 | Das ewige Leben Rezension von Arielen Aus der Reihe "Simon Brenner" Zu den erfolgreichsten und eigenwilligsten Krimiautoren Österreichs gehört wohl der 1960 geborene Wolf Haas. Mit seinen Romanen um den Privatdetektiv Simon Brenner schuf er Romane, in der nicht das Verbrechen im Vordergrund steht, sondern mehr das Miteinander seiner skurrilen Figuren und ihre schräge Sicht auf die Welt. „Das ewige Leben“ ist der letzte Roman aus der Reihe und wurde nun auch als Hörbuch herausgegeben. Die ca. 210 min umfassende Lesung gibt es auf 3 CD’s und ist die Aufzeichnung einer Lesung des Autors aus der Buchhandlung Leporello in Wien. Simon Brenner hätte nicht gedacht, dass ihn die Heimkehr in seine Geburtsstadt Graz einmal fast das Leben und vor allem die Nerven kosten würde. Kaum dort angekommen schießt ihm jemand eine Kugel in den Kopf und lässt es so aussehen als habe er selbst versucht, sich umzubringen. Als der Privatdedektiv wieder aller Prognosen Wochen später in der Landesnervenklinik Sigmund Freund erwacht, ist guter Rat teuer. Zunächst einmal muss er sich mit dem überraschten Personal und den erstaunten Ärzten auseinander setzen und ihnen klar machen, das er eigentlich gar nicht suizidgefährdet ist. Und zum anderen kann er sich an nichts mehr erinnern. Als all seine Bemühungen nichts fruchten, setzt Brenner sich einfach ab und büchst aus der Nervenklinik aus, um selbst Ermittlungen vorzunehmen und mit einem alten Freund zu sprechen. Nicht nur, das dieser tot ist - jemand hat ihn erschossen - auch die Suche nach der Wahrheit entpuppt sich als viel unangenehmer als gedacht. die ist eine Reise in die Schattenseiten von Simon Brenners Jugend und wartet mit der Enthüllung einiger für ihn unangenehmer Tatsachen, die vor allem mit seiner Zeit in der Polizeischule zusammen hängen. Spielt vielleicht sogar der Hausmeister des Arnold Schwarzenegger-Stadions eine entscheidende Rolle? Simon Brenner beißt die Zähne zusammen und beginnt die Brocken, die ihm das Schicksal gnädigerweise immer wieder zuwirft langsam aber sicher zusammen und kommt der Lösung immer näher. Einen geradlinigen Fall sollte man nicht aus der Feder von Wolf Haas erwarten, denn da er die Geschichte konsequent aus der Sicht seines Helden erzählt, weiß der Leser auch nicht viel mehr als dieser und kann kam selbst seine Schlüsse ziehen, da er immer wieder durch den eigenwilligen Stil des Autoren aus seinen Überlegungen gerissen wird. Vollständige Sätze sind bei Wolf Haar Mangelware. Die Sätze wirken eher wie aneinander gereihte Gedankenfetzen des Protagonisten und erzeugen eine eigentümliche Atmosphäre, wenngleich das Verständnis auch sehr viel Aufmerksamkeit fordert, weil der Text um so sperriger wirkt. Hier gereicht es zum Vorteil, dass der Autor selbst vorliest. Man mag zunächst über die Betonung von Wolf Haas irritiert sein, die recht ungeübt wirkt, erkennt aber recht schnell, dass er damit nur seinen stoischen und eigenwilligen Helden nachahmt, der nicht viel anders charakterisiert ist. Doch schon nach den ersten Minuten steckt man tief in der Erzählung und kann sich über die schrägen Gedankengänge amüsieren, auch wenn man etwas länger braucht, sie zu verstehen. Und das macht „Das ewige Leben“ zu einem interessanten und ungewöhnlichen Hörgenuss, für den man sich etwas Zeit nehmen sollte. Denn nur für „nebenbei“ ist dieses Hörbuch zu sperrig.
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