Online Rezensionen->alle->Das Geheimnis der Finsternis  

Zurück zur Startseite des X-Zines Diskutiert mit uns Unterstützt uns durch Bestellungen Fantasy-Bücher und -Geschichten Science-Fiction-Bücher und -Geschichten Horror-Bücher und -Geschichten Rollenspiele Trading Card Games PC- und Konsolenspiele Musik Comix

Bedienungsanleitung

Zurück zur Startseite des X-Zines

Erweiterte Suche

Das Geheimnis der Finsternis

Wollenschläger, Liane

Rezension von Dominik Cenia
Aus der Reihe "Der Herr der Ringe"


Keine Frage, Liane Wollenschlägers Roman „Die Dunkle Macht“ ist bei weitem eines der umstrittensten Werke der „Tolkien Fan-Fiction Literatur“ (eine bessere Beschreibung ist mir nicht eingefallen...). Nicht nur das sie eigenständig ihre Geschichte als Buch veröffentlicht hatte. Nein, auch ein nicht gerade klein geratener Rechtstreit bei dem Begriffe wie „Copyrightverletzung“ oder „Vergehen am geistigen literarischen Eigentum Tolkiens“ in der Luft schwebten, sorgten für viel Zündstoff rund um den Roman.


Es gab gleichermaßen Fans als auch richtige „Liane-Verachter“, manchmal mit mehr und manchmal mit weniger reifen Argumenten und Meinungen.


Wie dem auch sei, mittlerweile wurde die Geschichte komplett umgeschrieben, um jeden Tolkien-Bezug zu entfernen. Orks und Elben, allgemeingültige Begriffe der modernen Fantasy sind natürlich gleichgeblieben. Aber sämtliche Namen und Orte aus Mittelerde wurden durch neue ersetzt, was für die Autorin ein nicht gerade unwesentlicher Kraftakt gewesen ist!


Hinzu kamen Gerichts- und Druckkosten, ein Heer von Kritikern, ein abgesprungener Lektor, und und und...


Wie man sieht, hatte es die Autorin nicht leicht ihren „Traum“ einer eigenen Fortsetzung des Herrn der Ringe zu verwirklichen.


Doch lassen wir Mittelerde hinter uns. Der Roman spielt in der alten Welt Midgard (hat aber nichts mit dem Rollenspiel zu tun), und die Handlung des ersten Bandes wird dirkt aufgegriffen. Der böse Morodan ist weiterhin von der Dunklen Macht besessen, und seine Pläne scheinen aufzugehen. Es ist ihm gelungen die beiden Könige Valmeron und Eomenric mit ihren Armeen nach Rainland die Heimat der Tobbies zu locken. Dort mussten die vereinten Heere der Menschen einer Bedrohung übermächtiger Wölfe Herr werden.


Dadurch waren die beiden Reiche Asturien und Odhrain weitgehend ungeschützt, wodurch Morodan Verrat und Unruhe in den Ländern der Menschen stiften konnte.


Während also in Asturien eine kleine Schar von Verrätern sich mit Morodans Orks verbündet, und nach dem Thron von König Eomenric trachtet, versuchen weiterhin der Waldläufer Meoseld mit seinen Freunden herauszufinden, wer hinter all diesen finsteren Taten steckt.


Währenddessen spühren der Tobbie Fesimo Forklin und sein Freund der Zauberer Godhien das auf Midgard erneut das Böse erwacht ist. Leider sind die beiden jedoch mit dem Schiffen der Elben, zusammen mit Torendan und Tanira nach Westen gesegelt. Werden sie es schaffen, doch noch nach Midgard zurückzukehren?


Eine vielversprechende Handlung wartet auf den Leser. Und der hat allen Grund gespannt zu sein, denn der erste Roman bot eindeutig mehr als genug Stoff einige „ganz große Ereignisse“, wenn man es denn so ausdrücken will.


Leider...zeigt sie die Realität ernüchternd anders. Erstmal wären da die Namen! Hobbits sind jetzt Tobbies (Verwandte der Teletubbies?), das Auenland nennt sich jetzt Rainland, Frodo heißt jetzt Fesimo, Legolas wird zu Femulas und Gimli zu Grymbli! Sicherlich, die Autorin hatte es bestimmt nicht leicht einen Ersatz für all die schönen Namen aus Mittelerde zu finden, aber ganz ehrlich...hier wurde größtenteils gepfuscht, bzw. nicht genug Zeit zum Nachdenken genommen.


Somit wirken die Namen aufgesetzt...falsch...und fast schon blasphemisch! Doch es geht leider noch weiter. Denn die Autorin hat abgesehen von den Namen die eigentliche Grundgeschichte von Mittelerde nicht verändert. Der eine Ring war eben der Ring der Nibelungen, Sauron war Loki und die Waldläufer des Nordens werden zu Etrikaners bzw. Roskildern (Roskilde...irgendwoher kenne ich den Ort doch). Das ganze schmeckt einfach viel zu sehr nach dem Herrn der Ringe und nach Mittelerde.


Die Autorin hat versucht, durch eigene Ideen und jede Menge nordischer Mythologie (denn daher kommen die meisten Namen und Begriffe) gleichermaßen eine Distanz als auch Nähe zu Tolkiens...ich nenne es mal „Geschichtsidee“ zu bewahren.


Herausgekommen ist dabei jedoch leider eine ein Hybrid aus Tolkiens Mittelerde und der eben genannten nordischen Mythologie, die kräftig fü diesen Roman verwurstet wurde.


Leider kommt auch die Handlung nicht wirklich ins Rollen. Bis zur Mitte des Romans passiert quasi nichts, was nicht auch auf den ersten fünfzig Seiten hätte passieren können. Und gegen Ende plagt und schleppt sich die Geschichte größtenteils mit Nebenhandlungen und –sächlichkeiten herum.


Traurig aber wahr, der Roman ist schlecht. Das Elben seit neusten sogar „Kapitänspatente“ erwerben können und sich die Autorin selber in Form der Elbin Liane (die übrigens alles kann, und ganz toll ist, und sowieso...) ins Spiel bringt, kann auf diese Weise sogar schon ein wenig zur Belustigung führen. Hier passen Wortwahl, Hintergrund und Stil einfach nicht zusammen.


Was bleibt ist leider ein völlig verschenktes Potential, die Geschichte wirklich großartig werden zu lassen. Irgendwie hat hier alles noch jede Menge Ecken und Kanten, und will so gar nicht zusammenpassen. In Anbetracht dessen das die Geschichte ja nicht mehr in Mittelerde spielt, sogar nicht etwas Gutes. Hätte ich das Buch nämlich aus „Mittelerde-Perspektive“ betrachten müssen, wäre die Kritik bei weitem schlimmer ausgefallen. Es sind einfach zu viele Dinge, die ganz und gar nicht gepasst hätten.


Naja, zumindest hat sich die Autorin den Vorschlag zu Herzen genommen, und den Gewaltfaktor deutlich nach unten geschraubt. Das hält die Bösewichte des Romans jedoch nicht davon ab, ganz klassisch dem Helden ihren Plan zu erzählen und dabei grauenhaft zu lachen, ehe sie diese umbringen. Soviel zum Thema Klischees...


Beenden wir diese Rezension. Mir persönlich tut es wirklich in der Seele weh dieses vernichtende Urteil zu fällen. Immerhin war der erste Band wirklich vielversprechend. Aber nach diesem Werk hier sollte sich die Autorin für ihren dritten Teil wirklich schnell etwas Gutes einfallen lassen, sonst versinkt das Schiff noch ehe es den Westen erreichen sollte.


Bestellen kann man den Roman unter http://www.die-dunkle-macht.net. Dort lässt sich mittlerweile auch der umgeschriebende erste Band finden und ebenfalls bestellen.

Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung der Redaktion von Ringbote Online. Ringbote ist ein traditionelles Rollenspielmagazin, das seine Wiedergeburt im Internet gefunden hat.

Datenbank:0.0012 Webservice:0.1161 Querverweise:0.0050 Infos:0.0009 Verlag,Serie:0.0004 Cover:0.0001 Meinungen:0.0010 Rezi:0.0002 Kompett:0.1252

 

Wertung

 

Gesamt:

(Mies)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Langweilig)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

Links

 

Shopping:
kauf mich 2nd Hand bei abebooks

Mehr von Liane Wollenschläger:
Die Dunkle Macht

Infos Handelskontor Osthoff:
Produkte im X-Zine

Navigation:
Zurück
Druckerversion

 

Infos

 

Sprache:

Deutsch

Serie:

Der Herr der Ringe

Autor:

Wollenschläger, Liane

Verlag:

Handelskontor Osthoff

Erschienen:

Apr. 2004

Kritiker:

Dominik Cenia

Typ:

Taschenbuch

 

Werbung

  booklooker.de - Der Flohmarkt für Bücher

 
Buch24.de - Bücher versandkostenfrei
 
Libri.de - Und Bücher kommen immer gut an