Online Rezensionen->alle->Die Wälder am Fluss  

Zurück zur Startseite des X-Zines Diskutiert mit uns Unterstützt uns durch Bestellungen Fantasy-Bücher und -Geschichten Science-Fiction-Bücher und -Geschichten Horror-Bücher und -Geschichten Rollenspiele Trading Card Games PC- und Konsolenspiele Musik Comix

Bedienungsanleitung

Zurück zur Startseite des X-Zines

Erweiterte Suche

Die Wälder am Fluss

Lansdale, Joe R.

Rezension von Jens Fleischhauer

Harry lebt mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester am Sabine River in Texas. Sein Vater betreibt den Frieseurladen in der nahegelegenen Kleinstadt und ist Constable. Als Harry dann mit seiner Schwester eine Frauenleiche findet, ist es die Aufgabe von Harrys Vater dem Verbrechen auf die Spur zu gehen. Schon von vorneherein mischt sich Harry gekonnt in die Arbeit seines Vaters ein, nicht als Ermittler, aber als geduldeter Begleiter. Einfach ist es jedoch nicht den Mordfall aufzuklären, da die Ermordete eine dunkle Hautfarbe hatte und in den 1930er Jahren im Süden der USA dies für die meisten Constables ein Grund gewesen wäre, den Fall von vorneherein als abgeschlossen zu erklären. Aber es ist kein Wunder, dass Harrys Vater dem Fall dennoch nachgeht, gilt er doch allgemein als "Niggerfreund".
Dieser Kriminalroman spielt in einem rassistischen Amerika, wie es allseits bekannt ist. Selbstverständlich darf der Klan dann auch nicht fehlen und tatsächlich macht er Harrys Vater arge Probleme. Hat dieser doch, nachdem weitere Leichen aufgetaucht sind, einen Verdächtigen festgenommen und läßt ihn dann wieder laufen. Irgendwie kam jedoch heraus, dass der Verdächtige dunkle Hautfarbe hatte und für alle war damit klar: Der Täter wurde wieder auf freuen Fuß entlassen. Es kommt zur Lynchjustiz. Doch wer hat an Harrys Wohnhaus geklopft und den Zettel angebracht, auf dem steht, dass dem ehemaligen Verdächtigen etwas schlimmes bevorsteht? Wer wollte den Constable alarmieren, damit dieser vielleicht hilfreich eingreifen kann? Dieses Geheimnis wird unter anderem in dem Buch gelöst, ebenso wie eine verwickelte Familiengeschichte. Hinzu kommt, dass durch die Geschichte des Ziegenmannes eine delikate Horrorgeschichte in dieses Buch verwoben ist, die einige sehr gruselige Elemente enthält. Der Ziegenmann ist eine Sagengestalt, die Harry und seiner Schwester, seit sie davon gehört haben, Angst macht. Ist es der Ziegenmann, den sie am Waldrand gesehen haben? Gibt es ihn wirklich oder ist er nur eine Fiktion?
Einfach spannend, vom Anfang bis zum Ende. Die Kriminalstory ist sehr schön geschrieben, erzählt wird sie nämlich mehr als 60 Jahre später, von Harry. Jedoch nicht mehr am Sabine River lebend, sondern nun in einem Altersheim.
Klar und flüssig ist die Story erzählt, ohne unnötige Elemente und nichts wird zu früh verraten. An einer Stelle dachte ich einmal: War klar, dass das der Mörder ist und in der nächsten Zeile erfuhr ich dann, dass die Person doch nicht der Mörder war.
Besonders durch den Einbau des Horrorelements wird die Spannung der Geschichte enorm hoch gehalten. Die beschrieben Actionsezenen wirken sehr dynamisch. Hinzu kommt, dass alle Nebenfiguren und Schauplätze liebevoll beschrieben wurden und alleine die Erwähnung eines Namens ausreicht, um die Beschreibung, die womöglich viele Seiten vorher stattfand, wieder in Erinnerung zu haben.
Ein Krimi der auf jedem Fall zu empfehlen ist und in eine Zeit voller Rassismus und Gewalt führt. In dieser Geschichte sind Harry und seine Familie der Lichtblick auf ein nicht rassistisches Amerika der Zukunft. Doch das dieser Schritt nicht so leicht sein wird, sieht man daran, dass auch Harry und sein Vater gelegentlich in alte Denkmuster zurückfallen. Was sie von den anderen jedoch unterscheidet, ist das sie auch in der Lage sind, diese Denkmuster wieder von sich abzuschütteln. Das Original des Buches erschien im Jahr 2000 unter dem Titel "The Bottoms" und wurde von Mariana Leky für die deutsche Ausgabe übersetzt.

Datenbank:0.0016 Webservice:0.0881 Querverweise:0.0077 Infos:0.0007 Verlag,Serie:0.0007 Cover:0.0001 Meinungen:0.0009 Rezi:0.0001 Kompett:0.1001

 

Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Entspannend)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Vertretbar)

 

Links

 

Shopping:
kauf mich amazon
kauf mich 2nd Hand bei abebooks

Mehr von Joe R. Lansdale:
Ein feiner dunkler Riss

Infos DuMont:
Produkte im X-Zine

Navigation:
Zurück
Druckerversion

 

Infos

 

Sprache:

Deutsch

Ort:

Texas, USA

Zeit:

1930er

Autor:

Lansdale, Joe R.

Verlag:

DuMont, Köln

Erschienen:

Okt. 2004

Kritiker:

Jens Fleischhauer

ISBN:

3-832-18330-2

ISBN(13):

978-3-8321-833-1

EAN:

9783832183301

Typ:

Taschenbuch

 

  [mehr]
 

Werbung

  booklooker.de - Der Flohmarkt für Bücher

 
Buch24.de - Bücher versandkostenfrei
 
Libri.de - Und Bücher kommen immer gut an