 | Der Weber Rezension von Ashyra Aus der Reihe "Perdido Street Station" Die fünf gefährlichen Gierfalter, die im ersten Roman entkommen sind, richten immer mehr Chaos in New Crobuzon an. Nicht nur die Regierung, sondern auch die parasitär-lebenden Handlinger bemühen sich jetzt, die Falter unschädlich zu machen. Isaac Grimnebulin und seine Begleiter sind auf der Flucht vor der Regierungsgewalt und werden von dem Weber, einem riesigen Spinnenwesen entführt. Als Vielgestalt, einer der mächtigsten Männer in New Crobuzons Unterwelt, Isaacs Geliebte Lin entführt, nimmt die Katastrophe immer größere Ausmaße an. Aber die Gruppe auf derJagd nach den Faltern bekommt auch Unterstützung - von einer riesenhaften, denkenden Maschinen und drei Aventuriers... Im zweiten Band von "Perdido Street Station" zeigt Autor China Miéville, dass ihm die Ideen noch lange nicht ausgegangen sind: eine neue Spezies, die sogenannten "Handlinger" tauchen auf und die intelligenten, dampfbetriebenen Maschinen spielen eine wichtige Rolle. Die Handlung, die sich jetzt vor allem auf die Jagd nach den Faltern konzentriert, ist eindeutig fantasy-lastiger als im ersten Roman. Ausserdem stoßen drei Södner zu der Gruppe, in die sich jetzt auch Yagharek integriert. (Und am Ende wird schließlich das Geheimnis um das Verbrechen gelüftet, das ihn dazu verurteilte, seine Flügel zu verlieren.) Am Faszinierendsten an "Der Weber" finde ich persönlich den Arachnoiden, der dem Roman den Namen gegeben hat, auch wenn er nicht so eine große Rolle spielt, wie der Titel vermuten lässt (im Original gibt es einfach nur "Perdido Street Station 1-8", die Titel der dt. Romane stammen aus der Feder des Verlags). Weiterhin findet man in "Perdido Street Station" all das, was schon den ersten Teil zu einem interessanten, fesselnden Buch - oder besser - Erlebnis machte: eine spannende Handlung, eine Menge teilweise grotesker, aber umso interessanterer Charaktere, ein einzigartiges Setting und ein Autor, der sein Handwerk sehr gut versteht. Die beeindruckende Fülle des Wortschatzes ließ mich zum Beispiel einige Male stirnrunzelnd zum Wörterbuch greifen. Miévilles Art, eine Geschichte zu erzählen, ist vor allem glaubwürdig - es gelingt ihm Orte und Spezies zu beschreiben, für die man die meisten anderen Autoren einfach ausgelacht hätte. Die begonnenen Handlungsbögen werden zum Höhepunkt mehr und mehr zusammengeführt - hin zur Perdido Street Station; und am Ende gibt es nur eines, was negativ zu bemängeln wäre: dass das Buch zu Ende ist. Was die Definition des Genres von "Perdido Street Station" angeht, habe ich inzwischen erfahren, dass es als "Urban Fantasy" bezeichnet wird. Science-Fiction-Elemente finden sich an den Stellen, an denen Techniken wie Metallthaumaturgie eingesetzt werden, und die ´konstruierte Intelligenz´ der lochkarten-verschlingenden Konstrukte ist aus heutiger Sicht noch futuristisch. Etwas unverständlich ist übrigens, warum Bastei sich entschieden hat, die Schriftgröße bei diesem Band plötzlich zu erhöhen, so dass beinahe jeder Satz sich über drei Zeilen erstreckt. Und das in einer Zeit, in der Bücher immer teurer werden. Fazit: Alle, die den ersten Teil gelesen haben, werden sowieso nicht darum herumkommen, auch dieses Buch zu lesen. Und die, die den ersten Teil nicht gelesen haben, sollten sich dafür schleunigst eine gute Ausrede überlegen.
Eure Meinungen:
| >warum Bastei sich entschieden hat, die >Schriftgröße bei diesem Band plötzlich >zu erhöhen, so dass beinahe jeder >Satz sich über drei Zeilen erstreckt Warum Bastei sowas tut ? Um aus einem einfachen Roman mit 625 Seiten eine "Serie" zu machen, eine widerliche Geschäftspraxis, die man wohl von Verwurstungsspezialist Heyne (Rad der Zeit) gelernt hat. Schade, denn gerade Bastei hat ja früher mit so manchem dicken Wälzer (Moorcock, Wagner) mein Herz erfreut. Natürlich ist Perdido Street Station als Roman ein geniales Meisterwerk, aber wer solche ekelerregenden Verlagsspielchen nicht für alle Ewigkeit zementieren will, sei die englische Ausgabe ans Herz gelegt: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/0345459407/qid=1064225580/sr=1-1/ref=sr_1_10_1/028-5587773-9338952 Die ist außerdem auch noch billiger als eine deutsche Romanhälfte (z.Zt. 7,63 €). [Klaus Schmitz] |
| Ein grossartiges Buch genau wie die Falter.Man riecht,schmeckt und fühlt die Stadt förmlich so gut wird die Stadt dargestellt. [Frank Reichenbach] |
Datenbank:0.0010 Webservice:0.0711 Querverweise:0.1357 Infos:0.0008 Verlag,Serie:0.0007 Cover:0.0000 Meinungen:0.0015 Rezi:0.0002 Kompett:0.2114 |  |