 | Roter Mond und schwarzer Berg Rezension von Michael Matzer Drei befreundete Kinder in unterschiedlichem Alter - Oliver, Penelope und Nicholas - gelangen durch ein Portal in eine Anderswelt, wohin sie durch einen Flötenspieler mit einer Zauberlied gerufen wurden. Diese Anderswelt namens Kedrinh, das sternenbeschienen Land, wird von einem dunklen Gott bedroht, der sie nach seinen Vorstellungen umkrempeln will. Der Lord of the Black Mountain wird stärker, je höher der rote Mond steigt - der Tag der Entscheidungsschlacht rückt näher. Jedes der Kinder ist das richtige Werkzeug für einen Teil des Plans, sich dem dunklen Gott zu widersetzen, und jedes begibt sich auf eine nächtliche Reise, auf der es seinen Ängsten begegnet, die es aus seinem bisherigen Leben mitgeschleppt hat, wissentlich oder unwissentlich. Doch keines der Kinder beendet diese Reise unverändert. Oliver, das älteste Kind, ist, wie sich herausstellt, der bisher verborgene Monarch des Reitervolkes der Khentors, einer Mischung aus Indianern und Kosaken. Diese Passagen über fremde Land- und Gesellschaften werden sehr anschaulich und lebendig erzählt. Die Kinder zahlen am Ende des Abenteuers keinen hohen Preis dafür, statt dessen endet das Buch mit der Frage "War alles nur ein Traum?" Doch die Heimkehr gelingt erst, als der "Held" bereit ist, seine Vergangenheit, sein Leben für die Gegenwart der Fremdlinge der Anderswelt zu opfern. Die Anlehnungen an die Narnia-Chroniken von C.S. Lewis sind unübersehbar. So gelangen dessen drei junge Helden durch einen magischen Schrank in das Land der Schneekönigin (in "The Lion, the Witch, and the Wardrobe"). Aber auch Anklänge an Tolkien sind zu finden. Der junge Held erlöst mit seinen Freunden die Welt vom Bösen - ein christliches Motiv, das für Tolkiens und Lewis´ Werken charakteristisch ist. Die Kinder finden zu sich selbst in ihrer Verstrickung in den Konflikt der mythischen Mächte, die in der Anderswelt gegeneinander kämpfen. Ein absolut überzeugendes Debüt. Der Einsatz von Magie ist recht konventionell, doch der ausgezeichnet gehandhabte hohe, singende Ton des Buchs heben es wohltuend von sklavischen Tolkien-Nachahmern wie Terry Brooks ab. Ein Klassiker der heroischen Fantasy. Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung von Michael Matzer. Neben seiner Arbeit in der Welt der Datenverarbeitung schreibt Micheal Matzer professionell Rezensionen im Bereich der phantastischen Medien. Datenbank:0.0010 Webservice:0.0730 Querverweise:0.1680 Infos:0.0011 Verlag,Serie:0.0006 Cover:0.0001 Meinungen:0.0017 Rezi:0.0003 Kompett:0.2460 |  |