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Zwei glorreiche Halunken (Gold Edition)

Leone, Sergio; Morricone, Ennio

Rezension von Schwertfang

Drei Personen haben das bereits in den Sechzigern angestaubte Western-Genre neu erfunden: zum einen Sergio Leone, dem Regisseur von „Für eine Handvoll Dollar“ und „Für eine Handvoll Dollar mehr“. Dann natürlich Ennio Morricone, der mit unvergesslicher Filmmusik Meisterwerke der Soundtracks geschaffen hat. Und schließlich Clint Eastwood, der als wortkarger, meist namenloser Pistolenschütze uns für immer in Erinnerung bleiben wird. Nach einer gelungenen Adaption von Kurosawas „Yojimbo“ und einer sehenswerten Fortsetzung war es an der Zeit, den richtigen Knüller zu präsentieren. Nicht der Ur-Western, und auch nicht die Mutter aller Western, dafür aber den besten Film seines Genres aller Zeiten. Die Rede ist von Sergio Leones „Il buono, Il brutto & Il cattivo“, auch bekannt unter dem Titel „The Good, The Bad and The Ugly“, was deutlich näher an das Thema herankommt als der deutsche Titel „Zwei glorreiche Halunken“. Dem Klassiker von 1966 wird jetzt endlich mit einer Gold Edition eine Doppel-DVD mit dem Film würdigen Extras spendiert.

Die Handlung
Sergio Leones Film dreht sich, anders als es uns der deutsche Titel weismachen will, nicht um zwei, sondern um drei Halunken, welche im Niemandsland zwischen Texas und Mexiko während des amerikanischen Bürgerkrieges ihr Unwesen treiben. Während der grausame Setenza (Lee van Cleef) – der „Böse“, seiner Arbeit als Kopfgeldjäger ohne Gewissensbisse nachgeht, haben zwei andere Gauner eine bessere Idee. Der mexikanische Bandit Tuco (Eli Wallach) – der „Brutale“ - entkommt nur knapp dem letzten Beutezug, da läuft er dem schweigsamen Kopfgeldjäger Joe (Clint Eastwood), auch „Blonder“ genannt, vor die Flinte. Der liefert Tuco in der nächsten Stadt ab, streicht das Lösegeld ein und Tuco wird aufgeknüpft. Doch der Blonde schießt ihn vom Galgen, beide entkommen und in der nächsten Stadt geht das Spiel von vorne los. Als Joe einmal knapp daneben schießt und die Flucht problematischer wird, reagiert Tuco ziemlich sauer. Joe entschließt sich, die Partnerschaft mit Tuco einfach zu kündigen und setzt diesen fluchend in der Wüste aus.

Doch der Mexikaner lässt nicht locker und stöbert Joe erneut auf, und er rächt sich gnadenlos am blonden Schützen – er lässt ihn seinerseits ohne Wasser durch die sengendheiße Wüste stapfen.

In der Zwischenzeit forscht Setenza nach einem gewissen Bill Carson, einem Soldaten der Südstaatler. Dieser hat 200000 Dollar Kriegskasse abgezweigt und irgendwo vergraben. Genau jener Bill Carson läuft Tuco und Joe sterbend in der Wüste über dem Weg. Er beichtet ihnen die Geschichte vom Schatz. Und während nur Tuco weiß, auf welchem Friedhof dieser Schatz versteckt ist, kriegt nur Joe mit, in wessen Grab der Schatz gebunkert ist. Notgedrungen muss Tuco den Blonden im Kloster seines wohlgeratenen Bruders wieder aufpäppeln, und beide werden wieder zu Partnern.

Als Südstaatler verkleidet laufen sie jedoch den Nordstaatlern in die Hände, wo Setenza als Sergeant getarnt beide verhört. Wo Tuco schnell bei der brutalen Folter aufgibt, versucht es Setenza erst gar nicht beim deutlich cleveren Joe. Er bietet ihm die Partnerschaft an. Tuco indes wird einfach zu den anderen Gefangenen gesteckt. Ihm gelingt jedoch die Flucht, und gemeinsam mit Joe mischt er Setenzas Bande, die „Angel Eyes Gang“, auf. Ihr Weg führt sie zu einer von den Yankees wie den Rebellen umkämpften Brücke, und ein desillusionierter Kommandant (Aldo Giuffre) teilt ihnen mit, dass sie nur weiterkommen, wenn eine von beiden Armeen entweder die andere besiegt, oder wenn es keine Brücke gibt. Also entschließen sich die beiden, die Brücke zu sprengen. Tuco gelingt es, den Namen auf den Grab von Joe zu entlocken, er verrät seinerseits den Namen des Friedhofs.

Dort versucht sich Tuco vergeblich nach einer Buddelei, denn der Blonde hat ihn wieder ausgetrickst. Zu allem Überdruss ist Setenza auch noch aufgekreuzt. Es beginnt ein tödliches Duell dreier Männer...

Der Film
Sergio Leone schuf ein Meisterwerk, einen ewigen Klassiker der Filmgeschichte. Der überlange Streifen „Zwei glorreiche Halunken“ verbindet alles, was einen guten Western ausmacht: harte Kerle, flotte Sprüche, üble Schurken, Witz, Humor, Tragik und Drama pur. Immer wieder sieht man die Schattenseiten des Krieges und das harte Leben in einer erbarmungslosen Welt, in der nur der Stärkere zu gewinnen scheint. Wallach und Eastwood sind ein Filmtraumpaar, herrlich dysfunktional und gegensätzlich, und mit Lee Van Cleef (gestorben 1989) wurde der vielleicht beste Westernschurke als Widersacher angesetzt. Nicht nur Morricones Titellied mit Ohrwurmcharakter, sondern der ganze Soundtrack werden einem in Gedächtnis bleiben. Das Finale, das Duell dreier Männer, welches fünf Minuten des Films in Anspruch nimmt, zählt zu den spannendsten Showdowns aller Zeiten. Töten sich alle drei gegenseitig? Oder überlebt nur einer? Erschießen zwei den gleichen? Das Dreierduell, von Morricones dramatischer Musik begleitet, steigert die Spannung bis ins Unerträgliche.
Ein Muss für alle Westernfans!

Die DVD
Nachdem die vorherigen DVDs zu diesem Film allesamt eher karges Bonus-Material zu bieten hatten, steigt die Gold Edition mit der Bonusscheibe in die Vollen ein. Mit dem Genre-Experten (wohl ein Traumberuf) und Historiker Richard Schickel gibt es einen kompetenten Audio-Kommentar, drei zwischen 15 und dreißig Minuten lange Dokumentationen zu Themen wie Leones Western, der Amerikanische Bürgerkrieg in diesem Film oder dem Leone-Stil samt Interviews mit Wallach, Eastwood und Co. ergänzen das üppige Hintergrundmaterial. Dazu gibt es ein Featurette über die Neuüberarbeitung des Films auf den heutigen Stand der Technik, insbesondere was das Re-Recording angeht. Dazu gibt es zwei im Film gekürzte Szenen erstmals in voller Länge, namentlich die Folterszene und die Socorro-Sequenz, sowie gleich zwei Featurettes über den Meister Morricone selbst. Dazu der französische Kinotrailer, der unveröffentlichtes Material beinhaltet, und eine Postergalerie. Mit anderen Worten: alles, was das Filmherz begehrt.

Daten
Produktionsjahr: 1966
Bildformat: 2,35:1
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch (alle Dolby Digital 5.1)
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Regie: Sergio Leone
Musik: Ennio Morricone
Darsteller: Clint Eastwood, Eli Wallach, Lee Van Cleef, Aldo Giuffre

Fazit
Sogar Westernmuffel dürften Probleme kriegen, an der ultimativen und ersten würdigen DVD zu diesem Streifen vorbeizukommen. Ein Meisterwerk, wie Star Wars oder Titanic, nur eben schmutziger.

Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung der Redaktion von www.lesehoehle.de. Die Lesehoehle beschäftigt sich mit Neuerscheinungen im Bereich der Fantasy und des Rollenspiels sowie der Online-Literatur.

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Wertung

 

Gesamt:

(Extrem gut)

Anspruch:

(Anspruchsvoll)

Spannung:

(Fesselnd)

Brutalität:

(Brutal)

 

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Infos

 

Sprache:

Ort:

USA/Mexiko

Zeit:

Während des Amerikanischen Bürge

Autor:

Leone, Sergio

Verlag:

mgverlag

Erschienen:

Mai. 2004

Kritiker:

Schwertfang

Typ:

DVD

 

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