 | Eclipse penumbra Shirley, JohnRezension von Jim Melzig Im zweiten Teil der Eclipse-Triologie (Teil 1, siehe entsprechende Rezension) gelingt der NR nach einigen Rückschlägen ein wichtiger Teilsieg in ihrem Kampf gegen den Faschismus der Second Alliance. Unter der Führung Steinfelds und Hard-Eyes können Sie das Hauptquartier der SA auf Sizilien auslöschen, eine Revolte in der Raumstation FirStep bringt die Kolonie unter Kontrolle der NR und Smoke gelingt es, der amerikanischen Bevölkerung mittels über das Gitter verbreiteter Antipropaganda-Software, die wahren Absichten der SA zu verdeutlichen. Zudem verläuft ein Attentat auf Crandall, den Kopf der SA, erfolgreich und damit ist die Macht dieser Organisation in den USA gebrochen. In Europa indes hat die Sowjetunion kapituliert, und die Second Alliance kann in den meisten europäischen Staaten ihre mittelbare Herrschaft durch Marionetten-Regierungen festigen. Deutlich schwächer gerät der zweite Teil der Eclipse-Triologie. War man im ersten Teil unter anderem noch erstaunt über die innovativen und interessanten Cyberpunk-Elemente, gelingt Shirley nun nichts wesentlich neues mehr. Lediglich die Verschmelzung von Geist und Maschine, hier dargestellt durch eine Kopplung von Gehirnteilen des Konstrukteurs der Raumstation mit dem Zentralcomputer bringt einen interessanten Aspekt, ebenso die Wirkung schizogener Drogen. Beides ist aber auch nicht wirklich neu. Statt dessen versucht Shirley die in Teil eins schon extrem blutige Gewaltorgie noch zu übertrumpfen. Das ist bedauerlich und ganz und gar unnötig. Die Schreckensherrschaft eines faschistischen Regimes ist durchaus plausibel, eindringlich und ausreichend bedrohlich beschrieben. Die penetrant geschilderten Gewaltexzesse führen da nur noch zu einer gewissen Abstumpfung seitens des Lesers, die in letzter Konsequenz, den Schrecken dieses Szenarios wiederum nivelliert. Somit verfehlt Shirley eines seiner Ziel, die Grausamkeit des Krieges zu verdeutlichen und schafft stattdessen eine Ego-Shooter-Videospiel-Atmosphäre, in dem vieles im Kugelhagel doch nur abstrakt bleibt. Positiv herausheben lassen sich nur seine im ersten Teil eingeführten und nun vertieften Darstellungen über die Problematik von Gehirn-Extraktoren, bei der nur Unwissenheit vor Weitergabe von Informationen schützt und ein zwischenmenschliches Vertrauen, wie es in solchen Krisensituationen eigentlich unabdingbar ist, keinen Bestand mehr hat, da Manipulationen des Gehirns nicht mehr feststellbar sind. Schade, ein Lot weniger Gewalt und statt dessen mehr Konstruktives, wie zum Beispiel Smokes Reflexionen über die Ursachen des Rassismus, und dieser Roman wäre genauso gelungen wie Teil 1. Datenbank:0.0008 Webservice:0.1697 Querverweise:0.4361 Infos:0.0012 Verlag,Serie:0.0106 Cover:0.0007 Meinungen:0.0021 Rezi:0.0002 Kompett:0.6217 |  |