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Myst IV: Revelation

Cyan Worlds, Inc.

Rezension von Gemini
Aus der Reihe "Myst"

Nach dem kurzen und nicht gerade erfolgreichen Ausflug in die Online-Welt mit Uru kehrt die Myst-Reihe wieder zu ihren Wurzeln zurück. Die Story vom vierten offiziellen Teil knüpft an die der 3 erfolgreichen Vorgänger und vor allem an die Ereignisse des ersten, vor nun mehr als 10 Jahren erschienenen, Teils an. Das Spiel selbst erhebt wieder einmal als Genre-Begründer den Anspruch auf den Grafik-Adventure-Thron und will neue Maßstäbe setzen und seine Konkurrenten auf die Plätze verweisen.

Sterne prangen am fast klaren Nachthimmel. Nur ein paar dünne Wolken ziehen über mir hinweg und werfen dunklere Schatten auf die Stege und Wohneinheiten von Atrus’ Zuhause auf Tomahna. Alles ist in ein geradezu unheimliches bläuliches Licht getaucht. Die Pflanzen, die bestimmt Katharina hier großzieht, wiegen sich im stetigen sanften Wind. Mit einem leichten Quietschen öffne ich die Tür zum Schlafzimmer der beiden. Hierher muss die kleine Yeesha geflohen sein. Vor dem erloschenen Kamin liegt ihre Halskette, auf die sie so stolz war. Ich hebe sie auf und wie ein Blitz durchzuckt mich ihre Erinnerung und die Panik, die sie empfunden haben muss. Ich kann ihren Verfolger nicht erkennen. Yeesha betätigt einen Mechanismus, der den Kamin abriegelt und mit ihrer Erleichterung verschwindet auch die Vision. Diese Kette wird mir sicherlich noch nützlich sein und ich stecke sie ein. Doch jetzt muss ich erst einmal den Kamin untersuchen und herausfinden, wohin die kleine Yeesha geflohen ist und wer sie verfolgt hat. Sie braucht meine Hilfe.

Familiengeheimnisse
Im ersten Teil der Myst-Reihe hatte Atrus, der Weltenerschaffer mit Federkiel und Pergament, Ärger mit seinen beiden Söhnen Sirrus und Achenar. Die beiden Sprösslinge waren missraten, mitleidlos und machtgierig. Statt die Wunder der Welten, die sie bereisen durften zu bestaunen und von den verschiedenen Zivilisationen zu lernen, unterjochten sie die Bewohner und beuteten sie aufs Schlimmste aus. Schließlich wollten sie durch die Bibliothek ihres Vaters an noch mehr Welten und die Macht des Schreibens gelangen. Atrus und uns gelang es jedoch, die beiden zu bezwingen. Ihr Vater sperrte sie danach in zwei getrennten Gefängniswelten ein. Diese Ereignisse liegen jedoch bereits Jahre zurück und Atrus und seine Frau Katharina haben mittlerweile ihre Tochter Yeesha bekommen. Doch das Schicksal ihrer beiden Söhne lastet schwer auf ihnen. Sie haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sie sich nach den Jahren der Einsamkeit und des Nachdenkens gebessert haben. Um eine objektive Meinung zu bekommen, holt Atrus uns zu sich, seinen langjährigen treuen, gesichtslosen Freund. Doch kaum sind wir da, muss Atrus auch schon fort und lässt uns als Babysitter mit Yeesha allein auf Tomahna zurück. Bald überschlagen sich die Ereignisse. Ein Eindringling hält sich irgendwo auf und Yeesha verschwindet. Messerscharf kombinieren wir, dass das wohl etwas mit Sirrus und Achenar zu tun haben muss und machen uns daran, die jahrelang sorgsam gehüteten Geheimnisse der Familie zu lüften.

Handliche Fingerspiele
Zu Anfang gleich ein Kritikpunkt bei der Installation. Diese fordert fast mehr die Geduld des Spielers als so manches Rätsel, denn die 3GB wollen erst einmal auf die Festplatte kopiert sein. Ein Glück, dass das CD-Wechseln wenigstens wegfällt, da das Spiel auf einer handlichen DVD daher kommt.
Wer Myst kennt, wird sich in dem sich bei Spielbeginn bietenden Szenario, das sich hier bietet, sofort heimisch fühlen. Das ist auch spürbar die Intention der Macher, die sehr viel Wert auf gute Spielbarkeit und das tiefe Eintauchen in die Welt und die Story gelegt haben. Steuerung und Gameplay ähneln stark den Vorgängern, wurden aber in einigen Aspekten noch verfeinert und erweitert. Wir bewegen uns also diesmal nicht wie es bei Uru versucht wurde, in einer 3D-Umgebung, sondern klicken uns altbewährt von Szene zu Szene, wo wir dann die vorgerenderte 360° Grafik der 4 zu erkundenden Hauptwelten Tomahna, Haven, Spire und Serenia aus der Ego Perspektive in all ihrer Pracht genießen können und uns völlig frei umsehen können. Geführt werden wir dabei von einem handförmigen Mauszeiger, der sich je nach Interaktionsmöglichkeit verändert. Kann man in eine Richtung gehen, so zeigt die Hand in eben diese, kann man etwas genauer betrachten, so holt sie eine symbolische Lupe hervor und kann man mit einem Gegenstand, wie etwa einem Hebel oder einer Schublade, interagieren, so öffnet sich die Hand leicht zum Greifen. Ferner genügt es jetzt auch nicht mehr, nur auf einen Gegenstand zu klicken, um eine Aktion auszulösen, denn Hebel wollen jetzt gefasst und in die richtige Richtung gezogen werden. Als kleines Gimmick ist die Hand diesmal sogar konfigurierbar. Man kann je nach Einstellung als Rechts- oder Linkshänder spielen und sie nach Belieben einfärben.

Langwieriges hin- und herlaufen soll durch den erweiterten, so genannten Zip-Modus, verhindert werden. Hierbei werden die Wichtigsten der bereits besuchten Orte in einer Leiste, durch kleine Bilder symbolisiert, angezeigt. Durch Klicken wird man prompt an den gewünschten Platz teleportiert. Neu hinzugekommen ist auch der integrierte Fotoapparat, mit dem wichtige Hinweise oder einfach nur schöne Reisefotos geschossen werden können. Diese können im Tagebuch mit Notizen versehen werden. So entfällt ein Großteil der Zettelwirtschaft, die viele Kenner der Serie bestimmt vertraut vorkommen wird. Eine weitere Hilfe ist auch Yeeshas Kette, die an einigen Orten durch Blinken auf sich aufmerksam macht und die durch anklicken dann eine Ton oder Videosequenz für uns parat hat.

Gehirnakrobatik
Wem das noch nicht genug Hilfe ist, der kann auf das ebenfalls neue Hilfesystem zurückgreifen. Das ist in drei Stufen gestaltet und kann über das Optionsmenü aufgerufen werden. In Stufe 1 werden nur allgemeine, grobe Hinweise gegeben, in Stufe 2 wird’s schon genauer und bei Stufe 3 bekommt der Spieler dann den kompletten Lösungsweg präsentiert. Das macht Sinn, haben doch angesichts des knackigen Schwierigkeitsgrads der Vorgänger einige Spieler frustriert das Handtuch geschmissen. Diesen Kritikpunkt wollte man hiermit wohl ein für alle mal ausmerzen und auch Neulingen einen Zugang zur einzigartigen Atmosphäre der Myst-Welten bieten. Die Rätsel selbst sind diesmal sehr abwechslungsreich gehalten und reichen von relativ simplen Verschieberätseln, die an Ort und Stelle gelöst werden können, bis zu komplexen und über alle zu bereisenden Welten verteilten Rätseln. Auch die Gestaltung reicht von natürlich bis zu technisch. Dabei kommen die fremdartigen Maschinen, die stets ein Teil der Rätsel in Myst waren, natürlich auch diesmal nicht zu kurz. Der Schwierigkeitsgrad variiert zwar, ist aber der Serie entsprechend recht hoch angesiedelt, diesmal allerdings durchgehend logisch anzugehen. Man hat sich sichtlich Mühe gegeben, die Rätsel dem Spieler etwas zugänglicher zu machen und die Mechanismen, die dahinter stehen, besser zu erklären. Eine Vielzahl von Hinweisen ist in Büchern, Aufzeichnungen, der Umgebung und den Ketten-Hinweisen von Yeesha versteckt. So kann man entweder zuerst nach allen verfügbaren Hinweisen suchen, bis man durch Nachdenken zu einer Lösung gelangt oder aber auch probieren und Tüfteln, bis das gewünschte Ereignis eintritt. Beides funktioniert in Myst 4, der letztere Weg ist aber der schwierigere, denn einen Nachteil hat das Hilfesystem dann doch: Hat man an einem Rätsel bereits allein herumprobiert und befindet es sich somit nicht mehr im Anfangszustand, sind einige der gebotenen Lösungswege nicht mehr praktikabel. Es lohnt sich allerdings die Rätsel ohne den Einsatz der Hilfe zu lösen, denn dann wartet eine kleine Überraschung.

Traumbilder
Mühe steckt auch in der Grafik, die ihren eigenen und teilweise sehr surrealen, für die Serie aber typischen Stil hat. Die Schauplätze sind anders, als alles was man je gesehen hat und gerade das macht das Erforschen und umsehen so spannend. Auch hier hat man versucht, die Welten noch lebendiger wirken zu lassen. Alles scheint irgendwie in Bewegung zu sein, Pflanzen wiegen sich im fast spürbaren Wind, die am Himmel ziehenden Wolken und die Sonne, die durch die Blätter scheint, werfen ein flirrendes und sich bewegendes Schattenmuster auf den Boden. Im Inneren von Gebäuden wirbeln Staubteilchen im Licht.
Die Tiere, die in die Bilder integriert sind und teilweise eine wichtige Rolle spielen, sind zahlreicher geworden und reagieren sogar auf Berührung der Cursor-Hand. Vögel, die sich auf einem Geländer niedergelassen haben fliegen weg und Eidechsen kriechen hektisch in ein schattiges Versteck und auf Wasser können wir mit der Hand sogar Wellenmuster zeichnen.
Auch sind vermehrt Videosequenzen eingebunden worden. Der Übergang ist hier zumeist nahtlos. Während sich zum Beispiel Atrus mit uns in seiner Werkstatt unterhält, geht er umher, wir können uns frei umsehen und trotzdem wirkt er fast perfekt in seine Umgebung eingebunden und teilweise nehmen die Charaktere sogar Einfluss auf sie. So streift Yeesha im Vorbeigehen ein Blatt, das sich dann auch korrekterweise bewegt. Zu meckern gibt es lediglich, dass das Größenverhältnis der per Video integrierten Charaktere so manches Mal vom Gefühl her einfach daneben gegangen ist und diese zu groß wirken.
Zum realistischen Aussehen trägt auch der variable Einsatz der Tiefenschärfe bei. Es ist jeweils der Teil des Bildes scharf dargestellt, auf dem unsere Cursor-Hand gerade zeigt. Befindet diese sich auf einem Hebel, wird der scharf dargestellt und der Hintergrund verschwimmt. Bewegen wir die Hand über die Hügel im Hintergrund, zieht die Schärfe mit und die Berge erscheinen klar und scharf, der Hebel dagegen unscharf. Das verleiht der Grafik mehr Tiefe und macht das Spielgefühl noch realistischer. Alles in allem ist die Grafik einfach nur beeindruckend detailliert und wunderschön. Das ist der Standart, an dem sich andere Grafik-Adventures wieder einmal messen müssen und die eigentliche Stärke der Myst-Reihe.

Klangwelten
Die Geräusche tragen ebenfalls dazu bei, dass man sich mitten in die Welten hinein versetzt fühlt. Ob dichter Dschungel, idyllisches Zuhause am See, stürmische Klippen oder eine aus mysteriösen Kristalltürmen bestehende Welt, nichts scheint unmöglich und die Geräuschkulisse ist ebenso vertraut wie faszinierend fremdartig.
Auch hier wurde Wert aufs Detail gelegt. Klopft man per Mausklick auf einen Untergrund, so ist das daraufhin erklingende Geräusch dazu passend. Holz hört sich an wie Holz, Stoff wie Stoff und diese seltsame unbekannte Substanz wie…ja…eben wie so etwas klingt.
Was bereits an Teil 3 Exile fasziniert hat und bei Uru nicht anders war, wiederholt sich auch bei Revelation. Der eigens von Jack Wall komponierte Soundtrack bietet Abwechslung und einen Schuss Geheimnisvolles. Jede der 4 verschiedenen Welten lässt sich bereits allein an der Hintergrundmusik unterscheiden, die jeweils einen ganz eigenen Charakter hat. Sie ist immer der Situation angepasst und auch ohne zu spielen, lassen sich die meist klassischen, aber auch rockigen Stücke gut hören. Es warten sowohl Streicher, als auch Synthesizer-Töne auf einen, die einen ganz eigenen und wunderbar stimmungsvollen Klangteppich schaffen. Die Stücke des Soundtracks wurden von der Warschauer Village Band, dem slowakischen Radio-Orchester und dem Los Angeles Choir eingespielt.
Auch Peter Gabriel, der bereits für Uru einen Titel beisteuerte, war wieder mit von der Partie und steuerte einen exklusiven Song bei. Er äußerte sich während seiner Arbeit sehr anerkennend über Myst und lobte ihre Geheimnisse und den Ideenreichtum. Sein Engagement ging aber noch weiter und er übernahm im Englischen sogar eine Sprechrolle in der Welt Serenia. Auch die deutschen Sprecher haben ihre Sache sehr gut gemacht. Die Stimmen sind stets gut verständlich und passend zu Charakter und Situation. Das ist äußerst wichtig, werden wir doch häufig persönlich angesprochen und da wollen wir ja auch wissen, worum es geht. Neu ist auch die Möglichkeit, dass einem die vielen, für Myst so typischen Tagebücher vorgelesen werden können. Sehr entspannend und atmosphärisch! Eine runde Sache also, auch was den Ton betrifft.

Nachtgedanken
Nachdem dies bereits ein sehr ausschweifender Bericht geworden ist, habe ich trotzdem immer noch das Gefühl, einige wichtige Aspekte vergessen zu haben. Es gibt viele Dinge zu entdecken auf der Reise durch diesen vierten Myst-Teil und für alle Fans der Kultserie wird sie sich auf jeden Fall lohnen. Bleiben die immer vorhandenen Kritiker übrig. Die Macher haben hier ihr Bestes getan, um auf die Kritikpunke der Vorgänger-Spiele einzugehen und es ist ihnen meiner Meinung nach auch gelungen. Das Gameplay wurde verbessert und die Rätsel auf subtile Weise zugänglicher gemacht. Eine gefährliche Gradwanderung, wenn man seine Fans nicht durch zu einschneidende Änderungen verlieren will. Aber auch das wurde geschafft, denn Myst 4 kehrt zu seinen Wurzeln zurück und besinnt sich auf seine Stärken, ohne die Schwächen außer Acht gelassen zu haben und bleibt dennoch seiner Linie treu. Für mich der bisher beste Teil der Serie, aber mich muss man auch nicht groß von der Qualität eines guten Adventures überzeugen. Wer bisher noch nichts mit der Art von Myst anfangen konnte, der wird auch hier noch skeptisch sein, es schadet aber auch nicht, aufgrund der Verbesserungen, wieder mal einen Blick zu riskieren.

Fazit
Ein grafisch beeindruckendes Adventure, das knackige Logik-Rätsel bietet, aber auch Neulingen der Serie durch ein integriertes Hilfesystem einen Zugang zu den fremdartigen Myst-Welten bietet. Optisch und Akustisch ein Genuss und schweißtreibende Akrobatik fürs Gehirn, sicherlich ein Top-Titel des Genres.


Systemanforderungen PC
Betriebssystem: Windows 98SE/2000/ME/XP
Prozessor: 700 MHz
Arbeitsspeicher: 128 MB (256 für Windows XP)
3D-Grafikkarte
DirectX 9.0
4x DVD-ROM
DirectX-fähige Soundkarte
Festplattenspeicher: 3GB
Tastatur/Maus

Systemanforderungen MAC
Betriebssystem: OSX 10.2, 10.3
Prozessor: G4 oder G5 700 MHz
Arbeitsspeicher: 128 MB (256 für Windows XP)
3D-Grafikkarte
Quicktime 5
4x DVD-ROM
Standart Soundkarte
Festplattenspeicher: 3GB
Tastatur/Maus

USK Einstufung: Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG


Screenshots:
Myst IV Revelation (PC - Version)

Copyrights Screens by Ubisoft

Die sehr rätselhafte deutsche Produkt -Webseite zu diesem Spiel findet Ihr hier.

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Schwierigkeit:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Spannend)

Brutalität:

(Jugendfrei)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Serie:

Myst

Autor:

Cyan Worlds, Inc.

Verlag:

Ubisoft

Erschienen:

Okt. 2004

Kritiker:

Gemini

Typ:

Computerspiel

 

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