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Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter

Fangmeier, Stefen; Speleers, Edward; Irons, Jeremy

Rezension von jpk
Aus der Reihe "Eragon"

Galbatorix ist ein tyrannischer König, der das Volk des Königreichs Alagaësia mit Hilfe von Soldaten unterjocht. Einst war der König einer der Drachenreiter, die oligarchisch gemeinsam für Recht und Ordnung sorgten. Durch Intrige und Verrat gewann Galbatorix die Macht und vernichtete alle Drachen bis auf den eigenen. Nur vereinzelt regt sich noch Widerstand bei den Völkern der Zwerge, der Elfen und der Varden. Nun plant der Tyrann den Widerstand endgültig zu zerschlagen, als ihm ein unangenehmes Ereignis in die Pläne pfuscht.

Eragon ist ein Bauernjunge und lebt und zusammen mit seinem Cousin Roran bei seinem Onkel Garrow, da ihn seine Mutter dort zurückließ. Er findet bei der Jagd einen Stein, der sich bald als Drachenei entpuppt. Doch das Ein birgt Unglück, denn der junge Drache mit dem Namen Saphira verbindet sich mit Eragon auf magische Weise und damit ist seit Jahren wieder ein Drachenreiter berufen.

Galbatorix kann nun einen neuen Drachenreiter als Widersacher nicht gebrauchen. Daher beauftragt er seinen treuen Handlanger Durza, ein nichtmenschliches Geschöpf der Finsternis, sich des Problems rücksichtslos anzunehmen. Mit Hilfe der Ra´zac (grausame Wesen und finstere Jäger), der gefangenen Elfe Arya als Lockmittel, seiner finsteren Magie, einer großen Anzahl von Urgals (menschenähnliche Geschöpfe schrecklichster Brutalität) und schließlich der Armee des Königs versucht Druza sein Bestes und stirbt schließlich unverrichteter Dinge.

Eragon hat indessen einen großen Drachen (mit Pubertätsproblemen) erhalten, sich in eine Elfe (oben genannte) verliebt, ein blutrotes Schwert erhalten, kämpfen gelernt, einen treuen Gefährten verloren und einen neuen gewonnen (dem er aber nicht allzu sehr trauen sollte).

Soweit der Inhalt des Films, der irgendwas mit dem Buch gemein hat, mindestens aber die Namen, aber mehrheitlich nichts transportiert, was die Faszination der sowieso nicht besonders literarisch wertvollen Vorlage ausmacht. Tatsächlich erweckt der fertige Filmstoff den Eindruck, dass die Drehbuchschreiber möglichst die wichtigen Szenen gestrichen und durch überflüssige Schmacht- und Actionszenen ersetzt haben.

Überflüssig ist das Erscheinen des Tyrannen im Film, aber man kann ja nicht John Malkovich auf die Plakate schreiben und ihn dann weglassen. Dabei sind seine Szenen für den erfahrenen Mimen vom Skript her peinlich plakativ zu nennen, die ein Komparse hätte so füllen können. Überflüssig ist das Schwertkampftollen mit Roran und wieso flüchtet der werdende Mann vor den Presstrupps des Königs Soldaten, wenn er doch im zweiten (noch nicht verfilmten) Teil seine Heimat so vehement verteidigt.

Im Buch dauert die Reise mit Brom einiges an Tagen, wächst Saphira langsam zu einem starken beeindruckenden Drachen heran, lernt Eragon mit Hilfe seiner Freunde Magie und Kampf zu beherrschen und sich selber zu finden. Im Film wird er zu Gunsten von Action- und Schmachtszenen plötzlich erleuchtet und hoppla-hopp zu einem echten Drachenreiter.

Die Faszination jugendlicher Fantasy Epen im Stile Star Wars, Pern und Belgariad nach dessen Vorbild Eragon entstanden ist, liegt darin begründet, dass ein stinknormaler Jugendlicher vom Schicksal oder wem auch immer auserwählt wird, eine besondere Rolle zu spielen und durch väterliche Figuren darin unterstützt wird, über sich selbst hinaus zu wachsen. Diese charakterliche Findung zu ungewöhnliche Größe wird oft mit einer physikalische Reise symbolisch unterstrichen. Von dieser Faszination ist in dem Film nichts übrig geblieben als zwei schlecht aufgesetzte Dialoge.
Aus potentiell möglichen guten Erzählkinos hat der Drehbuchschreiber Peter Buchman in Union mit dem völlig mit dem Stoff überforderten Regisseur Stefen Fangmeier ein Charakterfilm gemacht, der leider dank schlechter Dialoge und mieser Actionszenen völlig daneben geriet.

Bedauerlich ist, dass sich der Drehbuchschreiber an die Szenen gehalten hat, die mit ein wenig Action versuchen, den seitenschweren Roman am Leben zu halten, aber nur wenig zum Inhalt beitragen. Somit waren sie gezwungen in die sowieso überfrachteten Dialoge auch noch die Erzählung des Inhalts einzubringen, was gute Filme ansonsten in Handlung und Bildern transportieren. Geradezu hilflos agieren die Schauspieler bemüht vor solch misslungenen vorgeblichen Gesprächen.

Jeremy Irons als Brom hat seit der gefloppten Verfilmung des Dungeon&Dragons Rollenspiels (2000) anscheinend ein Herz für schlechte Drehbücher und schlüpft als Brom in eine Rolle zwischen Obi-Wan Kenobi (Sir Alec Guinness in Star Wars) und Juan Sanchez Villa-Lobos Ramirez (Sean Connery in Highlander), die er eingeengt von eigenem Können und dem Drehbuch im Vergleich nicht ausfüllen kann. Edward Speleers als Eragon ist bei bestem Willen einfach unauffällig und hält sein Lächeln in die Kamera, was weitaus ansehenswerter ist als sein schauspielerisches Können, das er eventuell aber auch auf Regieanweisung zurück hielt. Garrett Hedlund, der in Troya Brad Pitt zur Seite stand, ist neben Sienna Guillory (Arya) und Robert Carlyle (Durza) einer der wenigen Schauspieler, die auch Mimik ins Geschehen brachten.

Die Actionszenen sind schlecht. Bei einer 100 Millionen Dollar Produktion sollte man wenigstens in der Lage sein, ein paar Stuntmen aufzutreiben, die von jemanden angeleitet werden, der schon mal einen schwertähnlichen Gegenstand in der Hand gehabt hat. Aber obwohl Steve M. Davison als Stunt Coordinator ein erfahrener Mann ist, ist er einfach kein Schwertmeister und Allan Poppleton konnte wohl seine Erfahrungen nicht einbringen. Ansonsten ist es kaum denkbar, dass in der einzigen Szene, in der Brom den jungen Eragon das Schwertschwingen beibringen will, alles Mögliche gezeigt wird, aber kein Schwertkampf und nur der schnelle Schnitt über die Unfähigkeit der Darsteller hinwegtäuscht, einen Kampf glaubhaft zu simulieren. Filme wie der eben genannte Troya zeigen in aller Kameraschärfe, was auch mit Schauspielern als Stuntmen und Stuntprofis leistbar ist. Aber in Eragon ist in manchen Actionszenen lediglich die wackelnde Kamera das einzige was sich wirklich bewegt und Unschärfe verbirgt gnädig die schlechten Stunts, die man in Honkong Movies der 1980er besser gesehen hat.

Peinlich wird es dann, wenn Eragon auf Feldern blickt, die gut sichtbar von Traktoren flurbereinigt wurden oder auf Wiesen steht, die offensichtlich vom halben Filmteam mit Wohnwagen überrollt wurden, so dass die Reifenspuren noch gut sichtbar sind. Auch wenn die Varden mit Mühe über Nacht eine Rüstung für den Drachen hämmern, hat das offensichtlich vergessen jemand das dem CGI Team mitzuteilen. Denn die dort aufgehängte Rüstung hat nur wenig mit derjenigen zu tun, die der Drache wenige Sekunden später trägt. Vergossene Milch trocknet in Sekunden. Als Durza von einem Pfeil im Kopf getroffen wird, wechselt das Geschoss zwischen zwei Szenen die Richtung. Die Ramme mit der laut Sound die Steinwand zu den Varden aufgebrochen wird, löst sich in Luft auf und ein paar harmlose Urgals stehen mit Keulen und Schwertern da. Und mehr als einmal werden Waffen liegen gelassen und tauchen wenige Sekunden später wieder auf dem Rücken oder den Händen wieder auf, Pfeile tauchen im Köcher auf und verschwinden wieder oder liegen plötzlich in der Hand, um dann gleich wieder gezogen zu werden.
Lange Rede - kurzer Sinn - die Postproduktion und Regie haben ziemlich versagt.

Einzig allein die CGI Abteilung von Eragon muss sich beim Design des Drachen nicht verstecken, das sich sogar ziemlich an die Skizzen des Autors Christopher Paolini hält. Die Animationen sind sehr gut gelungen, lediglich die Großaufnahmen lassen an eine gute Textur vermissen, da die Gesichtshaut des Drachen eher wie ein blauer Teppich aussieht, denn ein wie Schuppenpanzer.

Insgesamt ist der Film Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter ein Film, den man sich ersparen sollte. Nicht nur deswegen, weil hier altbekannte Fantasy Suppe erneut aufgewärmt wird, auch nicht weil die Vorlage schon eher durch Marketing aufgepeppte Durchschnittsware ist, sondern weil der Film handwerklich wirklich in vieler Hinsicht schlecht gemacht ist.

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Wertung

 

Gesamt:

(Mies)

Anspruch:

(Kindisch)

Spannung:

(Langatmig)

Brutalität:

(Brutal)

Ton:

(Geht so)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Serie:

Eragon

Autor:

Fangmeier, Stefen

Erschienen:

Dez. 2006

Kritiker:

jpk

Typ:

DVD

 

Eragon

 

Eragon ist ein Bauernjunge, der bei seinem Onkel aufwächst. Als er einen blauen Stein findet, der sich als Drachenei entpuppt, entdeckt er seine Bestimmung als Drachenreiter und damit als einer der potentiell gefährlichster Widersacher des Tyrannen Galbatorix [mehr]

 

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