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Paradies 3000

Franke, Herbert W.

Rezension von Jim Melzig

Diese Anthologie enthält folgende Kurzgeschichten:
Paradies 3000
Der Hölle entronnen
Endwert Null
Am Rande des Nebelstroms
Die Geschichte der Berry Winterstein
Das rosarote Universum
Verhandlung
Ferngelenkt
Raumfieber
Kursänderung
Aufstand der Alten
Sperrgebiet
Schaukampf
2000 Jahre später

Die Menschen in "Paradies 3000" sind zwar technologisch auf hohem Niveau angelangt, stagnieren aber nun. Keine Bildung, kein Fortschritt, es mangelt an Platz und Ressourcen. Gefangen in einer die Geburtenbeschränkung verbietenden Religion stehen pro Person nur drei Quadratmeter Bodenfläche zur Verfügung, alle über 30jährigen werden eingefroren. In "der Hölle entronnen" soll ein Botschafter der Menschheit in einem fernen Sternensystem den Kontakt mit körperlosen intelligenten Wesen festigen. Die Strapazen des langen Fluges nimmt er gerne in Kauf, den eigentlich ist er von zu Hause geflohen, von der Trostlosigkeit seiner Ehe. Die Kontaktaufnahme mit den Wesen gestaltet sich kompliziert. Um sich den Bedingungen der Geistwesen anzupassen, muss er sich einer völligen Transformation seines Körpers unterziehen. Sein Persönlichkeit bleibt erhalten und weil die Fremden freundliche Wesen sind, glauben sie ihm mit der Simulation seiner gewohnten häuslichen Umgebung einen Gefallen zu tun. Professor Koenig hat in "Endwert Null" ein Programm mit rückgekoppelter Logik entwickelt, ein Programm das von sich aus evolvieren kann. Da er DECISION, so der Name seines Programms, für die Menschheit potentiell gefährlich hält, vernichtet er es. Ein Kollege hat allerdings eine Kopie bewahrt und mit einigen an das Programm selbst gestellten Restriktionen wird es nun doch gestartet und zwar auf einem Rechner, der per weltumspannendes Datennetz mit sämtlichen Speicher verbunden ist - das Internet lässt grüßen, 1981! "Am Rande des Nebelstroms" findet man in der dortigen Raumstation nur die mumifizierte Hülle der Wissenschaftlerin. Ein entsandter zweiter Wissenschaftler soll den Fall aufklären und die Experimente beenden. Doch auch er unterliegt den merkwürdigen Einflüssen in dieser Tiefe des Raumes und durchläuft eine Metamorphose zu einer neuen Existenz. "Die Geschichte des Berry Winterstein" beschreibt einen genialen Einzelgängers, der einen völlig neuartigen Antrieb entwickelt. Verfolgt, ins Gefängnis gesteckt, geächtet und zum Schluss im Altersheim abgestellt, gelingt ihm die Überwindung interstellare Entfernungen. In "das rosarote Universum" programmiert Bert Severin holovirtuelle Actionspiele. Eines Tages weicht er von dem vorgegebenen Schema ab und schöpft eine eigene Welt. Mehr und mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion und Bert benutzt sein Actionspiel, um aus seinem jetzigen Dasein als Slavenarbeiter in eine Scheinwelt der Freiheit zu flüchten. Ein Streichholz wird in "Verhandlung" einem Abgesandten der Menschheit bei der Kontaktaufnahme mit einer fremden Intelligenz zum Verhängnis. "Ferngelenkt" über Gehirnimplantate, die von einer Zentrale aus mit Impulsen angesteuert werden, so beschreibt der Instruktur seinen gelehrigen Nachwuchswissenschaftlern die Hühner in einem Tierversuch. Doch nicht nur die Hühner sind fremdbestimmt. Wie sich Prof. Arturo dell´Orca in "Raumfieber" auch entscheidet: Gibt er den Raumfahrern das noch nicht erprobte Mittel gegen Raumfieber mit oder nicht? Es ist immer falsch. Eine "Kursänderung" führt der Bordcomputer durch, um das primitive Federvieh, dem ein Hang zum Zerstörerischen und ein ungebremster Vermehrungsdrang zu eigen ist, auf einem Planeten auszusetzen. Der einzige Mensch an Bord ist zum Zuschauer degradiert, wird vom Computer ignoriert und von der Tieren tyrannisiert. In "Aufstand der Alten" revoltieren die Greise gegen ihre Diskriminierung. Der geniale Physiker Mandelbrod dient als Rechenknecht für Beschleunigerexperimente in einem "Sperrgebiet" eines totalitären Systems. Ihm gelingt die Flucht. Doch auch in der neuen Heimat findet er nicht die erhoffte Freiheit und wird statt dessen mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Wie im alten Rom treten in "Schaukampf" Gladiatoren gegen Bestien an. Nur besitzen die Kämpfer der Neuzeit moderne Waffen und kämpfen gegen furchterregende Kreaturen aus anderen Sternensystemen. Die Kämpfe sind fair, so glauben sie. 10 Jahre sind sie unterwegs gewesen, fremde Planetensysteme zu erforschen und nun kehren sie zurück auf die Erde und aufgrund der Zeitdilatation ist es "2000 Jahre später". Statt von jubelnden Menschenmassen empfangen zu werden, finden sie einen schlafenden Planeten vor, nur der Zentralcomputer empfängt sie und befördert sie zu ihren schlummernden Artgenossen.


In der vorliegenden Anthologie beschäftigt sich Franke mit den für ihn typischen Themen: Der Mensch im Spannungsfeld zwischen Technik und Gesellschaft, wobei er hier die mangelnde Umgangsfähigkeit des Menschen mit dem von ihm geschaffenen Fortschritt analysiert. Oft lässt er dieses Unvermögen in einer Dominanz der Technik gipfeln, die den Menschen zum Opfer hat oder ihn ausbeutet. Manche der Geschichten haben experimentellen Charakter. Franke wollte hier offensichtlich nur einige Gedanken anreißen und mögliche Konsequenzen ausloten, so erwarten den Leser hier teilweise nur wenige Seiten. Bisweilen sind die Handlungen gar etwas boshaft, aber wirken dadurch unterhaltsamer als in früheren Anthologien und erinnern mit ihren Pointen an die Kurzgeschichten von Eric Frank Russell. Bis auf "die Geschichte des Berry Winterstein", die man durchaus als misslungen bezeichnen kann, sind alle Kurzgeschichten dieses Bandes anspruchsvoll, anregend und unterhaltsam. Besonders hervorzuheben ist "Schaukampf".

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

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Suhrkamp, Frankfurt

 

Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Franke, Herbert W.

Verlag:

Suhrkamp, Frankfurt

Erschienen:

Jan. 1981

Kritiker:

Jim Melzig

ISBN:

3-518-37164-9

ISBN(13):

978-3-5183-716-10

EAN:

97835183716410

Typ:

Taschenbuch

 

Herbert W. Franke

 

Geborene wurde Herbert W. Franke im Jahr 1927 in Wien, Österreich. 1945-1951 studierte er an der Universität von Wien die Fächer Physik, Mathematik und Philosophie. Nach seinem Umzug nach Deutschland arbeitete er fünf Jahre in der Industrie, später als freier Mitarbeiter [mehr]

 

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