 | Call of Cthulhu Gamemasters Pack (D20) ChaosiumRezension von amel Aus der Reihe "Cthulhu (D20)" Als erste Veröffentlichung für die d20-Umsetzung des Regelwerks von Call of Cthulhu hat Chaosium einen Sichtschutz auserkoren. Der Sichtschutz wird ergänzt von vier Lesezeichen, einem Heft mit Abenteuer und anderen Kleinigkeiten und einem weiteren Heft mit Formularen und Briefbögen. Die Außenseite des dreiseitigen Pappaufstellers ist mehr als gelungen. Sie zeigt den oberen Teil des bekannten CoC-Covers (Version 5.5): einen im Dunkeln drohenden Cthulhu über den Spitzen von eiförmigen Formationen. Auf der Innenseite sind die üblichen Tabellen und Auflistungen: ein kurzer Index zum schnellen Auffinden von Regeln im Buch, ein paar Stichworte zum Kampf, die Verteidigungswerte von verschiedenen Objekten, Tabellen zum Thema Wahnsinn usw. Leider sind Texte und Tabellen auf einem dunklen Hintergrund gedruckt, der auch noch durch weiße Bilder „bereichert“ wird. Die Übersichtlichkeit bleibt dabei auf der Strecke; bei der üblichen etwas schummrigen Beleuchtung am Spieltisch wird es schwierig werden, Informartionen schnell zu finden. Dafür sind die Tabellen aber halbwegs vollständig. Die Lesezeichen bestehen aus dickem, beigefarbenem Papier und zeigen thematisch geordnet je einen kleinen Index. Die Formulare sind etwas, das eigentlich schon lange hätte veröffentlicht werden sollen. Man findet nicht nur einen Totenschein und Briefbögen des Arkham Sanatoriums und der Miskatonic University, sondern auch Zahnarzt-Unterlagen, ein Fingerabdruck-Formular und andere nützliche Dinge. Natürlich sind sie auf den amerikanischen Raum und ganz besonders auf Arkham zugeschnitten, aber selbst wenn man nicht in Amerika spielt, kann man sie gut als Vorlage benutzen, um sich eigene Formulare zu erstellen. Das Layout des letzten, ca. 50-seitigen Heftes ist das gleiche, das wir von deutschen Publikationen gewohnt sind. Nachdem Chaosium sich das Layout für seine Geburtstags-Sonderausgabe „geborgt“ hat und dafür auch noch den Origins-Award bekommen hat, ist das auch nicht weiter überraschend. The Lost Temple of Yig heißt das enthaltene Abenteuer. Es ist eine Vorbereitung auf das bald erscheinende Pulp Cthulhu, das Cthulhu in die 30er Jahre verlegt und die Stimmung der Pulp-Geschichten dieser Zeit aufgreifen soll. Es ist zwar nicht gerade eine Ansammlung von Innovationen, aber übernimmt ohne Umwege die „Action“ des Pulps und übersetzt diese in ein Abenteuer mit bösen Schatzjägern, einem verlorenen Tempel, massenweise Schlangen und Eingeborenen mit spitzen Speeren. Der Aufbau der Handlung ist altbekannt und in anderen Cthulhu-Abenteuern erprobt, allerdings hält sich hier niemand mit langen Nachforschungen auf, noch wird versucht, auf subtile Weise eine gruselige Stimmung zu erzeugen. Die Handlung entfaltet sich gradlinig und trockene Passagen werden mit Kämpfen oder anderen Action-Szenen gefüllt. So manchem „ernsthaften“ Cthulhu-Spieler, der ohnehin sehr skeptisch auf das Erscheinen von Cthulhu d20 und Pulp Cthulhu blickt, wird diese Vorstellung den Schweiß auf die Stirn treiben. Ein Abenteuer, das viel mehr an Indiana Jones als an die Geschichten des Meisters erinnert: schrecklich. Und wahrhaftig gleicht die Geschichte an manchen Stellen mehr bekannten Fantasy-Abenteuern als Cthulhu, aber es funktioniert und macht neugierig auf weitere Publikationen. Und spannend ist es allemal. Das Abenteuer wird übrigens mit Werten für d20 und „Classic Cthulhu“ geliefert. Im zweiten Teil des Heftes wird der Vanguard Club beschrieben, ein Club, dem die Charaktere angehören können und der einer von mehreren ist, die in Pulp Cthulhu vorgestellt werden. Der Club ist eine Vereinigung von Neugierigen, die sich auf die Fahne geschrieben haben, die Welt zu erforschen und die Ergebnisse zu sammeln, in etwa vergleichbar mit der Talamasca aus Anne Rices Vampirromanen. Er bietet den Charakteren Informationsquellen und andere Unterstützung, und wenn die Sterblichkeitsrate in die Höhe geht, dann ist der Club eine hervorragende Quelle für Nachschub. Auf fünf Seiten werden einige Informationen über den Club, seine Ziele und seine Vergangenheit gegeben (die aber nur ein Teil dessen sind, das man in Pulp Cthulhu erfährt). Errata der Grundregeln, Konversionsregeln zwischen d20 und den ursprünglichen Cthulhu-Regeln und einige hässliche und unübersichtliche Charakterbögen bilden den Rest des Heftes. Fazit: Na ja, ein Sichtschutz eben. Erwähnenswert sind das kurze, gelungene Abenteuer, mit dem man gut Anfänger an das Spiel heranführen kann, die Formulare und das Bild auf dem Sichtschutz. Negativ fällt die Unübersichtlichkeit der Tabellen und der Charakterbögen ins Gewicht. Leider ist das Gamemaster’s Pack ziemlich teuer, wie so viele Publikationen in letzter Zeit. Ob man fast 26 Euro ausgeben will, muss jeder für sich selbst entscheiden, aber im Großen und Ganzen ist das Pack durchaus gelungen. Eine Rezension unseres Partners Envoyer Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung der Redaktion von Envoyer.de. Envoyer ist das einzige Rollenspielmagazin Deutschlands, das monatlich im Druck erscheint und ist unschlagbar in der Preis/Leistungsbilanz. [Werbung] Das einzige monatliche Rollenspielmagazin Deutschlands. Jetzt sich ein kostenloses Testabo holen! Datenbank:0.0014 Webservice:0.0909 Querverweise:0.7020 Infos:0.0154 Verlag,Serie:0.0009 Cover:0.0028 Meinungen:0.0023 Rezi:0.0004 Kompett:0.8166 |  |