 | Fantasy Selection 2001 Rezension von jpk Wenn der Verleger Hohlbeins beschließt den Namen des wohl erfolgreichsten Fantasyautors deutscher Sprache weiter auszubeuten und ihn dazu verleitet einer Anthologie, einer Sammlung von Kurzgeschichten, seinen Namen und die "Zugpferd-Story", die zum Kaufen anregen soll, her zu geben, dann ist dies eine Sache. Lobenswert vor allen, wenn dadurch die lokale Autorenszene gefördert werden soll. Wenn dann aber die Autoren mit Wolfgang Hohlbein persönlich gut bekannt, vom selben Verleger oder Agenten betreut oder gar verwandt sind und die Geschichten eher schlecht als gelungen sind, dann ist dies eine ganz andere Sache. Von den acht mehr oder weniger kurzen Geschichten hat mir nur die der Autorin Alisha Bionda wirklich gefallen, deren abrupt einfaches und schlichtes Ende jedoch nicht zu der einfühlsamen Geschichte passen will, zu sehr erscheint die Geschichte gekürzt. Am meisten geärgert hat mich jedoch Wolfgang Hohlbeins Story, die weder einfallsreich noch besonders gut oder spannend ist. Eine simple Horrorgeschichte mit einem ollen Haus und ein paar hundert Vögeln - schon hundertmal gelesen und zwanzig mal in irgendeiner Form im Fernsehen gesehen - eine Verschwendung von Papier. Dieter Winklers Story um ein Dämonenopfer ist schon etwas netter, wenn es ihr auch tatsächlich an echter Qualität mangelt. Ein Highlight - im Verhältnis - ist die Endzeit-Story von Bernd Kreimer und die Humor-Vampir-Satire von Bernhard Hennen ist wenigstens amüsant. Aber kurz danach wird wieder mal das Necromonicon bemüht und mich verläßt das Gefühl nicht, die Geschichte von Frabk Rehfeld irgendwo vor Jahren schon einmal gelesen zu haben - allerdings in besserer Erzählqualität. Harald Braehm´s Geschichte von der Nebelbarke ist auch alter Tee, aber wenigstens in einigermaßener Gußform. Zum Schluß bekommt der geduldige Leser noch eine Story des Hohlbein-Nachwuchs serviert. Die ist gar nicht übel und kommt manch einem Babysitter irgendwie bekannt vor.
Trotz weniger Ausnahmen und der symphatischen Einleitung durch Wolfgang Hohlbein zu jeder Geschichte, ist der Band in ziemliches Ärgernis und ich hoffe, dass im Falle eine weiteren Ausgabe, mehr Wert auf Qualität gelegt wird.
Verlagsinfo: Spannung vom Feinsten! Wolfgang Hohlbein, der Meister der Fantasy, hat nicht nur eigene Beiträge für dieses Jahrbuch geschrieben, sondern zudem die besten und unheimlichsten Erzählungen von hervorragenden Autoren und Autorinnen ausgewählt. Eine bessere Empfehlung kann es nicht geben!
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