 | Auf Bewährung - Mein Jahr als Staatsanwalt Pragst, RobertRezension von Heike Rau Der Überfall auf den kleinen Laden in Berlin, in der Nähe des S-Bahnhofs Warschauer Straße, ist gut geplant. Doch alles läuft ganz anders. Das ältere Ehepaar, dem der Laden gehört, macht es den Dieben nicht leicht. Nicht mal die Pistolenattrappe macht auf die beiden Eindruck. Sinan H., einer der Verbrecher, gefällt das gar nicht. Aber nun muss die Sache durchgezogen werden. Die Diebe suchen schließlich mit den Einnahmen der Woche das Weite. Das Ehepaar wird schwer verletzt zurückgelassen. Zwar gibt es auch noch einen Zeugen, aber wirklich brauchbare Hinweise auf die Täter lassen sich später von der Polizei nicht finden. Kriminaloberkommissar Konrad hat also nichts in der Hand. Zwar vermutet er einen Serientäter, aber so wie der Fall im Moment liegt, kann er ihn nicht aufklären. Erst sehr viel später tut sich eine neue Spur auf, als die DNA-Analysen, die er zwischenzeitlich in Auftrag gegeben hat, ein Ergebnis liefern. So gerät Sinan H. ins Visier des Ermittlers. Und tatsächlich ist dieser ein Serientäter. Ein Haftbefehl liegt bereits vor. Eins dürfte allerdings für Probleme sorgen. Der Aufenthaltsort von Sinan H. ist nicht bekannt. Kriminaloberkommissar Konrad muss warten, bis Sinan H. wieder zuschlägt. Und dann hoffentlich gefasst wird. Diesen Fall bekommt Robert Pragst, der im Rahmen seiner Ausbildung am Kriminalgericht in Berlin Moabit als Staatsanwalt arbeitet, auf den Tisch. Im Buch schildert er seine Arbeit vom ersten Tag an, wo es darum geht, Aktenberge durchzuarbeiten, und zu entscheiden, ob Anklage erhoben werden muss, es weitere Ermittlungen geben soll oder das Verfahren eingestellt werden kann. Kaum wird der Aktenberg mal ein kleines bisschen weniger, wird mit Nachschub wieder aufgestockt. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, fern ab von üblichen Klischees, die man als Leser möglicherweise im Kopf hat. Die interessantesten Fälle finden im Buch Erwähnung, insbesondere auch der Fall um Sinan H. So kann man sich ein Bild vom Arbeitsalltag und den Arbeitsabläufen bei der Staatsanwaltschaft in Berlin machen. Nicht ohne Humor wird dies geschildert, aber deswegen noch lange nicht ohne den nötigen Ernst, wo dies nötig ist. Der Autor hat mit seinen sehr persönlichen Schilderungen hier einen guten Weg gefunden. So ist das Buch spannend wie ein Krimi. Mal ist die Arbeit des Staatsanwaltes von Erfolg geprägt, mal zum Scheitern verurteilt. Die verschiedenen Fälle sind wie das Leben sie wirklich schreibt.
Eure Meinungen:
| Es wäre besser gewesen, der Autor hätte seine Arbeit tatsächlich gemacht, anstat sich ab 15.00 Uhr nach Hause oder zu seinen Billardtournieren zu verabschieden. [Anton] |
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