 | Die Spiegelbeichte Rezension von Victoria Olga María, eine dreißigjährige Boutiqueinhabererin , Mutter zweier Mädchen und verheiratet mit einem Werbefachmann, wird kaltblütig in ihrem Wohnzimmer erschossen. Eineinhalb Stunden vor dem Mord war Olga María noch mit ihrer engsten Freundin Laura Rivera, die sie seit ihrer Schulzeit kennt, zusammen gewesen. Laura Rivera beginnt, dieser Sache nach zu gehen, denn schließlich ist sie über zwanzig Jahre mit der Ermordeten befreundet gewesen. Dabei muss sie feststellen, dass sie keinesfalls alles über Olga María wusste. So treten einige Liebschaften der Toten zu Tage, von der die geschiedene Laura Rivera nichts wusste. Bereits nach kurzer Zeit ist der Täter gefasst. Es handelte sich um einen Auftragsmord. Im Laufe des Geschehens kommen viele potentielle Auftraggeber in Frage. Das Buch ist in einem einzigen Monolog verfasst; Laura erzählt diese Geschichte einer Freundin. „Die Spiegelbeichte“ ist so spannend und unterhaltsam geschrieben, dass man es an einem Stück lesen möchte und dies auch tun sollte. Der Monolog lässt erkennen, wie oberflächlich, arrogant und vor allem ignorant sich Personen aus der Oberschicht verhalten. Als Beispiel: „Ich verstehe nicht, warum es keine Friedhöfe in besseren Gegenden gibt. Alle liegen sie ziemlich weit weg und abgelegen, umgeben von gefährlichen Elendsvierteln. Nun, Tatsache ist, dass die Randgebiete dieser Stadt krank sind. Das hat mir Diana gesagt, die immer erstaunt darüber ist, wie die Villenviertel der anständigen Leute praktisch von Elendsquartieren eingekreist sind, von dem Gesindel, aus dem sich das Verbrechertum rekrutiert.“ ...wieso ist es denn für Reiche in den Elendsvierteln gefährlich? ... wie anständig sind die Leute aus den Villenvierteln bzw. was verstehen die Leute aus der Oberschicht unter dem Begriff „anständig“? Mit den Themen Politik, Gesellschaftsleben, Gewalt, Sex und Drogen, sowie soziale Differenzen hat der Autor ein realistisches Bild der salvadorianischen gegenwärtigen Wirklichkeit geliefert. Dies tut er gnadenlos ehrlich; Es wird nichts beschönigt. Des weiteren animiert der Krimi den Leser dazu, sich näher mit dem Land El Salvador, ein Land, so groß wie Hessen und somit kleinstes Land in Mittelamerika, zu beschäftigen. Was ist aus der Kirche des am 24.März 1980 während einer Messe erschossenen Erzbischof Oscar Romero geworden? Welche Chancen gibt es heute für die Armen des Landes? Eine anregende Lektüre.
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