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Canyons

Kiss, Ady H.

Rezension von jpk

Canyons“ ist der Bericht des Bewohners eines Planeten, der lange Zeit zuvor als Notlandeplatz für eine Raumschiffbesatzung gedient hat. Deren Nachfahren haben zwar mittlerweile eine Stadt gegründet, aber das einst vorhandene Wissen ist mittlerweile grösstenteils verloren gegangen. Genauso im Niedergang begriffen ist die gezeichnete Gesellschaftsordnung, die irgendwo zwischen Mittelalter und einem Mad-Max-Szenario angesiedelt ist. Die Sorge der Gesellschaft liegt darin, dass sie aus zu sterben droht, denn seit geraumer Zeit geht die Bevölkerungszahl zurück: Es werden keine Mädchen mehr geboren.

Der Berichterstatter selbst lebt nicht in der Stadt, er wohnt im Dorf, welches in einiger Entfernung von der Stadt liegt. Die Dorfbewohner stehen in einem gewissen Konflikt mit den Städtern, worin dieser Konflikt begründet ist und
weshalb er andauert wird allerdings im ganzen Roman nicht klar, das Problem des Bevölkerungsschwundes gibt es aber im Dorf nicht.

Eines Tages landet ein Raumschiff auf diesem Planeten, die Fremden bieten sich an, zu helfen: Sie hätten die Ursache des Bevölkerungsrückgangs entdeckt: Die „Stufe“, ein Himmelskörper, der sich regelmäßig vor eine Sonne schiebt, sende eine periodisch schwankende Strahlung aus, die die Probleme verursache. Die Planetenbewohner könnten in der Zeit der größten Strahlungsintensität eine Art schützender Narkose versetzt werden, während der sie von Robotern der
Besucher versorgt würden. Die Stadtbewohner nehmen dieses Angebot an, die Dorfbewohner aber, die bei eigenen Messungen keine Strahlung feststellen konnten, lehnen das Angebot misstrauisch ab. Zu recht, denn die Besucher
nutzen die Bewegungsunfähigkeit der Bevölkerung nur, um die Fernsteuerung für das Raumschiff zu finden, mit der deren Vorfahren not gelandet sind und das noch irgendwo im Weltraum schweben muss. Der Erzähler versucht nun mit Hilfe
der Dorfbewohner die Bedrohung abzuwehren, ob die Retter aber überleben werden, bleibt offen, der Roman endet mit den verzweifelten Worten „an wen kann ich mich wenden?“.

Eine interessante Welt wird beschrieben. Eine Gesellschaft, die sich technologisch und moralisch im freien Fall in die Steinzeit befindet, eine arallelgesellschaft, die bezüglich der Technologien dieses Schicksal teilt, ethisch aber einen gewissen Grad an Zivilisiertheit behalten kann. Schön wird
geschildert, wie der Berichtende diesen Unterschied im erlauf der Ereignisse selbst immer mehr wahrnimmt. Als es dann zur Katastrophe kommt, ist er in der Lage seine Verantwortung für das Leben seiner Mitmenschen (Ich gehe davon aus, dass es Menschen sind, klar gesagt wird das nirgends) zu tragen: Zusammen mit den Dorfbewohnern nimmt er ein unkalkulierbares Risiko auf sich, um die Stadtbewohner zu retten.

Diese Welt würde aber mehr bieten als die knapp 120 Seiten die Kiss ihr einräumt. In der Schilderung des Planeten bleibt er mehr als nur vage. Sicher ist der gewählten Berichtsform des Romans zuzuschreiben, dass Dinge die dem
Erzähler klar sein müssen nicht weiter ausgeführt werden, schade ist dies aber allemal. Lediglich angedeutet wird die Gesellschaftsordnung, Kiss scheint es nur für nötig zu halten, sie als im Niedergang begriffen verstanden zu wissen. Die vielen persönlichen Beziehungen des Berichterstatters werden nur angerissen, dadurch bleibt auch er selbst seltsam undefiniert und ohne greifbare Persönlichkeit. Die Beschreibung von Vorgängen ist teilweise rätselhaft bis unverständlich, da im Bericht
natürlich nur berichtet wird, was dem Erzähler auffallend scheint. Der Leser vom Planeten Erde kann sich aber daher oft leider kein Bild vom Geschehen machen. Bei der Lektüre fragte auch ich mich oft: „An wen kann ich mich wenden?“.

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Wertung

 

Gesamt:

(Mittel)

Anspruch:

(Reiselektüre)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Kiss, Ady H.

Verlag:

Suhrkamp, Frankfurt

Erschienen:

Jan. 2000

Kritiker:

jpk

ISBN:

3-518-39569-6

ISBN(13):

978-3-5183-956-1

EAN:

9783518395691

Typ:

Taschenbuch

 

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