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Todesangst in der Nordeifel

Glineur, Jean-Louis

Rezension von Hyndara

Eigentlich war es ein ganz normaler Tag. Alles was sie wollte war ein bißchen Joggen gehen ... Doch dann trifft Marianne Belder unvermittelt ein Stein an den Kopf, und das nächste, woran sie sich erinnert, ist das Gesicht des Mannes, der sie fast erwürgt und sie vergewaltigt. Und Marianne hat die Geistesgegenwart, sich alles ganz genau zu merken. Denn für sie ist es nicht die erste Vergewaltigung ...

Einige Wochen später taucht Mariannes Ehemann im Büro von Alwin Schreer und Anne-Catherine Vartan auf. Er beauftragt die beiden Privatdetektive mit der Aufklärung des Falles. Der ermittelnde Polizeibeamte habe sie empfohlen.

Für Alwin Schreer ist das ganze von Anfang an persönlich. Schließlich handelt es sich bei Marianne um seine erste große Liebe, mit der er jahrelang befreundet war. Trotzdem geht er zunächst recht zögerlich an die Sache heran, stutzig geworden vor allem durch die Empfehlung der Polizei.

Dann aber schlägt der Vergewaltiger wieder zu: Die Leiche eines jungen Mädchens wird gefunden. Und Alwin und Anne schweben plötzlich in Lebensgefahr. Keiner ahnt, daß mehr dahinter steckt als zu Anfang angenommen ...

Es gibt Bücher, über die könnte man tagelang sprechen, Monologe halten und andere zu begeistern versuchen - meist langweilt man sie dann allerdings recht schnell. Bücher, die im Gedächtnis bleiben, die man immer wieder lesen und nicht mehr aus der Hand legen will. Mit der Zeit und den Jahren bleiben diese Bücher immer im Regal stehen, werden gehegt und gepflegt wie seltene Pflanzen. Und irgendwann möchte man sie wieder lesen ...

Nun, meine persönliche Erfahrung mit solchen Büchern hält sich glücklicherweise die Waage. Gut die Hälfte meiner Lieblinge bleibt auch nach einem erneuten Studium ihres Inhaltes stehen (in einem Fall habe ich den Roman sogar zu meiner „Bibel“ erkoren), die andere Hälfte wanderte dann aber doch in den „ausgesondert“-Stapel. Doch eines hatten die Lieblingsbücher immer gemeinsam: Sie beschäftigten mich über Jahre, in einigen Fällen sogar über Jahrzehnte hinweg.

Nun, um es kurz zu machen, „Todesangst in der Nordeifel“ von Jean-Louis Glineur wird nicht zu diesem erlauchten Kreis gehören. Dies ist eine Angelegenheit meines persönlichen Geschmacks, wie ich auch immer wieder in meinen Rezensionen betone, denn ich bin sicher, dieses Hörbuch wird ganz sicher auch seine Fans haben.

Warum es mir nicht so recht gefallen mag? Nun, beginnen wir mit dem Anfang. Eine Vergewaltigung ist für eine Frau das schlimmste, was ihr passieren kann, vielleicht abgesehen von einer Fehlgeburt. Natürlich ist es möglich, sich mit den Jahren halbwegs davon zu erholen, eine gewisse Angst aber wird immer zurückbleiben. Glineur bleibt mir aber gerade im Fall von Marianne etwas zu distanziert. Statt zu zeigen, wie aufgewühlt und durcheinander sie ist, läßt er es Alwin von anderen erfahren. Als der Detektiv dann auf seine alte Flamme trifft, kommt sie mir als Hörerin nicht sehr durcheinander vor. Sie hat auch keine Berührungsängste, wie sie eigentlich normal sind. Dies erklärt der Autor dann mit Medikamenten, die sie nimmt. Am Ende des Romans ist sie allerdings erstaunlich kaltblütig für jemanden, der unter Drogen gesetzt wurde.

Das nächste, was mir nicht so recht gefällt, ist schlicht die Tatsache, daß man als Hörer immer mehr das Gefühl bekommt, die Autodiebstähle wären ein schwereres Verbrechen als Mord und/oder Vergewaltigung. Ich sage nicht, daß es eben so gelesen wird, aber als Hörerin beschlich mich immer mehr das Gefühl, als würde eben dieses impliziert werden. Da fragt man sich dann schon, was wichtiger ist: Das Leben und die Gesundheit eines Menschen oder ein Pkw.

Als nächstes spielt Glineur sehr viel mit Klischees herum, die er quasi im gleichen Atemzug aber wieder verdammt. Polen stehlen Autos, Belgier sind ein Multi-Kulti-Völkchen, die Polizei hat grundsätzlich ein Brett vor dem Kopf usw. Nun gut, etwas übertrieben, meine Aufzählung, aber dennoch ist es, ehrlich gesagt, ärgerlich. Denn daß der Vergewaltiger Pole ist, wird bereits in der ersten Szene verraten. Da weiß man als Leser/Hörer zu schnell, wohin das ganze führen wird.

Als letzten Punkt, der mich persönlich mit am meisten störte, möchte ich das ansprechen, das ich „Schleichwerbung“ nenne. Es MUSS mit Marken um sich geworfen werden. Es reicht nicht, wenn der Detektiv eine Zigarette raucht, es muß eine ganz bestimmte sein. Was ich bei Automarken noch irgendwie nachvollziehen kann (obgleich es dort ebenfalls etwas ärgerlich ist), wird bei Zigaretten in diesem Buch an die Spitze getrieben. Und mehr als einmal fragte ich mich, ob der Autor vielleicht von einer bestimmten Firma gesponsert wurde.

Wo wir gerade beim Thema Rauchen sind: In der Aachener Gegend scheinen die Uhren noch anders zu ticken, denn in den Büros der Kriminalpolizei darf noch geraucht werden (wovon dann alle Charaktere reichlich Gebrauch machen). Meines Wissens allerdings darf in Ämtern, Behörden und öffentlichen Einrichtungen allerdings nicht mehr blauer Dunst in die Luft geblasen werden. Kleines Detail, aber große Wirkung.

Das ganze klingt, als hätte ich wirklich nichts in diesem Hörbuch gefunden, was mir gefällt, oder? Naja, ganz so ist es denn doch nicht. Vor allem die beiden benachbarten Esel auf der Weide wären schon einen eigenen Roman wert. Die beiden Grautiere sind aber auch wirklich zum Knuddeln.

Glineurs Stil sollte ebenfalls nicht unbeachtet bleiben. Er schreibt flüssig und versteht es auch durchaus, seine Leser bei der Stange zu halten. Seine Kriminalgeschichte ist an für sich schlüssig, der Erzähler (Alwin) gut gewählt. Hier und da hätte ich mir vielleicht eine etwas eingehender Charakterisierung gewünscht, aber es ist auch klar, warum diese ausbleibt.

Julian Mehne als Sprecher macht seine Sache gut. Er liest flüssig, es gelingt ihm, seine Zuhörer an die Geschichte zu fesseln und bei der Stange zu halten. Für die Dauer des Hörbuches scheint er wirklich zu Schreer zu werden, wenn auch, wie bereits oben erwähnt, ein nicht unbedingt emotionaler Schreer.

Ein Wort noch zu Aufmachung und Qualität des Hörbuches: Das ganze wurde sauber eingespielt, das blutrote Cover mit den beiden starrenden Augen wirkt durchaus ansprechend. Man weiß gleich, was da möglicherweise auf einen zukommt. Es ist mit 3:45 Stunden auch nicht zu lang, wie manche andere Lesung, bei denen man sich mit der Zeit immer schlechter konzentrieren kann. Und drei Cds für den Preis von 9,80 Euro ist auch nicht zu verachten. Auch wenn der Preis es vielleicht vermuten lassen würde, billig ist diese Produktion sicher nicht.

Ein Hörbuch, das sicher seine Freunde finden wird. Leider nicht allzu tiefgehend, aber spannend ist es.

Herstellerinfo:
Marianne Belder wird auf einem Spazierweg in der Nordeifel überfallen, bald danach wird eine Jugendliche in der Nähe von Schleiden ermordet. Dem Ehemann von Marianne arbeitet die Polizei zu langsam, und so beauftragt er die Privatdetektive Alwin Schreer und Anne-Catherine Vartan.

Der unbekannte Serientäter erfährt durch einen Aachener Boulevard-Journalisten und dessen Berichterstattung, daß die Detektive auf seiner Spur sind. Doch er birgt noch ein anderes dunkles Geheimnis, und so schlägt er zurück und setzt alles daran, durch eine üble Autorempelei beide Detektive umzubringen. Das Auto brennt aus, doch Schreer und Vartan überleben. Jetzt nehmen die Detektive die Angelegenheit persönlich, und eine Jagd durch die Euregio beginnt!

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Wertung

 

Gesamt:

(Geht so)

Anspruch:

(Reiselektüre)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Deutschland

Zeit:

2006

Autor:

Glineur, Jean-Louis

Verlag:

RADIOROPA, Daun

Erschienen:

Okt. 2006

Kritiker:

Hyndara

ISBN:

3-866-67534-8

ISBN(13):

978-3-8666-753-6

EAN:

9783866675346

Typ:

Hörbuch

 

Jean-Louis Glineur

 

Lebte 30 Jahre in Gemünd, jetzt wohnhaft in Dedenborn. [mehr]

 

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