 | Under the Skin Rezension von Ishmael Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Während Europäer und Amerikaner am liebsten Ego Shooter und Action Adventures spielen, gelüstet es die Japaner nach ausgedehnter Rollenspiel Kost – und nach Spielen, die man im Westen ausnahmslos als seltsam bezeichnen würde. Dabei sind die meisten Vertreter dieser „Party Spiele“ sehr unterhaltsam. Titel wie „Dance Dance Revolution“, „Mr. Mosquiton“ oder „Katamari Dashi“ erfreuen sich sogar so einer großen Beliebtheit, dass sie den Sprung über den Ozean geschafft haben und nach Amerika und ganz selten auch nach Europa geschafft haben. Im Vordergrund steht meist immer der Spaß an einer abgedrehten und lustigen Idee, ein innovatives Konzept und vor allem der Multiplayer Spaß. Jetzt wagt auch Capcom mit „Under the Skin“ den Versuch, mit einem Spiel der „seltsamen“ Sorte den Markt außerhalb Asiens zu erobern. Als Alien des Planeten Mischief hat man es nicht leicht. Um sich die Hörner abzustoßen werden die Jugendlichen zu einer Reise durch die Galaxis aufgefordert – auf der sie andere so gut wie möglich erschrecken sollen. Besonders gefürchtet bei dieser Mutprobe ist ein kleiner Planet etwas am Rand der Milchstrasse. Richtig geraten, die gute alte Erde. Noch kein Alien hat es bisher geschafft, dort die Mutprobe zu bestehen, geschweige denn überhaupt zurück zu kommen. Jeder, der es von dort heil nach Hause schaffen würde, wäre wirklich ein großer Held. Genau das richtige Ziel also für den Helden, das kleine Alien Cosmi. Natürlich geht schon beim Anflug alles schief, wie man in einem äußerst vergnüglich aufbereiteten Video erfährt, das mit der schrillsten Grafik seit Viewtifull Joe aufwartet. Danach geht es auch gleich los. Um die Mission auf der Erde zu bestehen, und heil nach Hause zurück zu kommen, muss Cosmi Geld einsammeln, das er erhält, wenn er Leute erschrickt. Dazu steht ihm ein weites Arsenal von Scherzartikeln zur Verfügung. Angefangen von dem gemeinen Boxhandschuh, über Reißzwecken und Feuerwerkskörper bis hin zu einem Superhelden Kostüm stehen viele Wege offen, um an die begehrten Münzen zu kommen. Doch nur bekleidet in einer Unterhose kann Cosmi natürlich keinen dieser Gegenstände tragen. Außerdem wäre es viel zu auffällig als Alien den Menschen Streiche zu spielen. Hier kommt das zweite Feature des Spiels zum tragen. Mit Hilfe seiner Strahlenkanone kann Cosmi den DNA Code eines Menschen kopieren und, wenn er sich unter ein UFO stellt, in dessen Haut schlüpfen. Unterschiedliche Menschen haben auch unterschiedliche Items bei sich und so ist man gezwungen, häufiger den Menschen zu wechseln, um einen reichhaltigen Vorrat an Items zu bekommen und möglichst ertragreiche Combos durchführen zu können. Das alles klingt zunächst etwas verwirrend, aber das gut aufgemachte Tutorial beseitigt schnell die Ungereimtheiten und ermöglicht es, sich in Ruhe mit dem Spielprinzip vertraut zu machen. Sehr positiv fällt auch hier wieder die Comic Grafik auf, die exzellent das Flair von „Under the Skin“ unterstreicht. Danach geht es auf zum eigentlichen Spiel. Innerhalb eines strengen Zeitlimits muß Cosmi eine bestimmte Anzahl von Münzen einsammeln. Meistens spielt man dabei gegen einen Computergegner, der dasselbe Ziel hat und natürlich versucht, Cosmi das Leben so schwer wie möglich zu machen. In anderen Leveln muss man mit dem Computer zusammen arbeiten, oder versuchen, ihn um alle Münzen zu erleichtern. Die Level selber sind unterschiedlich aufgebaut und erlauben ein abwechslungsreiches Spiel. Besonderes Highlight ist „Racoon City“, in der Capcom seine Survival Horror Reihe „Resident Evil“ kräftig aufs Korn nimmt. Für die Langzeitmotivation gibt es zwei zusätzliche Spielmodi, die erst frei gespielt werden müssen. Und wenn man die Münzenhatz alleine satt hat, kann man per Split Screen wahlweise mit dem Computer oder einen Menschlichen Gegner um die Wette erschrecken. Auf den ersten Blick ist „Under the Skin“ also das perfekte Partyspiel für zwischendurch. Aber leider nur auf den ersten Blick. Sehr schnell schleichen sich erste Wehmutstropfen in den Spielspaß. Da ist zum einen die unmögliche Kameraführung. Zwar kann man die Kamera im Prinzip vor oder hinter Cosmi zentrieren, leider funktioniert dieses Feature gerade an Ecken nur in den seltensten Fällen. Zu oft verliert man wertvolle Sekunden Spielzeit während man orientierungslos durch die doch recht großen Level läuft und verzweifelt versucht, die Kamera in eine Position zu bringen, in der man zumindest einigermaßen sieht, was um Cosmi herum vor sich geht. Womit auch schon der zweite große Kritikpunkt angedeutet wäre. „Under the Skin“ ist hektisch, sehr hektisch. Schon auf dem Normalmodus ist das Zeitlimit so niedrig, dass man sich keine größeren Fehler mehr erlauben darf, was bei der schlechten Kameraführung nicht gerade leicht ist. Zusätzlich lassen die Horden von herumlaufenden Menschen und die „Panik Time“, in der das ganze Spielgeschehen noch einmal einen Schritt schneller wird den Blutdruck steigen und den Schweiß auf die Stirn treiben. Bei einem Actionspiel wäre auch nichts dagegen einzuwenden. „Under the Skin“ zielt jedoch von seiner ganzen Aufmachung her auf den Gelegenheitsspieler oder auf diejenigen, die im Kreis der Bekannten ein wenig zocken wollen – und denen wird das Spiel wohl nach einigen Malen einfach zu stressig. Fazit: „Under the Skin“ ist fast wie eine mittelmäßige Verfilmung des Lieblingsbuches. Man versucht unter allen Umständen etwas Positives daran zu finden obwohl man weiß, dass viel zu viel falsch gemacht wurde. Wer also ein Partyspiel sucht, kann sein Geld wesentlich besser anlegen, oder auf ein ähnliches Spiel warten, in dem die großen Schnitzer von "Under the Skin" hoffentlich ausgebessert werden. Nur Spieler mit viel Geld, die auch schon „Devil May Cry II“ durchgespielt und für gut befunden haben können sich einen Kauf überlegen. Denn sie wird auch die schreckliche Kameraführung nicht stören.
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Screenshots: Under the Skin (PS2 - Version)
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Eure Meinungen:
| Geiles Spiel, aber gibt das Spiel auch für den Game Cube? [Der Spieler] |
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