 | Satori City 2.0 Rezension von Michael Matzer Alexander Besher war Chefredakteur der Zeitschrift Chicago Review, bevor er eine erfolgreiche japanische Krimiserie entwickelte und Schriftsteller wurde. Dieses Buch ist sein erster Roman. Daß Besher, der Sohn weißrussischer Eltern in China geboren wurde und in japan aufwuchs, merkt man seinem Roman auf jeder Seite an: Die Kultur, Sprache und das Verhalten dieser Nationen sind ihm so geläufig wie nur wenigen anderen Autoren, Eric van Lustbader einmal ausgenommen. Daß der Autor mit dem Fernen Osten so vertraut ist, setzt allerdings beim westlichen SF-Leser ebenfalls eine gewisse Vertrautheit voraus. Gibson leistete zwar schon Vorarbeit, aber Besher geht doch weit über die Neuromancer-Trilogie hinaus. In der Welt des Jahres 2026/27, die er als realen Hintergrund schildert, haben die japanischen Großkonzerne die westliche Wirtschaft übernommen und Sake, Sushi und Nintendo sind allgemeiner Sprachgebrauch. Auch die Unterhaltungs-, Computer- und Bewußtseinsindustrie sind fest in Nippons Hand. Der größte Ort im Cyberspace, Gamespace, gehört einem zwielichtigen Konzern namens Satori und steckt in ziemlichen Schwierigkeiten: Ein tibetanischer Softwareentwickler hat Satori und seinem Konkurrenten ein fehlerhaftes Betriebssystem für den Cyberspace verkauft, das einen Virus freisetzt, der die Besucher des Cyberspace bedroht. Unser Mann in San Francisco, der Anthropologe und frühere Privatdetektiv Frank Gobi, wird von Satori angeheuert, als es zum Ernstfall kommt: Der Virus hat Gamespace zum Absturz gebracht, die Bewußtseine mehrerer hundert Besucher dabei getötet und hält die Bewußtseine von tausenden weiterer Spieler im Gamespace gefangen. Da sich unter ihnen Gobis Sohn befindet, hat Frank guten Grund, im Wettlauf gegen die Zeit das Gegenmittel gegen den Virus zu finden und zu aktivieren. Damit beginnt eine faszinierende, aber auch anstrengende Abenteuerreise durch die realen und virtuellen Welten im Jahr 2027, die eines James Bond in jeder Hinsicht würdig ist: schöne Frauen, finstere Schurken, zwielichtige Konzernmanager, waghalsige Verfolgungsjagden - alle Zutaten finden sich, doch Plilip Marlowe, pardon: Frank Gobi löst den Fall in letzter (wann sonst?) Sekunde. Wer sich von den zahlreichen japanischen Namen, dem selbstverständlichen Umgang mit asiatischem Heil- und Geheimwissen (Chakras, Shiatsu, Tantra, Tibetisches Totenbuch usw.) nicht abschrecken läßt, wird mit rasanter, abwechslungsreicher Lektüre unterhalten. (c) Michael Matzer (http://www.matzer.de) Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung von Michael Matzer. Neben seiner Arbeit in der Welt der Datenverarbeitung schreibt Micheal Matzer professionell Rezensionen im Bereich der phantastischen Medien. Datenbank:0.0007 Webservice:0.1044 Querverweise:0.0049 Infos:0.0032 Verlag,Serie:0.0004 Cover:0.0006 Meinungen:0.0016 Rezi:0.0003 Kompett:0.1164 |  |