 | Die Tochter der Aphrodite Rezension von Victoria Einstmals während der Perserkriege: die vierzehnjährige von der Insel Lesbos stammende Daphne wird nach einem Überfall der Barbaren in Griechenland am Strand aufgegriffen. Der Athener Feldherr und Politiker Themistokles (525 v. Chr. – 460 v. Chr.) beschließt, Daphne als Sklavin zu verkaufen, doch ein anderer Grieche verhindert dies. So wird sie von Melissa, der Lieblingshetäre des Themistokles, ebenfalls zu einer solchen ausgebildet. Eine heranwachsende Frau, schön wie Aphrodite (Göttin der Schönheit, Verführung und sinnlicher Liebe) verdreht den reichsten und klügsten Männern Griechenlands den Kopf. Themistokles, der zunächst keinerlei Interesse an ihr zeigt, macht sich auf den Weg, sie zu suchen, als Daphne von den Persern entführt wird. Philipp Vandenberg hat mit diesem historischen Roman sehr anschaulich das Leben und Kämpfen im alten Griechenland geschildert, sodass der Leser sich in die Zeit Xerxes und Konsorten rein versetzen kann. Hierbei lässt er dem Leser Wissenswertes über die Lebensgewohnheiten sowie Werte der Zeit um 500 v. Chr. erfahren. So zum Beispiel ist die gleichgeschlechtliche Liebe besonders unter Männern nichts Außergewöhnliches gewesen. Die Knabenliebe hatte sogar eine erzieherische Funktion. Zum Berufsbild der Hetäre (Hetäre bedeutet Gefährtin) wird postuliert, dass diese philosophisch und musisch gebildet seien und sich nicht jedem Mann hingeben. Die Männer lassen sich mit den Hetären in der Öffentlichkeit sehen. Dass die Hetären sich untereinander nicht immer gut verstehen, ist nicht verwunderlich, schließlich gab es auch damals schon Neid und Eifersucht. Auch Liebe, Leidenschaft und Eifersucht sind Themen des Romans. So lässt sich zusammengefasst feststellen, dass Philipp Vandenberg gute, kurzweilige Unterhaltung mit geschichtlich fundiertem Wissen liefert. „Die Tochter der Aphrodite“ spricht Leser – vermutlich überwiegend weibliche – an, die Freude an historischen Romanen und an Sandalenfilmen haben. Sicherlich sind die Tugenden der Männer beschönigend dargestellt, doch in der Belletristik hat der Leser ein Recht darauf ein wenig zu träumen und sich der fiktiven Welt hinzugeben. Datenbank:0.0014 Webservice:0.0737 Querverweise:0.1464 Infos:0.0009 Verlag,Serie:0.0005 Cover:0.0000 Meinungen:0.0014 Rezi:0.0002 Kompett:0.2247 |  |