 | Äon Rezension von Michael Matzer Am Anfang des 21. Jahrhunderts taucht im Visier der Erdastronomen plötzlich ein rätselhafter Stein auf, der die Erde in weiter Entfernung umkreist. Aufgrund seiner Beschaffenheit kann er nicht natürlichen Ursprungs sein. Die pionierhaften Amerikaner landen als erste auf dem Stein, nehmen ihn in Besitz und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus: Die letzte der sieben Kammern im Stein hat nämlich kein Ende – sie führt in einen endlosen Raumzeitkorridor. In den Bibliotheken der verschwundenen Steinbewohner versuchen die Wissenschaftler nun das Rätsel seiner Herkunft zu ergründen. Der Stein kommt von der Erde eines anderen Universums, deren geschichtliche Entwicklung fast mit der unseren identisch ist. Zur Bestürzung der Forscher war die Geschichte dort schon weiter vorangeschritten: Stein und Korridor sind erst nach einem Atomkrieg von den Überlebenden geschaffen worden, sie kommen also aus unserer Zukunft, als Warnung. Trotz dieses Wissens können die wenigen Eingeweihten die katastrophe auch bei uns nicht verhindern. Russische Militärs, die den Stein nicht als Besitz der Amis anerkennen, versuchen, sich seiner durch einen Angriff zu bemächtigen – und lösen so auf der Erde den Krieg aus. Das Geschehen setzt sich auf dem Stein vor: Es kommt zu einem Waffenstillstand, woraufhin sich die Russen kräftig untereinander kloppen. Und aus dem Korridor tauchen ehemalige Steinbewohner auf, die eine Wissenschaftlerin kidnappen. Eine Expedition soll alle Unklarheiten beseitigen und natürlich die Entführte zurückholen – mehr soll hier nicht verraten werden. Die Fortsetzung erschien unter dem deutschen Titel "Ewigkeit" ebenfalls bei Heyne. Greg Bear gehört in die gleiche Liga von Hard-Science Fiction-Autoren wie David Brin, Gregory Benford und Larry Niven, allerdings mit einem Unterschied: Er hat keinen Abschluß als Physiker gemacht, sondern sich einfach hochgearbeitet, jedoch mit steigendem Erfolg. Seinen internationalen Durchbruch erzielte er mit dem Roman "Blutmusik" und dem vorliegenden "Äon". "Äon" strotzt nicht gerade vor Originalität, im Gegenteil: Klischeehafte Russen müssen für alle Übel herhalten. Manche Stellen wirken um des Umfangs willen aufgebläht, und Bears Zerstückelungstaktik stellt sich dem Handkungsfluß entgegen. Nützlich wären eine Rißzeichnung, ein Glossar und ein Namensregister gewesen, da der Leser mit Fachtermini nur so bombardiert wird. bei der Beschreibung der Steinstruktur und der Steinbewohnergesellschaft bleibt einiges an Verwirrung übrig. "Äon" ist ein Abenteuerroman, mehr nicht. Aber für manchen Leser ist das bereits ausreichend.
Eure Meinungen:
| Greg Bear überfordert stellenweise den Leser mit wirklich sehr schwer nachvollziehbaren Objektbeschreibungen und phyikalischen Grenzgängen. Schwer ist für jemanden, der sich nicht direkt mit der Materie befaßt hat zu verstehen, was eine Singularität, der "Defekt" im Roman nun eigentlich ist und ich fidne auch grundlegende Fragen werden nur ungenügend beantwortet. Wie ist der Weg entstanden? Welchen Zweck hat er wirklich? Wie funktionieren die Tore in die Universen? Mich hat das Lesen des Buches nicht wirklich befriedigt. [Ballhause] |
| Schade, dass exzellente Hardcore-SF, wie sie in diesem Fall vorliegt, einige Leser schon so überfordert. Gerade i Äon sind die philosophischen Verwicklungen das eigentlich interessante, um die technischen Details geht es garnicht. Überdies gab es den "bösen Ivan" noch, als das Buch geschrieben wurde, und Greb Bear macht alles andere als alle Russen zu Verteufeln. Im Gegenteil: Pawel Mirsky wächst zu einer der Helden heran im Laufe der Geschichte. Äon ist streckenweise zäh geschrieben, und das ist vermutlich auch der Grund, warum viele das Lesen aufgeben, bevor es richtig spannend wird. In diesem Fall ein Verlust. [Druesling] |
| Aon ist mit Abstand eines der besten Hard-Sf-Buch. Schliesse mich dem vorherigen Kommentar an, das das Hauptthema des Buches nicht die Technik ist, sondern die Darstellung der Politik, Kultur und Gesellschaft und der Philosophie der Zukuenftigen Menschen. Und das hat Greg Bear perfekt gemacht. Kommentare wie "..strotzt nicht vor originalität" versteh ich nicht, der Kommentator scheint entweder das Buch nicht gelesen zu haben, oder findet keinen Zugang zur Thematik. Derjenige sollte dann bei standart-scifi bleiben und startrek-romane rezensieren. Der zweite Teil "eiwgkeit" faengt etwas schwergaengig an, entwickelt sich dann aber auch sehr gut, und ist alles in allem eine gelungene fortsetzung des Meisterwerkes. nicht ganz so genial wie der erste Teil, aber das ist auch schwer zu toppen. [Laaz] |
Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung von Michael Matzer. Neben seiner Arbeit in der Welt der Datenverarbeitung schreibt Micheal Matzer professionell Rezensionen im Bereich der phantastischen Medien. Datenbank:0.0013 Webservice:0.0855 Querverweise:0.2365 Infos:0.0013 Verlag,Serie:0.0008 Cover:0.0000 Meinungen:0.0025 Rezi:0.0003 Kompett:0.3285 |  |