 | Lammbock - Alles in Handarbeit Rezension von Kaishin Die Diskussion um weiche Drogen und das Für und Wider einer Legalisierung schaffen auch in Deutschland ein Haschisch freundliches Klima. Und so konnte man in den letzten Jahren sowohl im Fernsehen als auch im Kino Erstaunliches verfolgen. Der vermeintliche Höhepunkt erschien dann im Jahr 2001. Ein Film flimmert über die Kinoleinwände, welcher nur ein Thema hat: Dope. Angefangen bei den sinnfreien Dialogen zu denen hemmungsloser Konsum führen kann bis hin zu Inzest und Schwangerschaft. Aber es kommt noch besser: Der eigentliche Star in diesem Film sind nicht etwa die Cannabispflanzen oder gar die Hauptdarsteller, nein Würzburg heißt der Star in Lammbock.
Wir sind viele und wir sind zu zweit. Wir sind big in Würzburg tonight.
Stefan und Kai machen nicht viel. Nun gut, außer kiffen halt. Kai, von Beruf Sohn und der ambitionierte Jura Student Stefan betreiben eine Pizzeria. Pizzen verkaufen ist natürlich kein Job für ewig und richtig viel Geld kann man damit augenscheinlich auch nicht verdienen. Aber den beiden geht es auch nicht um Salami, Funghi oder Tonno sondern eher um Northern Lights, White Whidow, Orange Bud oder Superskunk. Und alles unter der Salamischeibe frei Haus. Das funktioniert soweit auch ganz gut, doch eines Tages haben die Beiden ein schwerwiegendes Problem. Die Cannabisplantage im Wald wird von gemeinen Blattläusen heimgesucht. Mit allerlei verwegenen Mitteln, versuchen die Hobbygärtner ihre Pflanzen wieder fit zu machen. Dummerweise hat sich in ihren näheren Bekanntenkreis ein übermotivierter Zivilfahnder eingeschlichen...
Wo Nur noch sechzig Sekunden den Film für den Autoknackernachwuchs darstellt, ist Lammbock das verfilmte Handbuch für den ambitionierten Cannabiskonsumenten. Allerlei Mittel und Wege, wie man sich die Welt etwas bunter machen kann, werden präsentiert. Nebenbei gibt es natürlich auch noch so etwas wie Handlung, aber selbige dient eigentlich nur dazu Szenen des vernebelten Alltags der fränkischen Kleinstadt zu zeigen. Auch auf vermeintlich ausgelutschte, um nicht zu sagen niveaulose, standard Gags wird zurück gegriffen. Den jungen Mann mit dem Staubsauger haben wir doch auch schon in anderen Produktionen gesehen. Für wahr, wahnsinnig kreativ war der Drehbuchautor nicht, dennoch macht es Spaß den Darstellern bei ihrem Spiel zuzuschauen. Etwas entäuschend hierbei zeigt sich jedoch Moritz Bleibtreu. Marie Zielcke und Lucas Gregorowicz wissen jedoch zu überzeugen. Sehr sympatisch kommt auch der Soundtrack daher. Er versteht es, an den richtigen Stellen aufzutrumpfen.
Bei Bild und Ton hat sich Universal nicht mit Ruhm bekleckert. Das Bild wirkt streckenweise ziemlich verwaschen. Wie die Kopie, der Kopie, der Kopie eines alten VHS Tapes. Der Ton kommt als Dolby Digital 2.0 daher. Wahnsinn, da wurden mal wieder alle technischen Möglichkeiten ausgenutzt. Von dieser Warte aus, ist der Film wirklich schwach auf der Brust und wird dem Medium DVD nicht gerecht.
Auf dem Silberling findet man neben dem Film auch noch Bonusmaterial. Geboten werden diverse Audiokommentare aber auch Interviews. Ein Behind the Scenes und eine Fotogallery runden das Programm ab.
Insgesamt ein sehenswerter Film. Abzüge in der B-Note für das mittelmäßige Bild und den schnöden Dolby Digital 2.0 Ton. Datenbank:0.0013 Webservice:0.0715 Querverweise:0.1459 Infos:0.0011 Verlag,Serie:0.0009 Cover:0.0001 Meinungen:0.0029 Rezi:0.0003 Kompett:0.2246 |  |