 | Wahnsinn und Methode Diel, MichaelRezension von Stefan Sasse Aus der Reihe "Battletech" Im Jahr 2598 soll die Black-Watch Elitetruppe zusammen mit konventionellen Einheiten ? wie sie Elite ? einen Feldtest auf Icar durchführen, der das Zusammenspiel der Einheiten künftig verbessern soll ? ein essentielles Manko der bisher so effizienten Mech-Waffe. Doch nicht alle zeigen sich kooperativ; und so vergeht viel Zeit mit sinnlosen Streitereien zwischen den Waffengattungen. Auch hätte man sich keinen schlechteren Ort als Icar aussuchen können: Der Herzog plant etwas, bei dem die Anwesenheit der SBVS Truppen mehr als nur störend ist. Als eine friedliche Demonstration gegen die Anwesenheit des Sternenbundes brutal von zwei Black-Watch Mechs niedergeschlagen wird gibt Herzog Benedict der Icar-Miliz den Befehl zum Losschlagen? Die Geschichte lässt sich recht langsam an: Streitereien zwischen den Truppengattungen, recht klischeetisierte Personen und einige Simulatorübungen. Erst später, wenn die Geschichte ins Rollen kommt beginnt der Roman eine eigene Dynamik zu entwickeln: Die Schlachten der Black Watch gegen die Miliz werden im Vergleich zu de vorherigen Simulatorkämpfen spannend, doch bliebt die Erzählung im politischen und detektivischen Teil des Plots hinter dem der Schlachten zurück. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, wenn es ihm auch nicht immer gelingt, abwechslungsreich zu berichten: Besonders bei den Kämpfen fällt auf, dass er zwar verzweifelt nach neuen Formulierungen fischt, diese sich jedoch zwangsläufig wegen der detaillierten Schilderung schnell wiederholen; so bleibt Diehl nicht viel mehr, als immer wieder von dem melonengroßen Gaussgeschoss zu erzählen, dass sich an dieser oder jener Stelle in diesen oder jenen Mech bohrt. Sehr schön hingegen sind die zu Eingang jedes Kapitels von abwechselnden Standpunkten gezeigten Nachrichtensendungen, die die Geschichte somit weiter kommentieren. Schlussendlich gilt noch zu sagen, dass FanPro für die 312 Seiten (mit Glossar!) satte neun Euro zu verlangen pflegt. Sicher, das Buch ist unterhaltsam und bis auf die beschrieben Mankos gut geschrieben, aber der Preis erscheint arg hoch für den Inhalt. Acht, besser noch sieben Euro wären angemessener. Der militärische Teil ist sehr gut, leider flachen Politik und Recherche etwas ab. Das Preis-Leistungsverhältnis jedoch ist der sauerste Teil des Apfels, in den der BattleMech Fan zu beißen hat.
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