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Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth

Headfirst

Rezension von Cronn
Aus der Reihe "Cthulhu"

Als ich erwache, höre ich die Schritte vor meiner Zimmertüre. Eine dumpfe Stimme knurrt „Seid leise, damit er nicht aufwacht!“ und ich weiß, dass die Einwohner dieser verfluchten Hafenstadt gekommen sind, um mir mein Lebenslicht auszublasen, da meine Recherchen ihnen gefährlich werden können.
Ich setze mich auf, höre wie sie bereits gegen die verschlossene Tür schlagen und sprinte ins Nebenzimmer. Dort verriegele ich die Tür, schiebe einen Schrank zur Seite, dahinter eine weitere Tür verborgen ist, die in den nächsten Raum führt. Dort angekommen, sperre ich alle Türen im Raum ab, schiebe noch einen Bücherschrank zur Sicherheit davor und kümmere mich dann um meinen Fluchtweg – das Fenster. Es ist ebenfalls von einem Schrank versperrt, den ich wegrucken muss, während hinter mir die degenerierten Einwohner von Innsmouth versuchen die Türen einzutreten.
Geschafft! Das Fenster ist offen. Ich wuchte mich hinauf und stehe auf einer Feuerleiter. Hinter mir brechen die Typen die Tür ein. Ich muss schnell weg von hier, daher springe ich von der Feuerleiter hinüber zum Nachbarhaus. Dort öffne ich die nächstbeste Tür und befinde mich in einem Flur. Die Einwohner von Innsmouth haben aber ihre Verfolgung noch nicht aufgegeben. Sie beschießen mich. Die Fenster des Flurs bersten eines nach dem anderen. Ich ducke mich und krieche unter ihnen vorbei. Dann über die Treppe hinunter. Doch von unten ertönen Schreie. Sie haben mich gesehen! Jetzt kann mir nur noch ein Wunder helfen...

Was wie eine Passage aus einem Phantastik-Roman klingt, ist eine Spielszene aus dem Horror-Game„CALL OF CTHULHU – DARK CORNERS OF THE EARTH“, das von Headfirst entwickelt wurde. Der Publisher Ubisoft hat sich des Titels angenommen und veröffentlicht ihn hierzulande.
„CALL OF CTHULHU – DARK CORNERS OF THE EARTH“ ist nach sechs Jahren Entwicklungszeit endlich auf den Markt. Seit den ersten Videos ist eine lange Zeit vergangen und dennoch hat in der Zwischenzeit kein anderes Spiel die Ideen von „CALL OF CTHULHU – DARK CORNERS OF THE EARTH“ aufgegriffen, so dass der Titel noch so innovativ wie vor Jahren wirkt.

Story:
Als Privatdetektiv Jack Walters sich im Irrenhaus von Arkham das Leben nehmen will, wird das gerade noch durch den Wärter verhindert. Aber was hat den Privatdetektiv in diese Lage gebracht? Rückblende: Vor sechs Jahren wurde Jack Walters, damals sogar noch für die Polizei tätig, zu einem Haus gerufen, in dem sich einige Sektenanhänger verbarrikadiert hatten. Der Spieler ist nun an der Reihe und spielt die Szene nach.
Später verschlägt es einen nach Innsmouth, wo man einen verschwundenen Ladenbesitzer suchen soll. Die Einwohner verhalten sich mehr oder weniger offen feindselig, scheinen degeneriert zu sein und tragen fischähnliche Gesichtszüge. Irgendetwas ist faul in Innsmouth und es liegt am Spieler herauszufinden, was das schreckliche Geheimnis von Innsmouth ist.
Je weiter man im Spiel voranschreitet, desto mehr erfährt man über die geheimnisvollen Verbindungen der Einwohner des Fischerstädtchens in Neu-England zu einem mysteriösen Dagon-Kult.
Doch zuviel zu verraten, wäre an dieser Stelle fatal. Jeder Horror-Fan soll selbst herausfinden, was es damit auf sich hat.
Die Story lehnt sich sehr eng an die literarische Welt von Horward Philipps Lovecraft an, seins Zeichens Horror-Schriftsteller vom Beginn des 20ten Jahrhunderts. Seine Werke haben die Rollenspiel-Szene fasziniert, so dass mit „Call of Cthulhu“ Mitte der 80er Jahre das erste Rollenspiel in dieser Tradition entstand. Hiervon wiederum ließen sich Headfirst zu ihrem Game inspirieren. Vor allem die literarische Vorlage von Lovecraft, die Kurzgeschichte „Schatten über Innsmouth“, ist deutlich im Spiel wiederzuerkennen. Die Ähnlichkeit geht so weit, dass sogar die berühmte Flucht-Szene aus der Kurzgeschichte Aufnahme im Spiel gefunden hat (siehe Prolog dieser Rezension).
Die unheilschwangere Atmosphäre der literarischen Vorlage wird kongenial umgesetzt. Hier hat sich Headfirst in der Tat Lorbeeren verdient.

Spielmechanik:
„CALL OF CTHULHU – DARK CORNERS OF THE EARTH“ spielt sich nicht wie ein gewöhnlicher Ego-Shooter, ist mehr einem Action-Adventure verwandt. Hierfür gibt es mehrere Beispiele, Features, die es aus dem Einheitsbrei von Shootern deutlich herausheben.
Zunächst sei erwähnt, dass man erst nach ca. 1, 5 Stunden Spielzeit eine Waffe erhält. Vorher ist man darauf angewiesen, ähnlich wie bei einem Schleich-Adventure in der Machart von „Thief“ die dunklen Ecken auszunutzen, um den Gegnern zu entkommen. Dies ist sehr spannend umgesetzt und sorgt für einen beschleunigten Herzschlag.
Darüber hinaus existieren in der Welt von „CALL OF CTHULHU – DARK CORNERS OF THE EARTH“ weitere Neuerungen, die das Game von anderen abheben. So gibt es kein HUD. Die Gesundheit des Helden wird nicht angezeigt, sie ist lediglich daran abzulesen, wie stark die Sicht verschwimmt, die Atemzüge des Helden schwerer werden und Bluttropfen zu sehen sind. Im Inventar jedoch kann man den Helden betrachten und auch die Verwundungen an bestimmten Körperstellen erkennen. Verwundungen können gezielt behandelt werden. Vorbei sind die Zeiten, in denen das Aufsammeln eines Medi-Kits alle Schäden behoben hat. Bei „CALL OF CTHULHU – DARK CORNERS OF THE EARTH“ muss man die einzelnen Verwundungen separat behandeln.
Es existiert auch kein Zielkreuz. Das Abfeuern von Waffen wird somit realistischer. Die Anzahl der Patronen ist ebenfalls nicht angezeigt, muss stets nachgesehen werden. All dies trägt dazu bei, dass das Spiel sehr realistische Züge aufweist und dadurch beängstigender wirkt als so manch anderes Horror-Game.
Setzt man den Helden zu lange einer Horror-Szene aus, so kann dies dazu führen, dass er Schaden an seiner geistigen Gesundheit nimmt. Das wird erkennbar dadurch, dass er Neurosen entwickelt, die Sicht zu wabern anfängt, er mit sich selbst spricht und schlussendlich die Waffe benutzt, um sich selbst zu richten. Dieses Feature ist völlig neu und innovativ und hebt das Spiel von anderen deutlich ab.
All diese Features sind innovativ und machen das Spielen von „CALL OF CTHULHU – DARK CORNERS OF THE EARTH“ zu einem neuartigen Erlebnis.
Speichern kann man nicht beliebig. Hier wird auf das Speicher-Punkte-System zurückgegriffen. Meist ist dies aber gelungen. Die Speicher-Punkte sind fair gesetzt. Nur an einigen Stellen ärgert es, wenn man nach einem Bildschirm-Tod sich Zwischensequenzen mehrfach ansehen muss.

Grafik:
Obgleich schon etwas angestaubt, macht die Grafik-Engine dennoch eine passable Figur. Die Texturen sind leicht verwaschen, aber angenehm düster gehalten, wie es zu der Atmosphäre eines Horror-Games passt. Besonders gelungen sind die Polygon-Gegner, deren Mimik wirklich beängstigend ist.
Die Grafik-Effekte sind besonders dann ansprechend, wenn sich das Absinken der geistigen Gesundheit bemerkbar macht. Hier punktet „CALL OF CTHULHU – DARK CORNERS OF THE EARTH“ durch verschiedenartige Möglichkeiten eine Art Vertigo-Angst darzustellen, oder gar Halluzinationen. Die Palette reicht vom wabernden Bildschirm bis hin zum Erzittern der Sicht.
Ein leichter Grauschleier liegt über dem Ganzen und gibt dem Spiel den Look alter S/W-Filme, was ebenfalls zur atmosphärischen Aufladung wesentliches beiträgt.

Sound:
In soundtechnischer Hinsicht gibt sich das Game recht ordentlich. Die einzelnen Einwohner von Innsmouth klingen herrlich verschroben und furchteinflößend. Gewehrschüsse krachen hallend durch die Straßen, sind korrekt ortbar.
Die Musikuntermalung gibt es nur im Spielmenü. Im Spiel selbst existiert lediglich eine atmosphärische Ambiente-Untermalung, was dem positiven Gesamteindruck sehr zuträglich ist.

Fazit:
„CALL OF CTHULHU – DARK CORNERS OF THE EARTH“ ist ein Schleich-Adventure im Horror-Setting, das vor allem Freunde des Schriftstellers Howard Philipps Lovecraft anspricht. Seine stärksten Momente hat das Spiel in Szenen, in denen man sich hilflos einer Übermacht ausgeliefert sieht und vor ihnen durch dunkle Ecken flüchten muss. Da die KI der Gegner in Kampfszenen nicht überragend ausgefallen ist, sind diese nicht besonders fordernd. Aber das ist auch nicht die Stärke von „CALL OF CTHULHU – DARK CORNERS OF THE EARTH“. Diese liegt in der Erschaffung einer furchteinflößenden Atmosphäre, in der man ständig darauf gefasst sein muss, wieder durch eine grauenvolle Entdeckung erschreckt zu werden. Im Spiel sind die Grenzen zwischen Realität und Halluzination fließend. Auch dies ist ein Punkt, der für „CALL OF CTHULHU – DARK CORNERS OF THE EARTH“ spricht.
Alles in allem ein gelungenes Spiel für Horror-Freunde, die sich nicht davon abschrecken lassen, hinter jeder Ecke auf das cthuloide Grauen zu treffen.

USK Einstufung: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG

minimale Systemvoraussetzungen.* (PC)
Windows 95/98/XP
CPU Pentium III 450 MHz oder ähnlich
128 MB RAM
3-D Grafikkarte mit 32 MB RAM (DirectX 8.0 oder besser)
Soundkarte oder onboard (DirectX 8.0 oder besser)
16fach CD oder DVD-ROM-Laufwerk
* Angaben laut Hersteller
Wir konnten leider weder Win 95 nch einen Pentium 3 mit 450MHz testen, einen solchen Rechner haben wir in der Redaktion nicht mehr. ;)


Screenshots:
Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth (PC)

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Copyrights Screens by Headfirst Productions Ltd. (UK)

zur offiziellen Produkt-Webseite: bitte hier klicken.

Datenbank:0.0007 Webservice:0.0944 Querverweise:0.0492 Infos:0.0005 Verlag,Serie:0.0002 Cover:0.0000 Meinungen:0.0004 Rezi:0.0001 Kompett:0.1457

 

Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Schwierigkeit:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Brutal)

Grafik:

(Gut)

Sound:

(Gut)

Spieltiefe:

(Gut)

Steuerung:

(Mittel)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

USA

Zeit:

1920

Serie:

Cthulhu

Autor:

Headfirst

Verlag:

Ubisoft

Erschienen:

Mar. 2006

Kritiker:

Cronn

Typ:

Computerspiel

 

Cthulhu

 

Der Cthulhu Mythos basiert auf den Erzählungen von H. P. Lovecraft, einem Horrorautor, der in den 1920ern seine Stories verfasste. Zu seinen Lebzeiten erschien nur ein einziges Werk (The shadow over Innsmouth); sein Ruhm als Meister des Unheimlichen wuchs in nachfolgenden Jahren, als immer mehr seiner Geschichten veröffentlicht wurden.
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