Die Judasrose Rezension von Michael Matzer Aus der Reihe "Ozark-Trilogie"Frauen sind im erzkonservativen Amerika des 23. Jahrhunderts, wie es die Moral Majority unter Reagan anstrebte, fast vollständig diskriminiert. Den Frauen wurden alle rechte entzogen, die sie sich im 20. Jahrhundert erkämpft hatten. Es ist ihnen nun untersagt, gehobene Berufe auszuüben, ohne Einwilligung des Ehemanns geldgeschäfte zu tätigen oder sich einer ärztlichen Behandlung zu unterziehen. Den Frauen der berühmten Linguisten-Dynastien geht es nicht anders. Auch sie werden von den Familienchefs wie Haustiere und Gebärmaschinen gehalten und eingesetzt. Den Frauen und ihren Kleinkindern fällt die schwierige Aufgabe zu, Kontakte mit den verschiedenen raumfahrenden Rassen herzustellen und auszubauen, mit denen die Erde Handelsbeziehungen pflegt. Allein das Gehirn von Babys und Kleinkindern im Vorschulalter ist noch formbar genug, um die fremdartigen Denk- und Sprachmuster von Aliens zu erkennen und sie in eine Menschensprache zu übersetzen (eine gewagte These!), um dann später als Dolmetscher dafür tätig sein zu können. Für diesen Job bmüssen die Frauen sehr viele Babys gebären. Diese mühselige und frustrierende Arbeit ist zugleich die einzige Chance für die Frauen, eine Geheimsprache namens La´Adan zu schaffen. Diese wird von den Männern nicht verstanden, so daß die Frauen wenigstens ein winziges Stück Freiheit und Unabhängigkeit abknapsen können. Der katholischen Kirche sind derlei Umtriebe natürlich Ketzerei. Sie gewinnt in Schwester Miriam Rose eine Expertin, die das Vertrauen der unbotmäßigen Frauen erschleichen und solcher Insubordination auf den Grund gehen soll. So soll der "Eiterherd" bekämpft, die Vorherrschaft der Kirche gesichert und die Macht des Patriarchats erhalten werden. Allerdings hat niemand mit der Eigeninitiative dieser Judas-Rose gerechnet. Und auch nicht mit der Ankunft von Aliens, die der menschlichen Rasse überlegen sind und mit der Herrschaft der Männer kurzen Prozeß machen. Fazit Auch wenn in diesem zweiten "Native tongue"-Roman die Männer nicht mehr durchgehend negativ charakterisiert werden, so liegen doch immer noch die für die Autorin typischen Schwächen in der Handlungsführung offen. So wendet sich das Interesse unweigerlich den linguistischen Erfindungen und dem neuen, voll Überraschungen steckenden Charakter der Judas-Rose. (c) Michael Matzer (www.matzer.de) Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung von Michael Matzer. Neben seiner Arbeit in der Welt der Datenverarbeitung schreibt Micheal Matzer professionell Rezensionen im Bereich der phantastischen Medien. Datenbank:0.0012 Webservice:0.2736 Querverweise:0.2438 Infos:0.0033 Verlag,Serie:0.0009 Cover:1.0675 Meinungen:0.0022 Rezi:0.0003 Kompett:1.5932 |