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Prinzessin Mononoke

Miyazaki, Hayao

Rezension von Sunfest

Nur noch ein paar Wochen, dann läuft in Japan der neue Anime „Hauru no Ogoku Shiro“ an. „Howl’s Moving Castle“, eine Adaptation des gleichnamigen Romans der englischen Phantastikautorin Diana Wynne Jones, ist der neuste Geniestreich von Hayao Miyazaki. Assoziiert man mit diesem Namen inzwischen wohl eher das mit Auszeichnungen und Preisen überhäufte Zweitwerk „Spirited Away“, so übt das eigentliche internationale Debüt von Miyazaki, Prinzessin Mononoke, doch immer noch ungebrochene Faszination auf die Zuschauer aus. Rund um den Globus. Und das seit nunmehr fast einem Jahrzehnt. Die Entstehung der Geschichte über den jungen Emishikrieger Ashitaka und das Wolfsmädchen Mononoke begann bereits um das Jahr 1980. Schon damals hatte Miyazaki erste Ideen für das märchenhafte Epos, welches die Kinobesucher einst mit vor Staunen offenen Mündern in ihre Sessel fesseln würde. Mit dem Jahre 1994 begann dann in den Ghibli Studios die heiße Phase – über den Lauf von drei Jahren wurde der Anime über Mononoke, Ashitaka und ihren Kampf in den mittelalterlichen Wäldern von Honshu auf mehr als 140.000 Animationsfolien gebracht. Das erste Mal verwendete man jetzt bei Ghibli Computerprogramme für die Arbeit an einem Anime. Und Mononoke Hime – wie der Film im Original heißt und was soviel bedeutet wie „Die Geisterprinzessin“ – wurde Miyazakis ganz persönliches Ziehkind. Geschichte, Drehbuch und Regie, alles hatte Hayao Miyazaki selbst übernommen und schließlich sogar an etwa 80.000 der Animationsfolien selbst mitgezeichnet. Vor der Premiere am 12. Juni 1997 in Japan gab es zwar einige Unkenrufe, der Film würde nicht die gewünschte Publikumswirkung erzielen und Probleme haben, die rund $ 40 Millionen an Produktionskosten wieder einzuspielen, doch Prinzessin Mononoke brach alle Rekorde! Es dauerte nicht lange, da hatte Miyazakis Meisterwerk sogar James Camerons „Titanic“ vom Thron gestoßen – zumindest in Japan. Bis heute hat der Anime weit über 200 Millionen Euro eingespielt. In Deutschland war das Zeichentrickepos zum ersten Mal im Februar 1998 auf der Berlinale zu sehen, kam im Frühling 2001 mit etwas Verzögerung regulär in die Kinos und ist nun seit Winter 2003 als DVD erhältlich, um die heimischen Wohnzimmer zu verzaubern.

Als Ashitaka, der letzte Prinz des Stammes der Emishi, bei der Verteidigung seines Dorfes gezwungen ist, einen gewaltigen Dämonenkeiler zu töten, schleudert die Kreatur im letzten Augenblick einen dunklen Fluch auf den jungen Krieger. Die gleiche dunkle Macht, die aus diesem einstigen Waldgeist, Tatari Gami (im Deutschen „Nago“), eine hasserfüllte, tobende Bestie machte, droht nun vom Prinzen Besitz zu ergreifen und ihn allmählich zu töten. „Deinem Schicksal kannst du nicht entgehen, aber du kannst ihm mutig entgegen treten“, lauten die Worte der Dorfseherin. Und so macht sich Ashitaka mit seinem treuen Gefährten Yakkul auf in die Wälder des Westens. Um zu erfahren, was es mit einer merkwürdigen Eisenkugel auf sich hat, die im Leib des Keilers steckte und die augenscheinlich für seinen Wahnsinn verantwortlich war. Doch es gibt noch einen zweiten Anlass zur Reise: Ashitaka soll den legendären Waldgott suchen, Herrscher über Leben und Tod – vielleicht vermag er es, den Fluch von den Schultern des jungen Emishikriegers zu nehmen und so das Fortbestehen des Stammes zu sichern. Nach Wochen der Reise durch unbekannte Lande trifft er schließlich auf ein Mädchen. Ein Mädchen, das mit drei riesigen, weißen Wölfen umherzieht. Kurze Zeit später erfährt Ashitaka, inzwischen angelangt in einer riesigen Eisenhütte am Rand des Waldgottwaldes, dass dieses Mädchen den Menschen den Krieg erklärt habe. Voller Zorn kämpft Prinzessin Mononoke gegen die Bewohner der Eisenhütte, um sie mit Sack und Pack aus der Natur zu vertreiben, die von den Menschen nichts anderes als Zerstörung zu erwarten hat. Schnell gerät der Emishi in diesem schwelenden Konflikt zwischen die Fronten – doch es dauert nicht lange, da droht aus dem Geplänkel ein todbringender Sturm zu werden. Denn die Herrin der Eisenhütte, Madame Eboshi, plant mit ihren hoch entwickelten Feuerwaffen niemand geringeren als den Waldgott persönlich zu töten, während sich in den Wäldern eine riesige Heerschar von herbei gereisten Wildschweinen zusammenrottet, um die Eisenhütte der Menschen zu zerstören. Und so Rache dafür zu nehmen, dass der mächtige Waldgeist Tatari Gami zu einem finsteren Monster wurde. Doch in diesem See des Zorns scheint allein der Hass am Ende in der Lage, den Sieg davonzutragen.

Auf den Punkt gebracht: Ein bildgewaltiger wie zauberhafter Epos, der den Zuschauer fesselt, von der ersten bis zur letzten Minute – und darüber hinaus. Die Zeichnungen sind, wenn manchmal auch einfach gehalten, von höchster Qualität. Musik und Soundtrack gehen sprichwörtlich unter die Haut. Und zusammen mit den facettenreichen, schillernden Charakteren (die nirgends ein Klischee bedienen und jeder dunkle, wie auch lichte Seiten haben) sowie der fesselnden Story, entsteht ein Werk, das einen nicht so schnell wieder aus seinem Bann entlässt. So schön die Geschichte auch ist, so ernst und bedrückend ist sie gleichzeitig. Mit den Themen Götter, Kampf und Liebe kündet das Werk zwar von allem, was die menschliche Existenz zu bieten hat – doch ist der Mensch in Prinzessin Mononoke nicht das alleinige Zentrum der Welt. Die Umwelt, die Natur gehört unweigerlich mit zum Großen Ganzen und am Ende muss der Mensch selbst erkennen, dass er ohne sie nicht wirklich leben kann. Wie sie auch fremd und bedrohlich erscheinen mag, so ist sie dennoch Teil von ihm – sorgt erst für Vollständigkeit und den ausgeglichenen Lauf der Dinge. Aber dieses Gleichgewicht – die Natur, die Waldtiere, Mononoke auf der einen und die Technik, die Menschen, Madame Eboshi auf der anderen Seite – in der richtigen Waage zu halten, erfordert Einfühlungsvermögen und Verstehen. „Und das führt zu der Überlegung, dass die Welt nicht nur für die Menschen, sondern für alles Leben ist“, bringt Hayao Miyazaki die Thematik auf den Punkt. So ist Prinzessin Mononoke ein Appell an die Menschheit mit Umsicht zu handeln – ein Meisterwerk, das seines Gleichen sucht und dessen ernster, universaler Grundtenor gerade dafür sorgt, dass der Film zu etwas ganz besonderem wird. Absolut empfehlenswert!
Es sei angemerkt, dass die Extras der DVD relativ mager und lieblos ausfallen. Neben einigen wahllos zusammengestellten Trailern (von den einige sogar fremdsprachig sind), gibt es lediglich noch ein paar kurze, unkommentierte Aufnahmen aus den Ghibli Studios. Kommt das schmückende Beiwerk also eher unspektakulär daher, so entschädigt der Film selbst doch für alles! Es gibt eine Tonspur Japanisch (Dolby Digital 5.1) und eine Tonspur Deutsch (Dolby Surround), sowie deutsche Untertitel und Deutsch für Hörgeschädigte.

Freigegeben ab 12 Jahre gemäß § 14 des JuSchG

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Brutal)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Japan

Zeit:

Muromachi Zeit

Autor:

Miyazaki, Hayao

Verlag:

UFA Home Entertainment

Erschienen:

Nov. 2003

Kritiker:

Sunfest

Typ:

DVD

 

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