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Das große Michael Ende Lesebuch

Hocke, Andrea; Hocke, Roman

Rezension von Markus K. Korb

Allzufrüh ging ein Schriftsteller von uns, der die deutsche phantastische Literaturlandschaft bereichert hat, wie kaum ein anderer in der Epoche nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Rede ist selbstverständlich von Michael Ende.
Michael Ende schenkte den Lesern Klassiker wie „Momo“, „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ oder „Die Unendliche Geschichte“. Oftmals fälschlicherweise als Kinderbuchautor in eine Schublade gesteckt, offenbaren die Erzählungen und Romane von Michael Ende eine Tiefe der Beschäftigung mit der Welt und den Menschen, welchen weit über das Genre „Kinderbuch“ hinaus reichen. Erst relativ spät hat man dies in der Literaturkritik erkannt und so nimmt es nicht wunder, dass viele Texte des Autors noch entdeckt werden müssen.
Hierzu leistet „Das große Michael Ende Lesebuch“ einen wichtigen Beitrag. Er erscheint im Piper Verlag und wurde von Andrea und Roman Hocke herausgegeben.

Die beiden Herausgeber verbindet eine besondere Beziehung zum Autoren Michael Ende. Sie waren Nachbarn in Genzano di Roma (ein Städtchen in den Albaner Bergen südlich von Rom), wo Ende seine Romane „Momo“ und „Die unendliche Geschichte“ schrieb. Weiterhin betätigte sich Roman Hocke als Lektor Endes über zwei Jahrzehnte und hat den Autoren auf vielen Reisen begleitet. Michael Ende starb viel zu früh im Jahr 1995.

Zum 75ten Geburtstag von Michael Ende versammelt dieses große Lesebuch das Beste und Schönste aus seinem Werk. Es präsentiert den ganzen Kosmos des berühmten Wortmagiers und bringt uns den Künstler, den Denker und den Menschen Michael Ende nahe.
Abgerundet mit bisher unveröffentlichten Texten aus der „Unendlichen Geschichte“, ist dieses Geschenkbuch ein Leckerbissen für Fans, Widerentdecker und Neueinsteiger.

Was der Verlag als „Großes Lesebuch“ anpreist, entfaltet sich in der Tat als eine große Retrospektive auf Michael Endes Schaffen. Dabei haben es die Herausgeber Gott sei Dank nicht auf die erfolgreichsten Romane, wie eben „Momo“ oder „Die unendliche Geschichte“ beschränkt, sondern zeigen ganz bewusst auch den anderen Ende – den nachdenklichen Autoren phantastischer Literatur, der sich mit Problemen und Denkkonstrukten vielfältigster Couleur befasst, was seine große Bandbreite aufzeigt.

Darunter finden sich nicht nur Texte über die Bedeutung der Phantasie – ein Lieblingsthema von Michael Ende – sondern auch kritische Reflektionen über die Kunst, u.a. durch Beschäftigung mit dem Werk des Vaters Edgar Ende, und sogar Unsinns-Gedichte, welche an den bekannten britischen Autoren der „Alice im Wunderland“ denken lassen, Lewis Caroll.
Gerade in den letzteren beweist Michael Ende seine wunderbare Imagination und Wortmagie. Diese lässt Poesie entstehen, gerade aus dem, was vielen als „Unsinn“ vorkommt. Für den Phantasiebegabten ist Unsinn aber mehr als wie das landläufig verstandene „Quatsch“ – Unsinn verstanden als die Verdrehung des Normalen, was uns dadurch einen anderen Blickwinkel auf die Welt erlaubt.

„Das große Michael Ende Lesebuch“ ist eine grandiose Erweiterung der Bibliothek diesen außergewöhnlichen Autors. Es verbindet seine unbekannten Erzählungen mit Gedichten und Texten außerhalb des klassischen Literaturkanons, welche uns den Menschen Michael Ende näher bringen. Das Verdienst der Herausgeber muss als hoch eingestuft werden, ist es doch zum ersten Mal möglich, einen breiten Querschnitt durch das Schaffen Michael Endes zu erhalten.
„Das große Michael Ende Lesebuch“ ist eine hervorragende Anschaffung, die man Michael Ende Fans nicht mehr empfehlen muss. Diese besitzen das Buch schon längst. Allen anderen sei geraten, sich diesen Ausnahme-Band zuzulegen, der ein großartiges Plädoyer für das ist, was vielen Menschen mehr und mehr verlustig geht – die Phantasie.


Eure Meinungen:


Phantasie ?.... wie koennt Ihr so was sagen. Habt Ihr kein Wissen um Wachtraeume?. Lest doch mal den Werner Zurfluh
[Boris]

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Gewaltfrei)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Hocke, Andrea

Verlag:

Piper, München

Erschienen:

Okt. 2004

Kritiker:

Markus K. Korb

ISBN:

3-492-04672-X

ISBN(13):

978-3-4920-467-5

EAN:

9783492046725

Typ:

Taschenbuch

 

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