 | Die unbekannte Macht Rezension von Michael Matzer Aus der Reihe "Armageddon" Eine Space Opera der intelligenten Art. Wer dachte, diese Art von Science Fiction sei bereits ein Fall für die Mottenkiste, sieht sich angenehm überrascht. Der Brite Hamilton legt hier nach den "Mindstar"-Krimis eine sechsbändige Trilogie vor – jeder 1200-Seiten-Band wurde in der deutschen Ausgabe halbiert – die mit gescheiten Ideen, einem klar definierten Universum, einigermaßen glaubwürdigen und interessanten Charakteren sowie einer spannenden Handlung aufwartet: denn eben dieses Universum scheint dem Untergang geweiht. Handlung Im Jahr 2600 AD leben die Menschen über hunderte von kolonisierten Welten verteilt. Gentechnik hat die Grenzen der Natur ebenso gesprengt wie Nanotechnologie. Der Handel blüht, und die Konföderation der Welten sorgt mit ihrer Navy für Frieden und Sicherheit. In der Navy dienen vor allem Abkömmlinge der edinitischen Sekte, die sich vom christlich-jüdischen Weltbild der "Adamisten" verabschiedet hat. Ihre Schiffe sind mit ihren Piloten durch Tele- und Empathie, die sogenannte "Affinität", verbunden. Die Adamisten betrachten diese Verbindung zwischen KI-Technik und Mensch als abscheulich. Und doch sind es die Welten der Edeniten wie Tranquility, die am meisten vom Handel profitieren. Tranquilitys Herrscherin ist die erst 18-jährige Ione. Sie verliebt sich in den feschen und unkonventionellen Raumfahrer Joshua Calvert und macht ihn zu ihrem Lover. Calvert ist die Hauptfigur des Romanzyklus, seine Abenteuer stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Er hat soeben seine ersten 7 Millionen Dollar verdient, indem er ein Alien-Speicher-Artefakt aus einer der Ruinenwelten der längst verschwundenen Aliens geborgen und nach Tranquility gebracht hat. Iones Forscher kommen anhand dieses Speichers dem Grund für die Flucht bzw. den Tod der verschwundenen Laymil auf die Spur – nur um zu erkennen, daß sich die Bedrohung wiederholen könnte. Unterdessen auf der primitiven Kolonistenwelt Lalonde: Eine unbekannte Macht (Titel!) greift nach den Gehirnen eines rebellischen Sträflings und seiner Kumpane. Sie versetzt sie in die Lage, ein Schwarmbewußtsein aufzubauen, das sich virenhaft mit hoher Geschwindigkeit aus dem Hinterland Richtung Hauptstadt ausbreitet. Ohne es zu ahnen, nimmt Joshua Calvert den Anführer der Sträflinge, Dexter, als Passagier mit und hilft so dabei, die Seuche über den Rest des Universums zu verbreiten. Fazit "The Reality Dysfunction" ist eine gelungene Space Opera: ein breites, buntes Panorama einerseits, mit einer tiefen und detailliert geformten Entwicklungsgeschichte andererseits. Die relativ grimmige Handlung wird stets von den amourösen Eskapaden des Joshua Calvert aufgelockert. Aber dies ist kein barocker Schelmenroman, sondern die Geschichte einer tödlichen Bedrohung, die an die Dimensionen der besten Romane von A.E. van Vogt ("Black Destroyer") und Isaac Asimov ("Foundation"-Romane) erinnert, mit dem Unterschied, daß der neueste Stand der Wissenschaft berücksichtigt wird. Hamilton führt die Science Fiction nicht formal weiter, aber wenigstens hinsichtlich ein paar Ideen. (c) Michael Matzer (www.matzer.de)
Eure Meinungen:
| Nach einer kurzen Einlesephase findet man schnell gefallen an den Charakteren und dem Universum das sehr technisch und detailreich erklärt wird. Aber auch die menschliche Seite kommt nicht zu kurz, siehe Joshua Calvert und seine sexuellen Escapaden, die einen oft zum schmunzel bringen :D . Die erste Textstelle an der man aber wirklich gefesselt wird, ist die als das ausserirdische Wesen das Tor zum Jenseits öffnet und den ersten Menschen "infiziert". Die Schilderung wie sich dieses Virus erst auf dem Planeten und dann in der ganzen Konföderation ausbreitet, ist ideenreich, realistisch und teilweise sehr brutal und es werden erschreckende Einblicke in menschlichen Abgründen gezeigt. Es passiert nicht selten, dass einem ein Schauer über den Rücken läuft a la Stephen King. Über die länge gesehn wird die Hauptstory niemals langweilig und wird duch Nebenhandlungen ergänzt. Es kommen unzählige Charaktere dazu, über die man nur schwer die Übersicht behalten kann, aber stets glaubwürdig und einfallsreich dargestellt werden. Allerdings das Ende ist mit der Lösung aller Probleme duch den "Nackten Gott" ein wenig abrupt und phantasielos. Insgesamt gesehn aber hat man eine Menge Respekt vor der schieren länge der Bandes. Man ist gefesselt von der intensiven Story, und teilweise wird das Weltbild und die eigene religiöse Ansicht gehörig durcheinandergeschüttelt und gibt einem viel zum Denken. Sehr empfehlenswert ! [Qsek] |
| Sehr gelungene Science-Fiction Reihe mit packender Story und hohem Suchtfaktor. Der Autor versteht es den Handlungsfaden nie langweilig bzw. absurd werden zu lassen, obwohl viele Skurilitäten und Verwicklungen stattfinden. Besonderes Lob verdient der Autor für die Darstellung des Universums mit all seinen Schikanen und Besonderheiten. Wer eine Space-Opera ,die durchaus mit Isaac Asimov, Ian Banks etc. ,Geschichten mithalten kann, lesen möchte sollte unbedingt zuschlagen. [Fabian Batschkus] |
| Sehr gelungene Science-Fiction Reihe mit packender Story und hohem Suchtfaktor. Der Autor versteht es den Handlungsfaden nie langweilig bzw. absurd werden zu lassen, obwohl viele Skurilitäten und Verwicklungen stattfinden. Besonderes Lob verdient der Autor für die Darstellung des Universums mit all seinen Schikanen und Besonderheiten. Wer eine Space-Opera ,die durchaus mit Isaac Asimov, Ian Banks etc. ,Geschichten mithalten kann, lesen möchte sollte unbedingt zuschlagen. [Fabian Batschkus] |
Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung von Michael Matzer. Neben seiner Arbeit in der Welt der Datenverarbeitung schreibt Micheal Matzer professionell Rezensionen im Bereich der phantastischen Medien. Datenbank:0.0015 Webservice:0.1728 Querverweise:0.1526 Infos:0.0010 Verlag,Serie:0.0007 Cover:0.0000 Meinungen:0.0015 Rezi:0.0002 Kompett:0.3306 |  |