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Wie die Tiere

Haas, Wolf

Rezension von Jörg von Bilavsky
Aus der Reihe "Simon Brenner"

Der bei den Wienern äußerst beliebte Augarten wird zum Schauplatz einer nicht enden wollenden Serie brutaler Hundemorde. Und für die zutiefst erschütterte Gemeinde der Hundebesitzer stehen die Täter natürlich bereits fest: Die am Rande des Parks im „Früchtchen-Haus“ residierenden Mütter, welche zum Schutz ihrer Kinder auch einmal zu unkonventionellen Mitteln greifen und im Augarten eigenmächtig hundefreie Zonen errichten. Von Anfang an ist klar: Den sich feindlich gegenüberstehenden Tier- und Kinderliebhabern ist alles zuzutrauen. Sogar mehrere „Menschenmorde“, die der ganzen Angelegenheit eine neue Dimension verleihen. Ideale Ausgangsbedingungen für den chronisch unterbeschäftigten und auf unkonventionelle Fälle spezialisierten Privatdetektiv Simon Brenner, den es eigentlich aus rein privaten Gründen in die österreichische Hauptstadt zieht. Doch aus seinem Versuch, sich von der für ihn zuständigen Amtsärztin die Frühpensionierung attestieren zu lassen, wird nichts. Stattdessen verfolgt der bis auf seine chronische Migräne kerngesunde Brenner im Auftrag eines tierliebenden Nachtclubbesitzers allerlei irreführende Spuren und trifft dabei auf recht verschrobene Gestalten: Eine eigensinnige Tierpflegerin, Vertreter einer „Treuhundsvermögensverwaltung“ und einen ambitionierten Architekten, der den ehemaligen Flakbunker im Augarten in ein monströses Hundeasyl verwandeln will.

Die eigentlichen Schwierigkeiten in diesem Fall bereiten Brenner aber wieder einmal die Frauen, deren Gedanken und Motive er nicht so recht zu durchschauen vermag und die gerade deswegen eine ungemeine Faszination auf ihn ausüben. Ihr irritierendes Verhalten führt Brenner jedoch auf die entscheidende und gleichzeitig lebensbedrohliche Fährte, die in einem genial-grotesken Irrflug im Wiener Augarten endet. Jenem 1775 vom österreichischen Kaiser Joseph II. „allen Menschen gewidmeten Erlustigungsort“, wo sich Mütter und Hundebesitzer in Zukunft hoffentlich nur noch mit scheelen Blicken strafen werden.

Trotz zahlreicher Auszeichnungen sowie erfolgreicher Verfilmungen und Vertonungen scheiden sich an Wolf Haas die Geister wie an keinem zweiten Krimischriftsteller. Der „so wunderbar komisch, so unerreicht schräg, so hintergründig böse“ (Lexikon der deutschen Krimi-Autoren) formulierende Österreicher verlangt ein sprachliches Einfühlungsvermögen, das nicht jeder Leser mitzubringen bereit oder in der Lage ist. Lässt man sich jedoch auf seinen experimentellen und grammatikalisch verkürzten Stil ein, verschaffen seine Romane nicht nur Sprachwissenschaftlern einen befriedigenden Zeitvertreib. Die direkte Ansprache durch den allwissenden und aberwitzig schwadronierenden Erzähler lässt den Leser sofort in Brenners Gedankenwelt eintauchen, die sich ebenso kurios wie kurzweilig ausnimmt. Haas bereitet den Krimiliebhabern in seinen Romanen eine perfekte Mélange aus Witz, Weisheit und Spannung, das einem nur zu sagen bleibt: Viele andere Krimis „nichts dagegen.“

Datenbank:0.0006 Webservice:0.0713 Querverweise:0.0533 Infos:0.0004 Verlag,Serie:0.0002 Cover:0.0000 Meinungen:0.0005 Rezi:0.0001 Kompett:0.1264

 

Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Brutal)

 

Links

 

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Infos Wolf Haas:
Biographie von Wolf Haas
Der Knochenmann
Das ewige Leben
Der Brenner und der ...ott

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Rowohlt, Reinbek

 

Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Österreich

Zeit:

2001

Serie:

Simon Brenner

Autor:

Haas, Wolf

Verlag:

Rowohlt, Reinbek

Erschienen:

Dez. 2002

Kritiker:

Jörg von Bilavsky

ISBN:

3-499-23331-2

ISBN(13):

978-3-4992-333-9

EAN:

9783499233319

Typ:

Taschenbuch

 

Wolf Haas

 

Der Linguist Wolf Haas lebt in Wien und hat als Werbetexter gearbeitet. Wenn seine Werbetexte nur halb so witzig wie seine Krimis sind, ist das schon ein Gewinn für die Werbebranche [mehr]

 

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