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Das Parfum

Süskind, Patrick

Rezension von Tobias Thieme (Tobit)

Im Paris des achtzehnten Jahrhunderts wird Jean-Baptiste Grenouille auf dem Viktualienmarkt geboren. Sein Schrei, mit dem er auf sich aufmerksam macht ist nur der Anfang eines ungewöhnlichen Lebens. Schon am Anfang wird klar, dass dieses kleine Kind nicht so ist wie die anderen. Er wird von Ammen großgezogen, doch diese bringen ihn jedes Mal nach kurzer Zeit wieder zurück. Es heißt er habe etwas Teuflisches an sich. Dabei beziehen sie sich nicht nur auf sein Aussehen sondern auch darauf, dass dieses Kind nicht riecht. Eine Amme beschreibt es ganz besonders, diesen Karamellgeruch am Hinterkopf, den der kleine Jean-Baptiste nicht besitzt. Schließlich findet sich doch noch eine Amme, Madame Gaillard, sie behält den kleinen für viele Jahre, was wohl unter anderem daran liegt das ihr nicht auffällt das Grenouille keinen Körpergeruch besitzt, da sie seit einem Unfall nichts mehr riechen kann. Aber auch sein Verhalten ist sehr suspekt. Grenouille benötigt keine Liebe wie andere Kinder, ihm reichen etwas zu Essen und ein Bett. Doch einige Menschen erkennen auch während seiner Zeit bei Madame Gaillard das Teuflische an Grenouille: die anderen Pflegekinder. Neben zahlreichen schweren Krankheiten überlebt Grenouille auch noch einige Mordattacken der anderen Kinder. Schon früh werden seine unglaublichen olfaktorischen Begabungen beschrieben. Während er sein erstes Wort erst mit vier Jahren spricht hat er inzwischen seine Umwelt olfaktorisch schon sehr gut erfasst. Dieses Talent begleitet ihn Zeit seines Lebens. Er erfasst die Dinge meist nur olfaktorisch und hat somit große Sprachprobleme. Dinge die er nicht riechen kann sind auch in seinem Wortschatz nicht vorhanden und außerdem, was viel schlimmer ist, nicht in seinem Kopf. Deshalb kann er mit ethischen Grundsätzen nichts anfangen und sieht auch in seinen späteren Morden keine schlimme Tatsache. Nach seiner Zeit bei Madame Gaillard arbeitet er schließlich bei dem Pariser Gerber Grimal der seine Angestellten schamlos ausnutzt und für die schwersten Arbeiten missbraucht. Grenouille wohnt in dieser Zeit in einer kleinen Hütte und bekommt nur wenig Lohn. Doch das stört ihn nicht großartig, da er nun durch ganz Paris ziehen und alles olfaktorisch erfassen kann. Nach einiger Zeit hat er Paris olfaktorisch voll erfasst. Grenouille kann in völliger Dunkelheit umherziehen, kann mit geschlossenen Augen laufen, ohne sein Ziel zu verfehlen. Durch einen Zufall gerät er wenig später an den Parfumeur Baldini, der gerade in einer schweren Krise steckt, da er seit Jahren kein erfolgreiches Parfum mehr kreieren konnte. Der Gerber Lehrling Grenouille mischt dem großen Parfumeur Baldini innerhalb weniger Minuten eine perfekte Kopie des momentan erfolgreichsten Parfums in Paris, ohne Rezept. Baldini ist so begeistert, dass er die Gunst der Stunde nutzt, Grenouille einstellt um ihn schamlos auszunutzen. In den nächsten Jahren kreiert Grenouille Parfums für Baldini die allesamt zu Verkaufsschlagern avancieren und die Baldini unter seinem Namen veröffentlicht. Doch auch das stört Grenouille nicht weiter, da er zum einen weiß das er weitere, bessere Parfums kreieren könnte, zum anderen weil er eigentlich nur ein Ziel hat: die Methoden für die Konservierung eines Duftes kennen zulernen. Nach seinem ersten Mord an einem Mädchen und nachdem Baldini schließlich eines Nachts stirbt, wie so viele Menschen die mit Grenouille in Verbindung stehen, zieht Grenouille weiter in Richtung Grasse, der Hauptstadt der französischen Parfumeure. Doch als er auf dem Weg dorthin durch das Massif Central wandert ist er so beeindruckt von der Landschaft und der „Geruchlosigkeit“ dieses Ortes das er sieben Jahre seines Leben in einer Höhle dort verbringt. Nachdem er seinen Aufenthalt dort beendet gerät er noch an einen etwas durchgeknallten Wissenschaftler der eine haarsträubende Theorie entwickelt halt und diese an Grenouille beweisen will. Als dieser schließlich in Grasse ankommt heuer er wieder bei einem Parfumeur Betrieb an, diesmal bei der Parfumeur Witwe Arnulfi. Dort erweitert er seine Kenntnisse über die Geruchskonservierung und dort begeht er auch seine abscheuliche Mordserie. Am Tag seiner Hinrichtung kommt es in Grasse schließlich zum großen Showdown, bei dem ein Parfum die Hauptrolle spielt…

Das Parfum ist bei weitem keine leichte Kost, es ist ein anspruchsvoller Roman. Grenouille, die Hauptperson, ist so vielschichtig wie es eine Romanfigur nur sein kann. Seine Gedanken, seine Gefühle werden wahnsinnig gut beschrieben, so gut wie es selten der Fall ist. Doch bei alldem darf man trotzdem nicht die abscheulichen Taten dieser Figur außer Acht lassen. Doch auch diese lassen sich durch den Text erklären. Im Grunde ist Grenouille ein Genie. Er hätte dank seines olfaktorischen Könnens zum größten Parfumeur der Welt aufsteigen können, doch mit der Lektüre des Buches erkennt man das das nie sein Ziel war und auch die Gründe dafür werden eingehend erläutert.
Die Beschreibung der Düfte ist so blumig und so detailgetreu, dass man oft das Gefühl hat man wandelt selbst durch die Straßen von Paris und riecht dies alles. Allein die Idee die hinter diesem Roman steckt ist beim genaueren hinsehen genial. Das Paris des achtzehnten Jahrhunderts wird so detailreich und lebendig geschildert, wie es besser nicht sein könnte. Daran erkennt man auch wie viel Recherche und wie viel Zeit in diesem Roman stecken, der zwar einen simplen Handlungsstrang besitzt, aber durch seine Idee und Süskinds Schreibstil aus der Masse heraussticht.
Das Parfum ist ein Buch das man entweder hassen oder lieben kann. Auf jeden Fall ist es nach Erich Remarques „Im Westen nichts Neues“ der zweite weltweite Bestseller der aus Deutschland stammt. Meiner Meinung nach zu Recht.

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Wertung

 

Gesamt:

(Gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Brutal)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Frankreich

Autor:

Süskind, Patrick

Verlag:

Diogenes, Zürich

Erschienen:

Jan. 1994

Kritiker:

Tobias Thieme (Tobit)

ISBN:

3-257-22800-7

ISBN(13):

978-3-2572-280-7

EAN:

9783257228007

Typ:

Taschenbuch

 

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