 | Der vergessene Friedhof  Saramee, eine Küstenstadt, die von hohen Gebirgszügen umgeben wird, ist ein Treffpunkt für Abenteurer, Glücksritter, Halunken und Flüchtlinge aller Arten und Rassen. Hier verdingt sich der Söldner Kronn auf einem Kriegsschiff, das vor der Küste Saramees Handelsschiffe vor Überfällen von Piraten schützen soll. Doch eines Tages wird Kronns Schiff selber Ziel eines solchen Überfalls. Kronn entgeht als einziger knapp dem Tod, befindet sich aber nun in einer mißlichen Lage. Er treibt auf offener See, ohne Boot oder Schiff. Glücklicherweise taucht in den Wellenbergen eine Insel auf, die zunächst die Rettung für Kronn zu sein scheint. Doch die Insel hält ein düsteres Geheimnis für ihn bereit. An dieser Stelle breche ich die Inhaltsangabe ab, denn mehr würde schon zuviel vom Inhalt der 63 Seiten langen Geschichte verraten. „Der vergessene Friedhof“ ist der erste Band einer monatlich erscheinenden Heftserie Namens „Saramee – Stadt der Vertriebenen“. Bisher sind sechs Bände von sechs Autoren geplant. Auf der ausführlichen und lobenswerten Homepage www.saramee.de kann man sich über die einzelnen Bände informieren und Leseproben in Augenschein nehmen. Konzipiert und herausgegeben wird die Serie von Christoph Weidler im Atlantis Verlag. Der erste Band wurde von Markus K. Korb geschrieben, den man bisher eher als Autor phantastischer Gruselgeschichten kannte. Erschienen ist der erste Band in einer broschierten Ausgabe, mit einer Papierqualität, die deutlich über der Qualität normaler Heftserien a’ la „Perry Rhodan“ oder „John Sinclair“ liegt. Dies macht sich leider auch im Preis bemerkbar, der mit 4,90 Euro für 70 Seiten den einen oder anderen Leser vom Kauf abschrecken könnte. Schön ist das im Comicstil gezeichnete Titelbild, das inhaltlich zu der Geschichte paßt. Das Konzept von Saramee ist inspiriert von Robert Asprins Diebeswelt. Dort haben sich auch einige Autoren zusammengefunden, um Geschichten aus einer Stadt –Freistatt- zu erzählen. Doch nun zu dem Wichtigsten, der Geschichte. „Der vergessene Friedhof“ ist eine klassische Abenteuerkurzgeschichte mit phantastischen Elementen, die vom Prinzip ein wenig an die Conan-Geschichten von Robert E. Howard erinnern. Der Söldner Kronn erinnert schon ein wenig an die Figur des Conan, wobei man ihm seine Fähigkeiten nicht unbedingt auf den ersten Blick ansieht. In Saramee hält man in eher für einen abgehalfterten Abenteurer als für ein Kämpfer mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Erzählt wird die Geschichte in einem flüssigen Schreibstil, der Wert aufs Detail legt. Im Laufe der Geschichte bringt der Autor einige Überraschungen ein, die der Geschichte mehr Tiefe verleihen, als man ihr anfänglich zutraut. Der Autor schafft es, die Erlebnisse Kronns bildhaft zu schildern und seine Kämpfe packend zu beschreiben. Kronn gerät von einer brenzligen Situation in die nächste, verliert dabei aber nie den Kopf, sondern bleibt stets der professionelle Söldner, der effektiv und zweckgebunden handelt. Gegen Ende war ich etwas enttäuscht, daß die Geschichte nur so kurz war, und ich hoffe in Zukunft noch mehr von Kronn lesen zu können. An dieser Stelle sollte auch noch die Einleitung von Christoph Weidler erwähnt werden, die darauf schließen lässt, daß es einen größeren Zusammenhang zwischen den einzelnen Bänden geben wird. „Der vergessene Friedhof“ ist ein spannender Einstieg in eine Serie, die viel Potential verspricht. Ich freue mich schon auf die nächsten Bände und bin gespannt, ob sie das gute Niveau des Ersten halten können. Datenbank:0.0015 Webservice:0.0737 Querverweise:0.1810 Infos:0.0012 Verlag,Serie:0.0017 Cover:0.0001 Meinungen:0.0023 Rezi:0.0003 Kompett:0.2623 |  |