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Suraks Seele

Dillard, J.M.

Rezension von Peter-Pan
Aus der Reihe "Star Trek"

Ein Notruf führt die USS Enterprise NX-01 zum Planeten Oan, wo die Crew eine schreckliche Entdeckung machen muss. Jede Hilfe kommt zu spät für die von einer rätselhaften Krankheit fast völlig ausgelöschte Bevölkerung des Planeten. Die wenigen Überlebenden der Oani – Zivilisation sterben in der kurzen Zeit, die das Außenteam auf dem Planeten verbringt. Einer der Oani, scheinbar ohne Grund zur Raserei gebracht, attackiert Fähnrich Hoshi Sato, die Kommunikationsoffizierin der Enterprise. Durch einen gezielten Betäubungsschuss unterbricht Subcommander T-Pol den Angriff auf Hoshi, doch der durch die Krankheit geschwächte Mann ist augenblicklich tot.

Zurück auf der Enterprise kann niemand wirklich Ruhe finden. Captain Archer, durch den Todestag seines Vaters ohnehin in deprimierter Stimmung, muss sich nun mit dem Untergang einer ganzen Gesellschaft auseinandersetzen, deren Ende er nicht hatte verhindern können. Dr. Phlox auf der Krankenstation versucht indessen mit allen Mitteln herauszufinden, was die Oani umgebracht hat. Hoshi macht sich Vorwürfe, dass sie sich auf dem Planeten in eine so missliche Lage hat bringen lassen, Reed ärgert sich, dass T-Pol daraufhin schneller reagiert hat, und T-Pol selbst schließlich erlebt eine Sinnkrise. Dadurch, dass sie, wenn auch im Reflex und in einer Notwehrsituation, den letzten Überlebenden einer ganzen Art getötet hat, wird sie an die ethischen Fragen ihrer Jugend erinnert. Ist es legitim sich zu wehren, wenn man dadurch den Tod oder das Leid anderer hervorruft. T-Pol entscheidet sich, fortan auf das Tragen einer Waffe verzichten und auch sonst keine gewalthaltigen Maßnahmen mehr zu ergreifen, um sich oder andere zu schützen.

Von dieser Auffassung wenig begeistert ist Jonathan Archer, der sich von seinem ersten Offizier sagen lassen muss, sie würde auch einen direkten Befehl verweigern, wenn sie andernfalls gegen ihre Prinzipien verstoßen müsste. Noch ehe der Captain und T-Pol noch einmal ausführlich über die Sache sprechen können, nimmt ein fremdes Wesen zu T-Pol Kontakt auf. Die Lebensform, die als reines Energiewesen existiert, bezeichnet sich selbst als Wanderer und sei auf einer ähnlichen Mission wie die Enterprise. Der Fremde habe die Erkrankung und den Tod der Oani beobachtet und könne bei der Erforschung der Ursache womöglich helfen. Archer stimmt zu, die Entität in vage humanoider Gestalt an Bord kommen zu lassen. Die Untersuchungen des Fremden führen zu einem niederschmetternden Ergebnis: Die Oani sind einer Strahlenkrankheit zum Opfer gefallen, und diese Strahlen sind auch für Menschen, Vulkanier und Denobulaner äußerst gefährlich. Während sich Archer noch fragt, ob seine Crew bereits zu lange der Strahlung ausgesetzt war, erkrankt Dr. Phlox.

Wertung: Die fünfte Star Trek – Serie „Enterprise“ läuft inzwischen in der dritten Staffel, und auch die Romanautoren können bereits ein recht beachtliches Gesamtwerk vorweisen. Doch nicht zum ersten Mal frage ich mich, ob man mit dem Schreiben von Romanen zu einer TV-Serie im Allgemeinen und Star Trek im Besonderen, nicht lieber warten sollte, bis die Serie abgedreht ist. Eine Buch-Handlung innerhalb einer Serie zu platzieren ist ohnehin nicht gerade einfach. Schließlich muss der Autor aufpassen, dass er in seinem Buch gegen nichts verstößt was in der Serie behauptet wird. Leider kann er bei einer laufenden Serie natürlich wissen, was in der Folge nächste Woche behauptet wird. Der Roman Suraks Seele entstand zudem in einer relativ frühen Phase der Produktion – also zu einer Zeit als nicht mal die Drehbuchautoren völlig sicher über das Wesen ihrer Helden waren. Gerade aus diesem Grund wirken die ersten Romane sowohl zur Next Gerneration, Deep Space Nine, Voyager und jetzt eben Enterprise auch sichtlich bemüht. Fast krampfhaft versuchen die Autoren der Romane ihre Geschichten beispielsweise zwischen Folge 14 und 15 im ersten Jahr unterzubringen. Das ist bisweilen etwas zäh zu lesen, und die vielen Anspielungen auf die Ereignisse unmittelbar vorangehender Folgen sind dann auch nur für Fans verständlich. Anderseits, wer sonst sollte die Bücher auch lesen?

Inhaltlich wird, wie könnte es nach 600 TV-Folgen und etwa halb so vielen Romanen auch anders sein, jedenfalls einiges recycelt. Zu Beginn findet eine ganze Spezies auf rätselhafte Weise den Tod... Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft das in der Serie und den Büchern schon passiert ist. Dann meldet sich das siebentausendste Energiewesen zu Wort, transformiert sich kurzerhand in einen Humanoiden und bietet seine Hilfe. Interessant vielleicht, wie unvollkommen die Form des Fremden ist, und dass er nur telepatisch mit T-Pol kommuniziert. Ein wenig Schmunzeln musste ich dann bei dem Gedanken, wie lange Archer & Co. wohl brauchen werden, um das eine unerklärliche Phänomen (Tod der Oani) mit dem anderen (Das Energiewesen) in Verbindung zu bringen.

Doch dem mehr oder minder spannendem Rätsel zum Trotz, in erster Linie geht es in Suraks Seele um T-Pol und ihren moralischen Konflikt. Die fühlt sich verantwortlich für den Tod dese letzten Überlebenden einer ganzen Spezies, und beschließt nie wieder in eine solche Situation zu geraten. Das ist dann der Bezug auf den vulkanischen Philosophen Surak und seine gewaltfreie Lehre, die, um sie für uns Irdische etwas verständlicher zu machen, über Gandhi erklärt wird. Doch für viele Leser werden T-Pols Bedenken ein wenig zu weit hergeholt wirken. Immerhin konnte sie ja tatsächlich nichts für den Vorfall auf den Planeten, und trotz aller Schuldgefühle sollte sie logisch denken und die Ereignisse als unvermeidbar akzeptieren. Denn das Konzept von Notwehr und Verteidigung ist in unserer Gesellschaft fest verankert und stößt auch kaum auf Widerspruch. Dass Einige bereit sind, dieses Notwehr – Konzept bis auf Präventivkriege und gezielte Liquidierungen politisch unliebsamer Zeitgenossen auszudehnen, mag eine andere Sache sein, und würde sich als moralisches Konflikt – Thema wohl besser eignen.

Fazit: Ein routinierter kleiner Star Trek – Roman ohne große Überraschungen oder nennenswerte Innovationen. Der traditionelle moralische Konflikt dürfte für die meisten Leser ein wenig zu abstrakt zu sein, und das Wissen darum, dass T-Pol am Ende wieder zu alter Form zurückgewinnen muss, macht die Sache auch nicht eben spannender.

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Wertung

 

Gesamt:

(Mittel)

Anspruch:

(Reiselektüre)

Spannung:

(Unterhaltsam)

Brutalität:

(Jugendfrei)

 

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Heyne, München

 

Infos

 

Sprache:

Deutsch

Zeit:

2251

Serie:

Star Trek

Autor:

Dillard, J.M.

Verlag:

Heyne, München

Erschienen:

Nov. 2003

Kritiker:

Peter-Pan

ISBN:

3-453-87529-X

ISBN(13):

978-3-4538-752-6

EAN:

9783453875296

Typ:

Taschenbuch

 

Star Trek

 

Was ist Star Trek?

Die Geschichte von STAR TREK begann 1964 als Gene (Eugen Wesley) Roddenberry nach diversen vergeblichen Versuchen, seine Science Fiction-Serie zu veröffentlichen, bei NBC einen Partner gefunden hatte, der Interesse signalisierte. Man wählte die Folge "The Cage" als Pilotfilm aus. Der aber nie ausgestrahlt wurde, weil angeblich zu anspruchsvoll. [mehr]

 

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