Film schon beim Vorscreening so schlecht abschnitt, dass er umgeschnitten und neu vertont wurde. Auch quittierten die Kinobesucher die Qualität mit entsprechender Abwesenheit. Nur 20 Millionen spielte der Film ein - also nur ein Viertel der Kosten.

Mit unangenehmer Geschwindigkeit werden die Zuschauer in eine Geschichte geworfen, die gleichzeitig mit zwei parallelen teilweise unglaubwürdigen Ereignissen aufwartet. Zum einen die Archäologie und das Mittelalter, zum anderen die Zeitreise und die Science-Fiction Technologie. In gestelzt wirkenden Dialogen und als Actionszenen aufgebohrte Laschheiten wird der Zuschauer mit hahnbüchelnden Unsinn überschüttet damit möglichst schnell in die mittelalterliche Action gerutscht werden kann. Vergleicht an das Intro aus nahe liegenden Günden mit dem anderen Michael Crichton Knaller "Jurassic Park" fällt "Timeline" weit ab. Hektisch, aufgesetzt und schlecht geschnitten bringt der Film das Intro hinter sich.

Stolz auf visuelle Effekte, die in dem auf der DVD löblich enthaltenden Making Of angekündigt werden, müssen die Macher nicht sein. Das aufregendste dürfte ein animierter Pfeil gewesen sein, den man zwei Sekunden lang fliegen sieht.

Die Zeitmaschine ähnelt einer Disco-Bühne: jede Menge Spiegel, etwas Trockeneisnebel und ein wild gewordenes Stroboskoplicht. Passend dazu zucken die Darsteller in unhörbaren Technobeats. Da war selbst das Beamen in den sechziger Jahren Enterprise Folgen spannender.

Natürlich beamen auch gleich ein paar Leute in rot (sind vom Drehbuch zum Tode verurteilt) und da wird es ernsthaft peinlich. Denn Archäologiestudenten sind im Überleben in Kampfgebiet erfolgreicher als ehemalige Spezialisten der Navy Eliteeinheit. Diese lassen sich schneller abservieren, als ein französischer Weichkäse.

Wenn das Drehbuch nur teilweise mit Hirn geschrieben worden wäre, dann hätte man auch die armselige Romanvorlage verbessert, statt sie zu verschlimmern.

Man denke nur an den Unsinn, Leute, die das archaische Französisch nicht mal im Ansatz verstehen, ins Mittelalter zu schicken. Kann man keine Leute aus Frankreich mieten? Der einzige Franzose ist François Dontelle (Rossif Sutherland), der die ersten 10 Minuten des Mittelalters nicht überlebt. Auch dieser ist nicht zwingend mit flüssigen Alt- oder Mittelfranzösisch gesegnet. Von den unbeachteten Zeitparadoxen ganz zu schweigen. Und wie bitte bekommt man in Mitten des Feindeslands die Mittel für Griechisches Feuer zusammen? Dies jedoch ist für die einzig gelungene Szene verantwortlich: ein Kampf mitten in der Nacht, erhellt vom Feuer der Brandgeschosse.

Die im Making-Of angesprochene Ausstattung ist ebenso bemitleidenswert. Weder Rüstzeug, noch Kleidung, noch Waffen sind zeitgemäß, sondern stammen größtenteils aus späteren Epochen. Hier hat man kräftig an Produktionskosten gespart und den Fundus anderer Produktionen geplündert. Auch wenn man dem Making-Of entnehmen kann, wie toll ein Gummihelm aussehen kann, macht das nicht glücklicher, wenn dieser einfach nicht in die Zeit passt. Man mag dagegen anführen, dass diese Fehler nur Historiker stören könnte, aber leider summieren sich Fehler dieser Art und bringen Das Gleichgewicht einer Story aus der Balance (abgesehen von dem deutlich als getackert zu erkennenden Rindenboot).

Nicht dass viel dazu gehört, denn die Story ist einfach schwach. Die Protagonisten zeigen deutlich, dass sich der Mensch in den letzten 660 Jahren nicht besonders viel weiter entwicklet hat. Denn statt ihr Gehirn zu benutzen, bewegen die Studenten sich auf Cro Magnon Niveau durch die Szenerie. Kein Wunder, dass die schwertschwingenden Bewohner des Mittelalters ihnen überlegen sind.

Die Schauspieler quälen sich wenig überzeugend durch den Film. Mag es daran liegen, dass sie die Szenen im Hochsommer bei 30°C. abgedreht haben? Hat sie das Drehbuch gestört? Sind sie von der Regie genervt? Hat man die guten Szenen raus geschnitten? Oder sind sie einfach keine guten Schauspieler? Völlig unerheblich. Denn das Resultat ist einfach traurig. In keiner Szene können die Talente, sofern vorhanden, sich entwickeln. Am überzeugendsten ist noch der dämlich-ängstlich dreinblickende französische Student, der ziemlich schnell wegstirbt. Damit verliert der Film den einzigen Schauspieler, der wirklich eine interessante Figur hätte abgeben können.

Was bleibt also von dem Produkt, wenn die Story albern, die Schauspielkunst niedergewürgt und die Regie einfach nur nervig ist? Eine gute DVD. Die DVD ist schön gemacht, von sehr guter Qualität und mit einem netten Menü ausgestattet, das auch noch gut bedienbar ist. Ton und Bild lassen wenig Wünsche offen und je nach Leistung der Anlage kann man seinen Tonkanal wählen. Die Tondynamik könnte noch besser sein und die Geräusche, Musik überlagern teilweise die Dialoge (aber das kann bei dem Film nicht schädlich sein). Surround-Effekt gehen leider oft in dem allgemeinen Lärm unter. Die Bildschärfe verliert szenenweise an Qualität sobald die Beleuchtung nachlässt, die Farben sind dafür sehr gut.

Das Menü ist lobenswert gestaltet und enthält eigene Animationen aus dem Computer, zusätzlich mit Soundeffekten ausgestattet, macht es fast mehr Spaß als der Film. Es lassen sich 12 Kapitel ansteuern.Die Extras enthalten das schon angesprochene Making Of „Textures of Time“ (besser als der Film), Trailer (enthalten den kompletten Filmstoff in wenigen Sekunden zusammengefasst), Interviews (sind nur Ausschnitte und kann man sich sparen), Informationen zu Cast & Crew (bis auf kurze Interviewclips - gibt es im Internet bessere Texttafeln), bebilderte Produktionsnotizen (nicht wirklich interessante 13 Seiten) und eine Fotogalerie (überflüssig). Im Menü wird noch ein DVD-Rom Part angesprochen, den man sich aber sparen kann, da er in der Hauptsache auf die Homepage verweist.


Zum Erwerb dieser DVD kann ich leider nicht raten. Nicht weil die DVD missraten ist, sondern weil der Film misslungen ist. Als Leih-DVD an einem verregneten Sonntagnachmittag mag sie ihr Geld wert sein, als teure Kauf-DVD aufgrund des Films leider nicht.

DVD-Info

Titel: Timeline
Regie: Richard Donner
Darsteller: Paul Walker , Frances O´Connor , Gerard Butler , Billy Connolly

Bildformat: 2,35:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Booklet: Mehrseitig mit Infos und Kapitelindex
Laufzeit: 110 Minuten
TV Norm: PAL
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Regional Code: Code 2
Disk Typ: DVD 9 / Dual Layer
Anbieter: Concorde Home Entertainment

Extras:
- Featurette „The Testures of Timeline"
- Interviews mit Regisseur Richard Donner und dem Autor der Buchvorlage Michael Crichton
- Informationen zu Cast & Crew
- Fotogalerie
- Bebilderte Produktionsnotizen
- Diverse Trailer

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Wertung

 

Gesamt:

(Mies)

Anspruch:

(Leichte Kost)

Spannung:

(Langweilig)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Frankreich

Zeit:

1357

Autor:

Crichton, Michael

Verlag:

Concorde Home Entertainment

Erschienen:

Nov. 2004

Kritiker:

jpk

Typ:

DVD

 

Michael Crichton

 

Michael Crichton (mit vollen Namen John Michael Crichton) und unter den Pseudonymen Michael Douglas, Jeffrey Hudson, and John Lange aktiv wurde am 23. Oktober 1942 in Chicago, Illinois, geboren. Er studierte Anthropologie an der Harvard Universität (graduierte 1964 A.B. summa cum laude), erhielt M.D. an der Harvard Medical School 1969. Zur Zeit lebt er in Kalifornien [mehr]

 

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