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EverQuest, Bd. 1: Die Stunde des Schurken

Ciencin, Scott

Rezension von Frank Drehmel
Aus der Reihe "Everquest"

Während in der Stadt Qeynos ein Schurke ohne Vergangenheit und Gedächtnis ein Mädchen vor Räubern rettet, kämpft an den Gestaden der Küste Kerras ein Ritter der Tiefe gegen ein monströses krakenhaftes Wesen.
Der Name des Ritters ist Uaeldyn; verstoßen von seinem Volk, den Eruditen, entehrt, weil er zuließ, dass die Knochen des Drachen aus seiner Obhut gestohlen wurden, führt der Paladin einen einsamen Kampf gegen das Böse und gegen seine inneren Dämonen. Nun ist aber der Zeitpunkt gekommen, da er seine Schmach tilgen kann, wenn es ihm gelingt, die Reliquien wiederzubeschaffen und so zu verhindern, dass sich der Drache am Ende der Welt erhebt. Dazu muss er drei Männer überzeugen, ihn zu begleiten, womit wir wieder bei dem Schurken sind.
Er ist einer der Auserwählten; allerdings weiß er noch nichts von seinem Glück. Kaum dass er seinen Namen, Rileigh, in Erfahrung bringen konnte, hat er alle Händevoll zu tun, um in Qeynos zu überleben, denn das gerettete Mädchen, Bronwynn, zeigt schon bald ihre hässliche Fratze und Schergen des Ordens der Blutsäbel, ein grausamer Magier und ein verderbter Schattenritter, wollen ihn in ihre Gewalt bekommen. Zwar gelingt ihm die Flucht in die Unterwelt der Stadt, in eine Schurken-Gilde, doch auch hier ist sein Leben bedroht. Daher ist es für ihn keine Frage, den Paladin zu begleiten, als dieser ihn bittet.
Uaeldyn konnte zwischenzeitlich zwei weitere Streiter gewinnen: aus den Nordlanden den jungen Barbaren-Schamanen Connor Tenglass und vom Volk der Zwerge den bärbeißigen, legendären Helden Bracken Unterfuß.
An Bord der “Aegis” machen sich die Helden auf den Weg. Doch die Reise steht unter keinem guten Stern. Piraten und skrupellose Handelsherren sind dabei das kleinere Problem, denn an Bord scheint sich ein Diener des Drachen zu befinden, der mehr über Rileighs Vergangenheit weiß, als diesem lieb ist, und der geheimnisvolle Botschaften überall auf den Schiff hinterlässt. Wachsendes Misstrauen droht die Gruppe zu entzweien und dann beginnen die Tiere an Bord zu sterben.


Ein Vorwort, welches der Gott der eintönigen Roman-Zyklen, R.A. “Kennst du einen, kennst du alle” Salvatore, daselbst verfasst hat und in dem er sich über seine eigenen Erfahrungen mit dem “Massive Multiplayer Online Rolegamig Game” EverQuest auslässt, macht tatsächlich Heißhunger auf diesen Roman; und es gelingt Scott Ciencin auf den ersten knapp 60 Seiten, diesen Hunger noch weiter anzuheizen. Die drei zentralen Charaktere dieses ersten Abschnitts -Rileigh, Bronwynn, Uaeldayn- erscheinen interessant und geheimnisvoll, ihr Auftritt wird vom Autor fantasievoll und vor allem sehr anschaulich in Szene(n) gesetzt.
Mit dem Auftauchen der Blutsäbel ändert sich jedoch der positive Eindruck fast schlagartig. Die Handlung wirkt zunehmend konfus, entwickelt sich nicht zwingend weiter. Wie in einem schlecht geschnittenen Film, machen es abrupte Szenenwechsel, fehlende, logische Anschlüsse dem Leser schwer, einem roten Faden zu folgen. Beispiel gefällig? Eben noch sind die Recken zusammen mit zahlreichen Matrosen und eingesammelten Schiffbrüchigen auf der “Aegis”, wo Uaeldyn mit Mühe und Not Kapitän Prentice davon überzeugen kann, die Fahrt fortzusetzen, im nächsten Moment befinden sich die Helden und vier weitere Ritter der Tiefe an Bord der “Klinge des Cazic”, ohne dass das “Wieso”, “Weshalb”, “Warum” erklärt wird. Es ist, als hätte irgendjemand mit einem imaginären Rotstift ganze Kapitel ausradiert.
Je länger der Roman dauert, desto trüber entwickeln sich auch die Charaktere. Jene, die neu auftauchen, sind von Anfang an entweder stereotyp, klischeehaft -wie der Barbar, der Zwerg, die Bösen Buben der Blutsäbel-, oder völlig unberechenbar, d.h. sie agieren ohne nachvollziehbare Beweggründe inkohärent. Ok, zwei dieser Figuren sind wahnsinnig, aber welche Entschuldigung hält der Autor für der Rest parat?
Selbst der Hauptprotagonist, Rileigh, bleibt von dieser qualitativen Erosion nicht verschont. Irgendwann beginnt es zu nerven, dass ihm trotz seiner Erinnerungslücken alles geradezu spielerisch gelingt. Zudem fragt sich der Leser, inwiefern dieser Gutmensch, dem der Mord an einer Unschuldigen schlaflose Nächte bereitet und der holde Maiden in einer dunklen Gasse zu Hilfe eilt, überhaupt dem Charakterprofil eines Schurken gerecht wird.

Ein letzter großer Schwachpunkt des Romans besteht darin, dass der Leser kaum etwas über die Welt von EverQuest, die Örtlichkeiten, die Kulte, Rassen und Klassen erfährt. Für einen Einstiegs-Roman, welcher den Leser auf eine fantastischen Reise einladen möchte, ist es definitiv zu wenig, diese Dinge einfach nur zu nennen. In diesem Zusammenhang ist auch das Fehlen einer Karte, welche die wichtigsten Regionen und Städte abbildet, mehr als bedauerlich.

Fazit: Ein in vieler Hinsicht schwacher Sword&Sorcery-Roman, der weder die Erwartungen von EverQuest-Spielern, noch von Fantasy-Fans auch nur ansatzweise erfüllen kann. Nicht empfehlenswert.

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Wertung

 

Gesamt:

(Mies)

Anspruch:

(Klolektüre)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Serie:

Everquest

Autor:

Ciencin, Scott

Verlag:

Dino Entertainment, Stuttgart

Erschienen:

Sep. 2005

Kritiker:

Frank Drehmel

ISBN:

3-833-21312-4

ISBN(13):

978-3-8332-131-10

EAN:

97838332131210

Typ:

Taschenbuch

 

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