 | Fliehe weit und schnell Rezension von KK Aus der Reihe "Kommissar Adamsberg" Die Pest kehrt zurück. Mitten in Paris wird das erste Opfer gefunden, von Flohbissen übersät und schwarz. Die Medienberichte schüren die Ängste und die Panik der Bevölkerung und da hilft es wenig, dass die Polizei herausfindet, dass die Opfer erdrosselt wurden und mitnichten am Schwarzen Tod starben. Kommissar Adamsberg, der Leiter der Abteilung für Kapitalverbrechen hat die ersten Anzeichen für diese Katastrophe kommen sehen als im 18. Arrondissement der Stadt auf einmal auf Wohnungstüren seitenverkehrte Vieren aufgemalt wurden. Nur einige Türen wurden ausgespart. Glaubte er anfangs noch an einen Grafitti-Künstler, muß er bald feststellen, dass doch mehr dahinter steckt. Die Vieren sind ein Schutzzeichen gegen die Pest und alle Opfer, die gefunden werden hatten von dem Täter keine Vier auf ihre Haustür gemalt bekommen. Natürlich rüstet jetzt halb Paris auf und sicherheitshalber malen die Bewohner sich selbst eine Vier auf die Haustür, um sich vor der Pest zu schützen. Doch es gibt noch weitere Hinweise, die an Kommissar Adamsberg heran getragen werden. An einer Metro-Station in Montparnasse geht der ehemalige Seemann Joss Le Guern einer alten Familientradition nach. Als er aus dem Gefängnis entlassen worden war und in Paris keine Arbeit fand erinnerte ihn in einer alkoholträchtigen Nacht der Geist eines Vorfahren daran, womit man in der Familie Le Guern den Lebensunterhalt verdient. Und so wird Joss Le Guern Ausrufer von Lokalnachrichten. Anfangs belächelt in einer Zeit von Telefonen, Tageszeitungen und dem Internet hat er doch einen erstaunlichen Erfolg und ein gutes Einkommen, wenn er mehrmals täglich für je 5 Francs das Stück die Nachrichten verliest, die ihm in einen Briefkasten gelegt werden. Liebeserklärungen, Verkaufsangebote für Bohnen, Möbel und Motorräder, anonyme Drohungen und Verleumdungen findet Le Guern und verliest sie nach genauer Prüfung. Doch in letzter Zeit findet er Texte, die in altem französisch oder gar Latein verfaßt sind und die die Ankunft von etwas Schrecklichem verkünden. Ein Nachbar von Le Guern hört mit Faszination diese Nachrichten und dank seiner Literaturkenntnisse und Nachforschungen kann er schließlich Kommissar Adamsberg sicherheitshalber und vorsorglich mitteilen, dass da einer in diesen Nachrichten die Ankunft der Pest ausrufen läßt. Kein leichter Gegner für Kommissar Adamsberg. Die Leichen mehren sich und vielleicht hilft ja nur noch das, was der Täter verschlüsselt ebenfalls auf den Türen mit den Vieren hinterlassen hat: „Fliehe weit und schnell“. Fred Vargas entwirft ein spannendes Szenario, das mit zahlreichen interessanten Charakteren aufwarten kann, die so präzise und menschlich dargestellt sind, das man eigentlich nur noch genießen braucht. Das in der schnelllebigen heutigen Zeit alte Tugenden, Traditionen und auch Ängste überleben und ihren Platz haben und finden zeigt die Autorin eindrucksvoll. Aber auch das es doch die ureigensten Motive sind, die Menschen dazu bringen zu töten, machen diese Buch so lesenswert.
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