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Die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz

Isau, Ralf

Rezension von Miara
Aus der Reihe "Die Legenden von Phantasien"

Das Buch "Die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz" macht schon vom Äußeren einen sehr guten Eindruck. Es handelt sich um ein gebundenes Buch mit einem sehr schön gestalteten Schutzumschlag. Wenn man von Vorne auf das Buch schaut, erweckt es den Eindruck, als befindet man sich in einem ältern Gebäude und schaut aus einem interessant wirkenden Fenster auf eine alte aber fast schon leuchtende Ruine heraus. Alles wirkt wie im Mittelalter oder auf alle Fälle fremdartig. Auf der Rückseite sieht man auch noch einmal dieses ruinenartige leuchtende Gebäude inmitten einer wild wirkenden Gegend. Unter dem Bild steht eine kurze Inhaltsangabe und etwas zur Serie "Die Legenden von Phantasien".

Zu meiner Freude gibt es bei dem Buch sogar ein Lesebändchen. Die goldene Farbe des Lesebandes passt sehr gut zur Farbe des Buches und vermittelt einen Eindruck, das man hier ein exklusives, wertvolles Buch besitzt. Praktisch ist das Lesebändchen auf alle Fälle, denn es erspart mir ein anderes Lesezeichen oder das Vergessen der Stelle, an der ich mit dem Lesen gestoppt habe.

Im Buch wird auf Zeichnungen verzichtet. Allerdings gibt es eine verschnörkelte Verzierung der Kapitelüberschrift, wenn ein neues Kapitel beginnt. Aber bei einem guten Buch bewirkt die Phantasie des Lesers einen ausgleichenden Ersatz zu Zeichnungen, und somit sehe ich das nicht als Negativ an.

Der junge Karl Konrad Koreander ist kein Held, sondern ein großer Zauderer, der oft nicht weiß, wie er sich verhalten soll, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Jetzt steht er vor einer wichtigen Entscheidung. Und eigentlich ist es etwas, das er auch gerne möchte. Er hat eine Anzeige gefunden, in der ein Buchverkäufer und Nachfolger für ein Antiquariat gesucht wird. Und während er noch zaudert, ob er doch das Antiquariat betreten soll, ruft ihn der nette Besitzer herein, der den jungen Mann nach minutenlanger Warterei schon längst bemerkt hat. Herr Thaddäus Tillmann Trutz, so heißt der ältere Besitzer der Bibliothek scheint mehr von Karl zu wissen, als dieser ahnt.

Auf alle Fälle scheint der dem jungen Mann mehr zuzutrauen. Und so darf sich Karl direkt die Bibliothek ansehen, die sich beim Betreten als größer, wesentlich größer erweist, als sie von Außen erscheint. In bestimmten Bereichen gibt es Bücher, von denen Karl noch nie etwas gehört hat. Und wenn sich Karl mit etwas auskennt, dann sind das Bücher. Einige der Bücher scheinen zu leuchten und wenn Karl auch die Autoren bekannt sind, die Bücher selbst sind vollkommen unbekannt. Karl ahnt in dem Moment noch nicht, dass er einer der ausgewählten Menschen sind, die in der Lage sind, diesen Teil der Bibliothek überhaut zu sehen. Denn er hat die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz erblickt, in dem sich die Romane befinden, die für Phantasien bestimmend sind. Nur Menschenkinder, die ihr Herz öffnen können, sind in der Lage, diese Bücher zu sehen und auch darin zu lesen.

Während Karl noch über die Bibliothek staunt, hat es Thaddäus Tillmann Trutz plötzlich sehr eilig, ihn zu seinem Nachfolger zu machen und zu verschwinden. Ehe Karl sich versieht, erhält er eine Übertragungsurkunde, die allerdings nicht unterschrieben ist. Jetzt steht er vor einem Problem. Thaddäus Trutz ist verschwunden, aber da die Urkaunde nicht unterschrieben ist, gilt Karl auch rechtlich nicht als der Nachfolger. Dennoch ist er laut einem befreundeten Notar des Herrn Trutz durch sein Dienstverhältnis dazu verpflichtet, sich um die Bibliothek zu kümmern. Dennoch ergibt sich eine Chance, denn binnen einer Woche kann Karl die Unterschrift nach holen, danach ist er der rechtmäßige Nachfolger des Thaddäus Trutz. Schafft er das nicht, dann erlischt sein Recht auf die Bibliothek. Begeistert ist Karl nicht, denn er ist kein besonders mutiger Mensch, kein Held. Aber natürlich will er dem Geheimnis der Bibliothek auf die Spur kommen und weiter diese Bücher genießen. Denn es gibt ja nicht nur das Problem, dass Thaddäus Trutz wie in Luft aufgelöst ist, auf geheimnisvolle Weise verschwinden auch die für Phantasien so wichtigen Bücher und hinterlassen eine geheimnisvolle Leere. Und nur Karl Konrad Koreander soll in der Lage sein, die Bücher und somit Phantasien zu retten. Jetzt beginnt eine abenteuerliche Reise. Denn die Bibliothek ist einer der Durchgänge der realen Welt nach Phantasien und nur durch eine Reise nach Phantasien kann Karl helfen....

Ich habe das Buch Die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz mit vollem Herzen genossen. Der Roman hat mich vom ersten Momentan an in seinen Bann gezogen. Karl Konrad Koreander ist von seiner Art her wirklich kein Held, aber wer die Unendliche Geschichte kennt, der weiß, dass so ein Phantasienheld, ein Menschenkind, nicht ein mutiger Held in unserer Welt sein muss. Und so gibt es auch bei dem jungen Karl eine interessante Weiterentwicklung. Natürlich merkt man an fast jeder Stelle des Buches, dass der Autor die Unendliche Geschichte kennt und hier von diesem bekannten Werk geprägt wurde. Der Roman passt hervorragend zu dem bekannten Buch von Michael Ende.

Insgesamt handelt es sich bei dem Roman um eine sehr spannende, mitreißend geschriebene aber durchaus auch humorvoll geschriebene Lektüre. Man kann sich sämtliche Personen und Wesen sehr gut vorstellen, als würde man sie beim Lesen direkt vor sich sehen. Das betrifft nicht nur Karl Konrad Koreander oder den geheimnisvollen Leiter der Bibliothek Thaddäus Tillman Trutz sondern auch die Einwohner und auch die beschriebenen Gegenden und ihre Besonderheiten.

Es macht Spaß zusammen mit dem jungen Karl in dieser Welt voll mit lieben und auch bösartigen Wesen die Suche nach den verschwundenen Büchern mit zuerleben. In den Abenteuern bzw. Geschehnissen des Buches steckt man im Wahren Sinne des Wortes hier mitten drin. Das meine ich auch mit "In den Bann gezogen". Es macht Spaß hier alles mit zu erleben und zu sehen wie dieser zaudernde und eher tapsige junge Mann mit den Anforderungen und Bedrohungen, die auf ihn zukommen, umgeht und dann doch alles im Sinne der kindlichen Kaiserin übersteht und löst.

Sehr interessant fand ich den Hintergrund bzw. die Zeit, in der dieser Roman spielt. Man bekommt es zwar nie direkt gesagt, aber schon zu Anfang des Buches spürt man die Bedrohliche Atmosphäre, die dadurch entsteht, dass Karl Konrad Koreander im Nazi-Deutschland lebt. Spätestens, wenn von Bücherverbrennung die Rede ist bzw. von Büchern, die gegen "das Gesetz verstoßen", und eine Schlange von Hitler-Anhängern sehr subtil beschrieben wird, dann bemerkt der Leser, wo die Geschichte spielt. Faszinierend war es hier auch miterleben zu können, wie weit ein Tag in Phantasien von einem Tag in der Realwelt abweicht. Und so macht man indirekt auch einen Zeitsprung nach vorne mit, aber ich möchte hier nichts Grundlegendes verraten und so gehe ich nicht genauer auf diesen Punkt ein.

Geeignet ist Die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz meiner Ansicht nach für alle Menschen, die auch die unendliche Geschichte lieben. Ich kann es älteren Kindern genauso empfehlen wie Jugendlichen oder Erwachsenen, die dieses Genre mögen. Das Buch ist spannend aber eben auch nicht brutal und somit auch Kindgerecht. Dabei regt dieses Werk auch die Phantasie des Lesers an und führte bei mir beispielsweise dazu, dass ich mir bestimmte Situationen auch noch einmal so durchgespielt habe. Diese fremdartig schönen und faszinierenden Gegenden Phantasiens sind eine herrliche Verführung, sich dort gedanklich ein wenig mehr herein versetzen und fremdartige Natur oder Erfindungen zu erleben. So eine Reise in dem künstlichen Fuchur beispielsweise, das wäre bestimmt ein Abenteuer und ist ein paar Gedanken Wert. Aber das Buch wird auch Lesern gefallen, die eben nur einen guten und spannenden Roman lesen möchten. Und die noch etwas mehr von Phantasien erfahren möchten, das zur Unendlichen Geschichte passt.

Wer den Roman liest, bemerkt auch schnell, dass es sich hier zeitig um ein Geschehnis vor der Unendlichen Geschichte handelt. Die Verwebung hin zur Unendlichen Geschichte ist äußerst gut gelungen. Und so bemerkt man hier die Anfänge des "NICHTS" und Karl Konrad Koreander lernt auch eine andere düstere Gestalt kennen, die die Leser von der Unendlichen Geschichte bereits kennen. Ich gebe hier nur einmal das Stichwort "Wolf" an. Dennoch kann man diesen Roman auch gut ohne Kenntnis des bekannten Romans von Michael Ende lesen. Man "muss" keine Kenntnissse von der Unendlichen Geschichte haben. Wenn man sie allerdings kennt, dann kann man den Roman die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz aber als sehr gute Vorgeschichte zur "Unendlichen Geschichte" lesen, ohne Befürchtungen, dass hier Aspekte beider Bücher nicht zusammen passen. Das wurde hier lobenswert gut realisiert, so als habe Michael Ende selbst sich entschlossen, einen Roman als Entstehung zur Unendlichen Geschichte zu schreiben. Mein Leser verzeihe mir meine Begeisterung, aber so etwas halte ich für sehr schwierig, daher meine Betonung auf diesen Aspekt des Buches.

Vom Schreibstil her hat mir der Roman "Die geheime Bibliothek des Taddäus Tillmann Trutz" ebenfalls zugesagt. Die Geshichte hat einen guten Schreibstil und ist durchgängig verständlich. Die wenigen Fremdwörter, die hier vorkommen, werden passend erklärt, so als ob es eben zur Geschichte gehört. Die vielen fremden Stätten und Persönlichkeiten werden so beschrieben, dass man sie sich zwar gut vorstellen kann, man hat aber nie den Eindruck, als ob hier einfach etwas beschrieben wird. Alles wird gut in die Geschichte einbezogen, so dass auch hier das Interessante immer dableibt oder sich eben durch die Fremdartigkeit noch verstärkt. Nein, Langeweile ist bei "Die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz" ein Fremdwort.

Die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz ist ein Roman, den ich allen ans Herz legen möchte, die ihren Spaß an der Unendlichen Geschichte haben und Bücher dieses Genres mögen. Es ist ein Buch, das mit reißt und das ich äußerst ungerne aus der Hand gelegt habe.
 

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Gewaltfrei)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Phantasien

Serie:

Die Legenden von Phantasien

Autor:

Isau, Ralf

Verlag:

Droemer, München

Erschienen:

Okt. 2003

Kritiker:

Miara

ISBN:

3-426-19642-5

ISBN(13):

978-3-4261-964-7

EAN:

9783426196427

Typ:

Hardcover

 

Ralf Isau

 

Ralf Isau wurde 1956 in Berlin-Tempelhof geboren und wuchs im West-Berliner Stadtteil Britz auf. Seine Eltern waren einfache Leute, der Vater Elektriker, die Mutter Pelznäherin [mehr]

 

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