 | Der Tod verhandelt nicht Rezension von Martina 1994. In Sardinien wird ein Geldtransporter überfallen, doch nicht alle Täter werden geschnappt. Nach einem Schusswechsel wird Gabriele Sanna verhaftet, doch er nennt die Namen seiner Komplizen nicht der zuständigen Polizei. Zwölf Jahre später macht sich der Privatdetektiv Bacci Pagano auf die Suche nach Sannas Sohn, der sich angeblich in Sardinien aufhält und dort den Anteil seines Vaters einfordern will... Der Prolog spielt im Jahr 1994 und beschreibt die Geschehnisse jener Zeit: den Raubüberfall des Geldtransporters. Die Zusammenhänge und die beteildigten Personen werden nicht näher beschrieben, sodass der Leser erst einmal im Dunklen tappt. Es folgt ein Cut und man findet sich in der Gegenwart wieder. Die Anwältin Gina Aliprandi, Vertreterin von Gabiele Sanna, der noch immer im Gefängnis eine Haftstrafe verbüßt, bekommt den Auftrag seinen Sohn Valentino zu suchen. Sanna ist davon überzeugt, dass dieser sich in Sardinien aufhält. Aliprandi beauftragt ihren guten Freund, den Privatdetektiv Bacci Pagano,Valentino ausfindig zu machen. Pagano reist zu seinem langjährigen Freund Virgilio Loi nach Tertenia und verbindet seine Ermittlungen sogleich mit ein paar Wochen Urlaub. In der Tat gibt es im Grunde nicht viel eigene Ermittlungen in diesem Fall, die Geschichte nimmt ganz allein ihren Lauf, sodass Pagano sich der Entspannung und seiner Tochter widmen kann, die er nach etlichen Jahren endlich wiedersieht. Er lernt die äußerst (man mag schon sagen aufdringliche) Martine Ganci kennen und wird obendrein zur lebenden Zielscheibe. Vermittelt wird in diesem Roman vor allem eins: das italienische Lebensgefühl, wobei der eigentliche „Kriminalfall“ in den Hintergrund rückt, der weder spannend ist, noch Überraschungen birgt. Dafür bekommt man eine wunderschöne Beschreibung der italienischen Landschaft und Lebensart. Paganos familiäre Probleme haben hier Vorrang und es wird eine bezaubernde Vater-Tochter-Geschichte erzählt, die zwar eigentlich in dieser Form nichts in einem Krimi zu suchen hat, aber einfühlsam und mitreißend erzählt wird. Ehe man sich versieht, landet der Leser in einem malerisch erzählten Italien-Roman und vergisst das eigentliche Thema: die Suche nach dem vermissten Sohn des Verbrechers Gabrielle Sanna. Doch inmitten dieser ganzen Idylle wird Pagano schnell klar, dass er in ein Wespennest gestochen hat und seine Anwesenheit in Tertenia nicht jedem gefällt. Während er die Sommerabende mit guten italienischen Wein genießt, werden Pläne geschmiedet, ihn von diesem malerischen Ort zu vertreiben oder schlimmer – ihn zu ermorden! Es spiegelt sich das typische Bild einer eingeschworenen Dorfgemeinschaft wieder, wie es oft in ländlichen Kriminalromanen zu finden ist. Große Überraschungen gibt es nicht und die Geschichte ist vorhersehbar. Dennoch lohnt es sich, Morchios Buch zu lesen. Allein schon die Beschreibung Italiens macht diesen Roman lesenswert. Einfühlsam und liebevoll beschrieben taucht man gern ins Geschehen ein und vergisst dann auch schon mal, warum Pagano eigentlich nach Tertenia gekommen ist. Allerdings erfordern die doch zahlreichen Personen und deren Beziehung untereinander beim Lesen eine gewisse Aufmerksamkeit. Nichts desto trotz ist „Der Tod verhandelt nicht“ ein schöner Roman – dank des einnehmenden und ästhetischen Schreibstil des Autors. Fazit: Weniger Krimi, dafür umso mehr ein wahrlich geschmackvoller Roman mit italienischem Flair. Man sieht die Schönheit des Landes quasi vor sich. Das Richtige zum Abzuschalten und Entspannen.
Eure Meinungen:
| Da ist man mal eine Woche ohne Wireless unterwegs im akrhimanisceen Zauberwald und der Autor bringst gleich ein ganzes Buch heraus. Davon will ich unbedingt mehr lesen! Vielen Dank fuer das Foto mit der Umarmung! Jetzt fehlt nur noch eins mit einem runden Stein. [twmcdJjgz] |
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