 | Elfenschrift 14 Rezension von Nina Horvath Aus der Reihe "Elfenschrift"Die Elfenschrift, die sich im Untertitel treffend als "Das kleine phantastische Literaturheftchen" bezeichnet, geht nun bereits in die vierzehnte Runde. Wie immer wird nicht blindlings einfach Material zusammengesammelt, sondern das Fanzine steht unter einem bestimmten Thema, dieses Mal ist es die "Elfenmusik". Ich war selbst erstaunt, dass es eine Reihe von Bands, darunter auch durchaus bekannte wie Nightwish oder Schandmaul gibt, die Musik dieser Art machen. Insbesondere der Artikel über Nightwish, verfasst von der Herausgeberin Ulrike Stegemann, der dieses Thema wohl selbst gut liegt, sticht hervor. Es dürfte viele Fans und Gelegenheitshörer dieser Musik geben, die aber wohl dennoch Neues, wie beispielsweise den Zusammenhang von diesen Liedern zur finnischen Mythologie, erfahren können. Daneben bekommt man aber auch Insidertipps, wie beispielsweise über die weniger bekannten Bands wie Elane und Laila. Obwohl es dieses Mal eine Reihe von Artikel gibt, besteht der Kern des Fanzines wie immer aus Geschichten. Als Leser sollte man sich vor allem auf verträumte, märchenhafte Fantasy einstellen. "Die Symphonie" von Anita Aeppli ist da ein Extrembeispiel. Kein Inhalt, dafür jede Menge musizierender Elfen und geradezu unglaublich viel Kitsch - und kein erkennbarer Inhalt. Davon sollte sich der Leser aber nicht abschrecken lassen: Nach nicht mal zwei Seiten ist es auch schon wieder vorbei und die anderen Geschichten sind wesentlich besser. Richtig gut gefallen hat mir gleich die nächste, nämlich Himmel Hafen von Marius Kuhle. Mag vielleicht daran liegen, dass mir Endzeitstimmung einfach von meinem persönlichen Lesegeschmack näher liegt als Märchenhaftes. Der Protagonist lebt in einer hässlichen Industriestadt und fährt heimlich auf eine verbotene Insel, um seiner Freundin eine singende Blume zu besorgen. Doch die ungesunde Umgebung lässt die Blume sofort dahinwelken. "Gesang einer Nacht" von Felizitas Kürschner beginnt zunächst klassisch mit einem Mädchen, das Sängerin werden will. Doch die Gründe, warum ihre Mutter es ihr verbietet, sind nicht die klassischen wie "lerne lieber was ordentliches" - nein, denn ohne es zu wollen, bringt das unschuldige Mädchen mit ihrem Gesang den Tod! Das ist natürlich eine überraschende Wendung, wie ich sie mag. Zuguter Letzt kommt noch "Laute Laute" von Damian Wolfe. Darin geht es um einen Elfen, der mit einem Musikinstrument einem feindlichen Heer entgegentritt. Weiters gibt es noch zwei Gedichte, Lesetipps und einige Kurzvorstellungen von Homepages - und eine längere des Fanzines Siebensteins. Obwohl ich sonst ganz gut informiert bin, was diese Art von Literatur betrifft, ist das wieder mal was Neues - ein echter Insidertipp. Über das Heftchen, das laut der Herausgeberin Katja Angenent "gegen die Entzauberung der Welt" kämpft, muss ich mich auf jeden Fall noch näher informieren! Überhaupt sei erwähnt, dass die Elfenschrift als eine wesentliche Zielgruppe Hobbyautoren hat und damit schließt diese Ausgabe auch wie immer mit Literaturausschreibungen ab, wobei mir auffällt, dass wohl eine gewisse Auswahl besteht - nicht nur bezüglich der Genres, sondern auch in Hinblick auf Seriosität. Denn solche, die Kosten für den veröffentlichungswütigen Schriftsteller mit sich bringen, sind mir auch dieses Mal hier nicht untergekommen.
Eure Meinungen:
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