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Der Gruselbus 5

van Loon, Paul

Rezension von Hyndara
Aus der Reihe "Der Gruselbus"

Gruselschriftsteller Onnoval hat eine letzte Chance bekommen: Er soll sechs Seelen für den finsteren Herrscher über die „Andere Wirklichkeit“ einfangen, dann kann er zurück auf die Erde und weiter im Namen Ferluzis Unheil stiften. Also nichts wie in den Gruselbus und los ...

Doch wie kommt Onnoval an die Seelen? Er hat ja schon so viel versucht: als Vampir, als Werwolf ist er aufgetaucht. Und jedes Mal konnten die gefangenen Seelen sich befreien. Also muß ein einwandfreier Plan her. Und der kommt Onnoval auch:

Mithilfe des Internets will er die Seelen von Chattern einfangen und sie mit einem realen Virus in die „Andere Wirklichkeit“ ziehen. Und schon der erste Coup gelingt. Onnoval gelingt sogar noch mehr: Anhand der Adressenliste im Mailprogramm seines jungen Opfers kommt er schnell an andere Kinder heran und entführt eines nach dem anderen in die „Andere Wirklichkeit“.

Doch dann kommt er zum letzten Nicknamen in der Adressenliste. Und er muß erkennen, daß „Liebkind“, wie dieser User sich nennt, alles andere als ein Kind - und noch weniger eine Unbekannte ist. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich eine alte Bekannte Onnovals. Einstmals ein junges Mädchen, das beinahe in seine Gewalt gefallen wäre, ist sie inzwischen zu einer jungen Frau herangewachsen. Einer Frau, die etwas in Onnoval zum Schwingen bringt und er sich zum ersten Mal fragt, ob denn wirklich alles richtig ist, was er tun will ...

Paul van Loon ist eigentlich Illustrator - oder wollte es zumindest einmal werden. Van Loon schlug den Weg ein, den einige Hobby- oder auch Nachwuchsautoren noch heute gehen: Erst zeichnete er seine Geschichten, bis er irgendwann bemerkte, daß es mit dem Schreiben wesentlich schneller gehen würde. Also wandte er sich nach und nach immer mehr den Buchstaben zu und ließ die Bilder Bilder sein.

Interessant an einer solchen Entwicklung ist oftmals die Kraft, mit denen gerade Autoren, die früher (oder auch noch heute) zeichnen und malen Bilder auch BESCHREIBEN können. Der so viel beschworene „Film im Kopf“ wird wesentlich deutlicher als bei reinen „Schreiberlingen“ (hier nicht abwertend gemeint). Die Vorstellungskraft gerade der Figuren und des Umfeldes scheint deutlich ausgeprägter zu sein als bei anderen, die von Anfang an „nur“ schrieben.

So auch bei van Loon. Er bringt zwar nicht viele „Bilder im Kopf“, diese sind dann aber umso deutlicher. In den Fällen von Onnovals Gruselgeschichten geht er sogar in einer dieser „Kurzgeschichten“ so weit, seinen Protagonisten selbst die Beschreibungen ausführen zu lassen - mit vollem Erfolg! Als Leser fühlt man sich wirklich wie in einem Kino, nur daß dieses eben auf gut 180 Seiten schwarz auf weiß zu lesen ist. Hier fällt mir nur ein Adjektiv ein, daß ein Bekannter einmal aufgrund von Beschreibungen anführte: Cineastisch.

Wie in einem Jugendbuch eigentlich nicht anders zu erwarten, ist die Handlung stringend, es gibt kaum Nebengleise, es sei denn, man nennt Onnovals Kurzgeschichten als solche. Und diese bilden größtenteils auch eine Ausnahme: In der Regel ist es auch heute noch so, daß in Kinder- und Jugendbüchern kein schlechtes Ende „erlaubt“ ist. Van Loon aber geht dem Happy End gerade in Onnovals Geschichten weitestgehend aus dem Weg, er provoziert geradezu das schlechte Ende, indem er seine handelnden Figuren grundsätzlich das Falsche tun läßt. Eine interessante Lösung, die sicher auch mit Onnovals Interesse, im Namen des Bösen wieder auf die Erde zurückzukehren, zu tun hat. Der Leser stutzt im Gegenteil erst, nachdem das erste Bad End nicht so ganz aufgeht, die Figuren aus der bedrohlichen Situation fliehen können. Onnoval selbst begreift nicht, warum sein Buch ihm plötzlich solche Geschichten vorgibt, doch dann durchfährt es ihn wie ein Geistesblitz.

So ist auch das eigentliche Ende der Reihe gleichzeitig ihr Anfang, denn einen eigentlichen Schluß gibt es nicht. Sicher, alle, oder besser fast alle, Figuren kommen mehr oder weniger heil aus dem Gruselbus heraus und entgehen dem grausamen Schicksal, das Ferluzi ihnen zugedacht hat. Gleichzeitig aber kehrt die Handlung an ihren Ausgangspunkt zurück durch Onnovals Entschluß, seine Geschichte aufzuschreiben. Als Leser hört man Ferluzi im Hintergrund böse kichern und weiß genau, daß das nicht gutgehen kann. So wundert auch der Hinweis nicht so recht, man möchte mit der Lektüre nochmals beim ersten Band ansetzen.

Alles in allem ein erstaunliches Jugendbuch für Kinder ab 10 Jahren, das auch durchaus Erwachsenen einiges Vergnügen bereiten kann. Suchtgefahr sehr hoch, da man, auch begünstigt durch die kurzen Kapitel, gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören möchte und kann.

Herstellerinfo:
Dr. Devan ist ratlos. Immer wieder fallen Kinder ins Koma, nachdem sie im Internet gesurft haben. Sie sie etwa an einem echten Computervirus erkrankt? Was der Arzt nicht wissen kann: Gruselschriftsteller Onnoval aus der „Anderen Wirklichkeit“ braucht die Kinder für einen finsteren Zweck. Doch Onnovals Plan geht nicht auf, plötzlich steht er für sich und seine Gefangenen vor einer Entscheidung auf Leben und Tod ...

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Jugendfrei)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Andere Wirklichkeit

Zeit:

2005

Serie:

Der Gruselbus

Autor:

van Loon, Paul

Verlag:

Arena, Würzburg

Erschienen:

Sep. 2006

Kritiker:

Hyndara

ISBN:

3-401-02404-3

ISBN(13):

978-3-4010-240-2

EAN:

9783401024042

Typ:

Hardcover

 

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