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Cyber City Süd

Franke, Herbert W.

Rezension von jpk

Frits Barbach ist ein Experte darin, Wasser aufzuspüren und zu erschließen. Mitten in der Wüste ist er unterwegs, als das Land von dem Atlantischen Bündnis wegen vorsätzlicher verbotener Forschung militärisch besetzt - befreit wird. Er wird von einer einheimischen Elitetruppe verschleppt und nie mehr gesehen.

Jahre später reist seine Tochter Madja in das inzwischen absolut veränderte Land, um mehr über ihren Vater zu erfahren. Das Land ist inzwischen von ausländischen Investoren ausgebeutet und verändert worden. Eine Menge ehemaliger Petrodollar und amerikanischer Dollar sind in die modernste Vergnügungsstadt der Welt verwandelt worden. Dort gibt es mit Hilfe modernster holografischer Projektoren alle nur denkbaren Vergnügungen. Wahrheit und Illusionen verschwimmen im Strudel der Unterhaltungsindustrie. Ähnlich geht es aber auch Madja bei ihren Nachforschungen. Sie gerät in einen Kreislauf der Täuschungen der jedoch auch gleichzeitig immer bedrohlicher wird für sie.

Ghory lebt für die Befreiung seines Landes. Dafür ist er bereit zu kämpfen und zu sterben. Jahrzehntelang wurde er nur für diese Aufgabe trainiert und nun ist er bereit. Es scheint die Zeit gekommen zu sein, aus der Versenkung und dem Geheimen auszubrechen und die glorreichen Tage der Befreiung scheinen gekommen zu sein.

Etwas trübt jedoch die Vorfreude des Freiheitskämpfer. In seiner verborgenen Enklave ist der Vordenker - ihr Führer in die Freiheit gestorben. Die Nachfolge ist unklar und verwirrend. Ghory kommen Zweifel, ob der Wechsel an der Führungsspitze so rechtens war. Zum ersten mal verweigert er sich dem traumhaften Schlaf in der Nährlösung und seine Gedanken werden immer klarer. Er ist nicht der einzige mit Zweifeln. Schon bald findet er einen Verbündeten. Doch was sollen sie tun, jetzt wo der große Tag der Befreiung naht?

Cyber City Süd ist ein durchaus politisch zu verstehender Science-Fiction Roman, der sich kritisch mit ein paar offensichtlichen Fragen auseinandersetzt, beziehungsweise sie dem Leser so präsentiert, dass mindestens Stirnrunzeln entsteht. Er berührt eine solche Menge von Fragen, wie sie durch Ereignisse wie die letzten Kriege zur Befreiung und dem Schutz der einheimischen Bevölkerungen durch ausländische Mächte aufgeworfen werden (Balkan, Afghanistan, Irak). So stellt er die Kriegsverbrecherprozesse als Farce dar, die selbst wenn gut gemeint, wie immer von den Siegern diktiert werden. So gut wie nie findet sich ein Soldat oder Verantwortlicher einer Siegermacht auf der Anklagebank eines Tribunals.

Auch wenn in diesem Buch der Krieg vorgeblich wegen gefährlicher und verbotener Forschung geführt wurde - vermutlich um den Weltfrieden zu sichern - so ist es die Wirtschaft der Ausländer, der kriegsführenden Mächte, die von dem Ergebnis zu profitieren scheinen. Doch hier in diesem Roman haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Dieser hat noch ein verborgenes As im Ärmel. Gleichzeitig geht den Investoren ein wichtiger Rohstoff in der Wüste aus: das Wasser.

Von der schriftstellerischen Qualität ist der Roman jedoch kein gelungenes Werk. Bis zum Ende hin bleibt die Figur der Madja und auch die des Ghory flach und konturlos. Erstere lässt sich von Ereignis zu Ereignis treiben und zeigt nur wenig von ihrem Potential. Nur einmal erscheint so was wie eine Person, eine Kämpfernatur, in ihr durch. Andere Figuren treten auf und wieder ab, ohne dass sie wirklich eine Bedeutung haben. So entwickelt sich die Figur des Göran am Anfang, um dann zu verschwinden. Dann taucht eine ominöse Josseline auf, die zwar auch Bedeutung hat, aber deren Persönlichkeit völlig unschlüssig bleibt.

Madja erlebt eine surreale Mischung zwischen "Unschuldig hinter Gittern", "Alice im Wunderland" und "Tausend und einer Nacht". Einige der Ereignisse sind meiner Einschätzung nach ziemlich unwichtig für den Roman und verbessern ihn auch nicht.

Der flüssige Schreibstil und der interessante und selten so aufgegriffene Stoff lassen aber gerne über manche Schwäche hinwegsehen und so gehört auch dieses Werk von Herbert W. Franke zu den empfehlenswerten.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Franke, Herbert W.

Verlag:

dtv, München

Erschienen:

Jun. 2005

Kritiker:

jpk

ISBN:

3-423-24470-4

ISBN(13):

978-3-4232-447-1

EAN:

9783423244701

Typ:

Taschenbuch

 

Herbert W. Franke

 

Geborene wurde Herbert W. Franke im Jahr 1927 in Wien, Österreich. 1945-1951 studierte er an der Universität von Wien die Fächer Physik, Mathematik und Philosophie. Nach seinem Umzug nach Deutschland arbeitete er fünf Jahre in der Industrie, später als freier Mitarbeiter [mehr]

 

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